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27.03.2015

Wie tickt die Jugend im Landkreis?

Freunde treffen: Das ist die wichtigste Freizeitbeschäftigung für die Jugendlichen im Landkreis Donau-Ries.

Um herauszufinden, was den Jugendlichen in der Region wichtig ist, gab es eine große Studie. Die meisten jungen Menschen fühlen sich hier wohl. Doch eine Zahl lässt aufhorchen

Wie tickt die Jugend im Landkreis Donau-Ries? Ist sie engagiert, heimatverbunden, kritisch und steht sie unter Druck? Was bewegt die Altersgruppe von elf bis 17 Jahren? Fragen, die für die Jugendhilfeplanung im Landkreis von Bedeutung sind. Deshalb sei es Zeit für eine Standortbestimmung, sagt der Jugendhilfeplaner des Landkreises, Günter Katheder-Göllner. Das sei auf dem Weg zu einer vielfältigen und bedarfsgerechten Infrastruktur der Jugendarbeit notwendig.

Deshalb haben er und sein Team im vergangenen Jahr landkreisweit Schülerinnen und Schülern befragt. 1640 Fragebögen wurden ausgewertet. Die Erkenntnisse sollen die Grundlage für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit im Landkreis bilden. Katheder-Göllner hat die Ergebnisse jetzt im Rahmen einer Veranstaltung im Klösterle-Saal in Nördlingen erstmals vor ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeitern in der Jugendarbeit, Kommunalpolitikern und den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses des Kreistages vorgestellt.

Das Ergebnis: Freunde treffen (72,9 Prozent der Befragten) und Musik hören (68,4 Prozent) gaben die Jugendlichen als ihre beiden wichtigsten Freizeitbeschäftigungen an. Große Teile der Freizeit verbringen sie an ihrem eigenen Handy (67 Prozent), in den sozialen Netzwerken hielten sich 35 Prozent und 34 Prozent am PC beziehungsweise im Internet auf. Um sich zu informieren, nutzen die Jugendlichen laut der Erhebung zu 76 Prozent ihre Clique und Freunde, zu 65 Prozent die sozialen Netzwerke und zu 61 Prozent das Internet.

Der Großteil der Jugendlichen, nämlich 80 Prozent, fühlt sich in der Region durchaus wohl, was jedoch nicht heißt, dass alle mit den Freizeitangeboten, die sie vorfinden, zufrieden sind. Ein Drittel der Befragten sagt, diese seien nicht ausreichend. Als Botschaft an die Städte und Gemeinden versteht Jugendplaner Katheder-Göllner vor allem eine Zahl: Die Hälfte der Befragten Jugendlichen wollen in den Gremien ihrer Kommune mitwirken und auch mitbestimmen.

Die Jugendlichen fühlen sich unter Druck

Und vor allem eine weitere Zahl lässt aufhorchen: Die Jugendlichen geben an, sich unter Druck zu fühlen – einmal durch die schulischen Anforderungen (592 Nennungen), dem damit einhergehenden Leistungsdruck (552 Nennungen) und zu wenig Freizeit (536 Nennungen).

Erfreulich dürfte für die politisch Verantwortlichen im Kreis ein Ergebnis sein: Mehr als zwei Drittel der Jugendlichen können sich vorstellen, dauerhaft im Landkreis Donau-Ries zu leben. Das übrige Drittel kann sich das nicht vorstellen. Günter Katheder-Göllner vermutet, dass fehlende Arbeitsplätze dafür ein Grund sein könnten.

Die Jugendlichen erwarten von den handelnden Politikern, dass die sich stärker für die Belange der Jugend einsetzen und ihren Worten auch Taten folgen lassen. Zudem wird Bürgernähe, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit erwartet. All die Erkenntnisse sollen in fachliche Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit im Landkreis münden.

Landrat Stefan Rößle hatte zuvor auf die Bedeutung der Jugendhilfeplanung im Landkreis hingewiesen und zugesagt, ihr die Bedeutung zukommen zu lassen, die sie verdiene. Von den Jugendlichen vor Ort wurde die Veranstaltung positiv bewertet, wie sie auf Nachfrage erklärten. Sie beklagten zugleich, dass die Belange der Jugend in vielen Kommunen nur eine untergeordnete Rolle spielten und sie sich gelegentlich schwer tun würden, mit ihren Anliegen Gehör zu finden.

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