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Naturschutz

07.04.2021

Wie viele Wiesenbrüter gibt es im Ries?

Großer Brachvogel: Auch seine Bestände werden 2021 im Rahmen einer landesweiten Kartierung ermittelt.
Foto: Jürgen Scupin

In diesem Jahr wird zum siebten Mal die Zahl der Vögel erfasst

In diesem Jahr findet die seit 1980 siebte landesweite Erfassung der Bestände wiesenbrütender Vogelarten in Bayern statt. Das bayerische Landesamt für Umwelt – Staatliche Vogelschutzwarte Bayern (LfU) – hat laut einer Pressemitteilung dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) den Auftrag erteilt, diese Erfassung zu koordinieren. Im Nördlinger Ries werden die Kartierarbeiten von der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und vom Rieser Naturschutzverein durchgeführt und koordiniert.

Rund 850 Wiesenbrütergebiete in Bayern sollen 2021 wieder untersucht werden. Unter dem Begriff Wiesenbrüter, der alle im Grünland am Boden brütenden Arten umfasst, sind dabei im Sinne der Wiesenbrüterkartierung speziell die Arten Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz, Bekassine, Wachtelkönig, Braunkehlchen, Wiesenpieper und Grauammer zu verstehen. Von den berücksichtigten Arten gelten Bekassine, Braunkehlchen, Grauammer, Brachvogel, Rotschenkel, Uferschnepfe, Wachtelkönig und Wiesenpieper in Bayern als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste 1), Wachtelkönig und Kiebitz sind stark gefährdet (Rote Liste 2).

Die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und der Rieser Naturschutzverein beteiligen sich laut der Pressemitteilung seit 1980 an der landesweiten Wiesenbrüterkartierung. Doch schon zuvor fanden im Ries Bestandserhebungen statt. Bereits aus dem Jahr 1965 liegen erste Datenreihen für den Großen Brachvogel vor. 2021 werden von einem Team aus sieben Kartierern insgesamt 19 Wiesenbrütergebiete im Ries untersucht. Von den klassischen Wiesenbrütern kommen im Ries noch Kiebitz, Großer Brachvogel, Bekassine und Grauammer zum Teil nur noch in kleinsten Restvorkommen vor.

Ziele der Erhebungen sind die Dokumentation und Analyse der landesweiten Bestandsentwicklung der Wiesenbrüterarten und die Untersuchung der Auswirkungen der seit 1983 bayernweit laufenden intensiven Schutzbemühungen. Zusätzlich sollen die Ergebnisse der Untersuchungen Hinweise für konkrete Schutzansätze liefern. Innerhalb des seit 2014 am LfU laufenden „Artenhilfsprogramms Wiesenbrüter“ werden Schutzmaßnahmen auch im Rahmen der diversen Gebietsbetreuungen in bayerischen Wiesenbrütergebieten exemplarisch umgesetzt. Im Nördlinger Ries ist die Gebietsbetreuung seit 2013 im Wiesenbrüterschutz aktiv. Die aktuellen Kartierungsergebnisse sollen die Prioritäten und Handlungsschwerpunkte der im Oktober 2015 veröffentlichten Wiesenbrüteragenda für Bayern präzisieren beziehungsweise aktualisieren. (pm)

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