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21.07.2010

"Wir müssen auch die Interessen der Gemeinde wahren"

Wallerstein Gestern Abend hat sich der Wallersteiner Marktgemeinderat erstmals öffentlich mit dem umstrittenen Hubschrauberlandeplatz des Unternehmens Heli Aviation befasst, indem er eine umfangreiche Stellungnahme zum luftrechtlichen Planfeststellungsverfahren verfasst und einmütig verabschiedet hat. Die Stellungnahme hat allerdings nur einen empfehlenden Charakter.

Zu Beginn der Sitzung, die zahlreiche Zuhörer angelockt hatte - darunter auch Geschäftsführer Marco Ohnhäuser - machte Bürgermeister Joseph Mayer einige grundsätzliche Bemerkungen, indem er sich gegen Vorwürfe von Landeplatz-Gegnern verteidigte, die Kommune würde deren Interessen nicht vertreten. "Wir haben uns nicht nur den Anliegen der Bevölkerung anzunehmen, sondern müssen auch die Interessen der Gemeinde wahren", sagte Mayer. Er hoffe, dass man bei dem Thema wieder "zu einem normalen Umgang miteinander" finden werde. Die Gemeinderatsmitglieder hätten sich mehrere Male eingehend mit dem Bauvorhaben befasst, zuletzt am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung, wo die Einwendungen eingehend besprochen und erarbeitet worden seien.

Ein Kernpunkt darin ist die Forderung an den Bauherrn, auf die sogenannten "schützenswerten Einrichtungen" der Kommune, wie die Kindergärten Wallerstein und Ehringen, die örtliche Volksschule, die Maria-Ward-Realschule, die Musikschule und das Alten- und Pflegeheim zu achten und insbesondere die zulässigen Emmissionswerte beim Lärm einzuhalten.

Bei diesen Institutionen dürfe der Maximalschallpegel maximal 70 Dezibel erreichen.

"Wir müssen auch die Interessen der Gemeinde wahren"

Auch fordert die Gemeinde, den geplanten Einflugkorridor von Westen (Ehringen/Baldingen) so zu verlegen, dass am Ortsrand von Ehringen ebenfalls die 70 dB(A) nicht überschritten würden. Zudem wird eine Mindestflughöhe über Ehringen von 150 Metern verlangt.

Als Alternative sollte darüber hinaus geprüft werden, ob nicht der Korridor Richtung Süd-Ost stärker genutzt werden könne, um die übrigen beiden über Birkhausen und Ehringen weniger zu belasten.

Eine weitere maßgebliche Forderung des Marktgemeinderates: Das künftige Betriebsgebäude des Landeplatz müsse mit einer lärmabsorbierenden Fassade versehen werden. Zudem wird ein Lärmschutzwall im Norden und Osten des Geländes verlangt, im Süden eine Lärmschutzwand.

Darüber hinaus will Wallerstein die Wochenendflugbewegungen auf maximal 60 begrenzt sehen; die Nachtflüge dürften die Zahl 15 nicht überschreiten.

Unter den "Schlussbemerkungen" ist in der Stellungnahme angeführt, dass der Bauherr in jedem Fall eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu veranlassen habe.

Nach der Sitzung nannten einige Mitglieder der Interessengemeinschaft Wallerstein, die gegen den Landeplatz kämpft, gegenüber den Rieser Nachrichten den Beschluss als "wichtigen und richtigen Schritt". Wenigstens habe sich die Komune zu dem Projekt geäußert, hieß es.

Marco Ohnhäuser zeigte sich dagegen "hoch zufrieden" mit der Haltung des Gemeinderates. "Die Vernunft hat gesiegt", meinte er nach der Gemeinderatssitzung und ergänzte, die von der Kommune geforderten Lärmschutzmaßnahmen am künftigen Betriebsgelände hätte sein Unternehmen ohnehin berücksichtigt. Das Gleiche gelte für eine Reihe weiterer gemeindlicher Anliegen.

Bis heute 24 Uhr kann die Bevölkerung noch Einwendunge bei den zuständigen Stellen einbringen.

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