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Polizei

03.12.2019

Wie werden Kinder vor Internet-Kriminalität geschützt?

Eltern und Schüler einer achten Klasse der Realschule Maria Stern sind über die Gefahren im Internet informiert worden. Eine Präventionsbeamtin erklärte außerdem, wie sich Betroffene helfen können.
Bild: Symbolfoto: Anette Zoepf

In der Realschule Maria Stern gibt es wegen Drohungen gegen Schüler Hilfe von einer Expertin.

Das Cybermobbing an der Nördlinger Realschule Maria Stern geht weiter. Selbst nachdem sich eine Mutter und später auch die Polizei an die Öffentlichkeit gewandt haben, um die Kinder zu schützen und Eltern zu sensibilisieren, erhalten Schüler weiter Drohnachrichten und werden über das Internet belästigt, zum Beispiel mit pornografischem Material. Das ist aus Schul- und Elternkreisen zu erfahren. Die Kripo Dillingen ermittelt weiter, ein Täter sei noch nicht identifiziert, sagt Kripo-Chef Michael Lechner.

Unterdessen hat für die betroffene achte Klasse der Realschule ein Präventionsabend zum Thema Cyberkriminalität stattgefunden. Schulleiter Thomas Möckel sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass das Interesse für das Thema sehr groß war. Im Vortrag sei eine Beamtin darauf eingegangen, wie sich gerade jüngere Menschen verhalten sollen, die Opfer von Internetkriminalität geworden sind.

Eine gewisse Kontrolle sei wichtig

Sandra Gartner ist die Präventionsbeamte der kriminalpolizeilichen Beratung in Dillingen, die Schüler und Eltern über die Gefahren im Internet am Montagabend aufgeklärt hat. Sie sagte, dass Kinder in Bezug auf die Online-Welt viel weiter seien als ihre Eltern. Sie empfahl den Erwachsenen deshalb, sich Wissen über die Sozialen Netzwerke anzueignen. Bei den jungen Menschen seien derzeit die Portale „Instagram“, „WhatsApp“, „TikTok“ oder „musical.ly“ beliebt, unter den Spielen „Fortnite“ das am weiten verbreitetste. „Die Eltern sollen das ruhig spielen und somit herausfinden, wie es ist“, empfiehlt Gartner.

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Außerdem sei eine gewisse Kontrolle wichtig, Verbote könnten ab einem bestimmten Alter problematisch sein. Besser sei es, meint die Expertin, Vertrauen aufzubauen. Sie rate zudem, persönliche Daten oder Bilder im Internet nur sparsam weiterzugeben. „Das Netz vergisst nichts“, so Gartner. Gerade für Kinder seien zu Hause handyfreie Zonen wichtig, um nicht ständig erreichbar zu sein.

Gehe doch etwas schief oder würden Kinder bedroht oder belästigt, sollen sie sich jemandem anvertrauen. Wenn Schüler nicht die Eltern informieren wollten, würden auch Schulsozialarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Hilfe bietet auch die Polizei an, gerade, wenn wie im Fall der fünf Achtklässler an der Realschule Maria Stern Straftaten im Raum stehen.

Anzeigen können bei jeder Polizeidienststelle oder per E-Mail unter pp-swn.dillingen.kpi@polizei.bayern.de aufgegeben werden. Infos gibt es auch unter www.klicksafe.de

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