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Soziales

01.03.2018

Wo Christen verfolgt werden

Berthold Pelster

In der Nördlinger St.-Salvator-Kirche ist eine Ausstellung der Stiftung „Kirche in Not“ zu sehen

Schlendert man durch die neue Ausstellung der „Kirche in Not“ in Nördlingen, bekommt man zunächst den Eindruck, dass sich die Organisation nur um die Belange verfolgter Christen kümmert. In der Schau, die auf Roll Ups in den Kirchgängen von Sankt Salvator zu sehen ist, werden einige Länder explizit vorgestellt, in denen Christen besonders unter Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung leiden.„Millionen sind vor dem Terror auf der Flucht. Nach Erkenntnissen der Gesellschaft für bedrohte Völker starben allein in Nigeria in 2017 mehr als 2000 Menschen durch Angriffe von Boko Haram, darunter viele Christen“, steht dort geschrieben. Jedem von täglichen Terrormeldungen in Fernseh- und Zeitungsnachrichten leider schon „überfütterten“ Menschen ist so eine Nachricht allenfalls ein Schulterzucken wert. Leider. Dass man aber aktiv helfen kann, dass man Leid lindern und Not beseitigen kann, das will die Stiftung „Kirche in Not“ nicht nur mit dieser Ausstellung unter Beweis stellen.

Die Rieser Nachrichten haben mit Berthold Pelster, Menschenrechtsexperte und Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung, über die Arbeit von „Kirche in Not“ gesprochen. Pelster betont, dass die Stiftung ein pastorales Hilfswerk sei und beileibe nicht nur für Christen da, sondern für Menschen aller verfolgten und unterdrückten Religionen dieser Welt. Und er sagt auch, dass „Kirche in Not“ allein von Spenden lebe, weder von der Kirche noch vom Staat kämen irgendwelche Zuwendungen.

Deshalb seien solche Ausstellungen wie die in Nördlingen notwendig, um die Arbeit der Stiftung wie gewohnt weiterführen zu können. „Unsere päpstliche Stiftung ist in mehr als 140 Ländern tätig. Sie leistet Hilfe für Menschen auf der Flucht, hilft beim Wiederaufbau zerstörter Gotteshäuser, ermöglicht den Bau oder die Renovierung von Ausbildungsstätten, unterstützt die Aus- und Weiterbildung von Seminaristen, Priestern und Ordensleuten und sichert ihren Lebensunterhalt und stellt Fahrzeuge zur Verfügung“, so Pelster.

In 24 Ländern sei „Kirche in Not“ tätig und dank der mehr als 400000 aktiven Spender ist es eines der letzten wachsenden Hilfswerke überhaupt. Aber nicht nur mit Spenden, auch mit Gebeten könne man helfen. Am Infostand im Gemeindehaus lagen neben umfangreichen Unterlagen über die Arbeit auch Anleitungen und Vorlagen für solche Gebete aus.

Interessant ist auch, wie „Kirche in Not“ (bereits 1947) überhaupt gegründet wurde. „Von dem bis ins Mark erschütterten Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten, erschüttert vom Elend, das Menschen einander bereiten können. Dessen persönliche Erfahrungen in den Trümmern Kölns, in den Bunkern Frankfurts und mit dem Schicksal von 14 Millionen Heimatvertriebenen hatten ihm damals geholfen, in Belgien mit flammenden Appellen um Hilfe zu bitten – für die zutiefst verhassten Deutschen, die Feinde von gestern.“ Um in der Trümmerlandschaft Nachkriegseuropas „die Liebe wiederherzustellen“. Genau die gleiche Aufgabe, vor der die Stiftung auch heute wieder steht. Nicht in Mitteleuropa aber fast überall in der Welt.

Die Ausstellung kann noch bis zum Sonntag, 18. März, in der Kirche St. Salvator in Nördlingen besichtigt werden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. (murb)

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