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Hochwasser

16.01.2019

Wörnitz setzt Teile des Ries unter Wasser: Bewohner abgeschnitten

So sieht es derzeit im Ries entlang der Wörnitz aus: überflutete Straßen und Äcker. Viele Wege sind deshalb gesperrt, das nervt manche Anwohner. Aber sie haben auch Geduld und warten, bis die Wassermassen zurückgehen.
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So sieht es derzeit im Ries entlang der Wörnitz aus: überflutete Straßen und Äcker. Viele Wege sind deshalb gesperrt, das nervt manche Anwohner. Aber sie haben auch Geduld und warten, bis die Wassermassen zurückgehen.
Bild: Marco Edenhofner

Plus Felder und Straßen stehen im Ries unter Wasser. Die Menschen sehen die Situation gelassen, auch wenn sie teilweise von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Jasmin Birnmeyer ist derzeit nur telefonisch erreichbar. Mal eben schnell aus Auhausen rausfahren kann sie nicht, das Auto ist überhaupt keine Option. Mit einem Boot wäre es vielleicht möglich. Seit Sonntag übersteigt der Pegelstand des Flusses die Höhe der Gummistiefel, sagt Jasmin Birnmeyer. Das Wasser der Wörnitz hat das Grundstück um sie herum eingekreist. Es ist zu einer Insel geworden.

Sie und ihre Familie sind isoliert, ihre Kinder kann sie nicht einmal in die Schule schicken. Panik oder Angst hat sie wegen des Hochwassers nicht. Ihr Haus liegt in einer Mulde, die immer überflutet werde, sobald der Wasserstand steige. Deshalb sieht Jasmin Birnmeyer es gelassen. „Ich muss die Tage davor einfach mehr einkaufen“, sagt sie. Jasmin Birnmeyer hat sich daran gewöhnt, dass in Auhausen so eine kleine Notsituation auftreten kann.

Video: Julian Würzer

Ähnlich ergeht es auch Inge Dürrwanger aus Wechingen. Sie erreicht ihr Haus nur über eine Hofeinfahrt, ist aber guter Dinge, da das Wasser, das ihr Grundstück zu einer Halbinsel macht, weniger wird. Sie hofft lediglich, dass es nicht über den Garten schwappt, wie es manchmal der Fall sei, wenn Autofahrer durch die gesperrte Straße vor ihrer Tür fahren.

Sperrungen bei Munningen: Wörnitz tritt über die Ufer

Die beiden Familien sind derzeit nicht die Einzigen im Ries, die mit Einschränkungen leben müssen. In Munningen, Schwörsheim, Speckbrodi oder Oettingen ist die Situation ähnlich. Entlang der Wörnitz bei Gerolfingen, wo ein Wasserstandsmelder des Hochwassernachrichtendienstes Bayern steht, gilt derzeit die Meldestufe 2: Ein mittleres Hochwasser, das Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen verursacht. Auf der Internetseite des Nachrichtendienstes ist zu lesen, dass der Stand zu Überflutungen zwischen Munningen und Schwörsheim sowie bei Lehmingen führen kann.

Hochwasser im Ries: Anwohner sehen die Situation gelassen

Friedrich Schürer hat sein ganzes Leben in Lehmingen verbracht. Der 84-Jährige weiß, wie es im Ries aussieht, wenn ein „richtiges“ Hochwasser seine Spuren hinterlässt. Das war vor 25 Jahren der Fall, damals liefen die Wassermassen bis in seinen Hof. Heuer komme ein wenig Wasser in seinen Keller, aber nicht viel. Ihn stört eher, dass die Verbindungsstraße zur Staatsstraße 2221 nicht befahrbar ist. Das werde aber besser, einfach abwarten, sagt Schürer.

Dieses Foto schickte unser Leser Günther Hubel. Es zeigt das Hochwasser rund um die Holzkirchner Kirche.
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Bilder: Hochwasser im Ries
Bild: Günther Hubel

Anhand der Hochwassermarken in Harburg und Gerolfingen liest der Leiter des Hochwasserdienstes Bayern, Dr. Alfons Vogelbacher, ein Ereignis ab, dass alle zwei bis fünf Jahre auftreten kann. Er spricht gar von einem entspannten, kleinen Hochwasser, das keine Gefahr für Bewohner sei. Das Wetter werde sich außerdem in den kommenden Tagen bessern, dann laufe das Wasser der Wörnitz in die Donau und von dort aus ins Schwarze Meer.

Landwirte im Ries freuen sich fast über das Wasser

Bei einer Fahrt durch das Ries ist das derzeit allerdings schwer vorstellbar. Überall sind Straßen gesperrt oder Äcker überflutet. Ein Zustand, über den sich die Landwirte in der Region derzeit fast freuen können, sagt der Kreisobmann des Bauernverbandes Karlheinz Götz. Denn die Wassermassen füllen die Speicher der Böden wieder auf, nachdem der trockene Sommer daran zehrte. Anders hätte es ausgesehen, wenn die Landwirte bereits auf den Feldern angebaut hätten. So sei die Situation allerdings entspannt.

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