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Oettingen

29.06.2020

Wohnmobile und Zelten: Gute Aussichten für Camper in Oettingen

Viele der Wohnmobilisten in diesem Jahr kommen nicht zum ersten Mal an den Oettinger Stellplatz an der Wörnitz. Vier Tage dürfen sie bleiben. Vier Tage genießen sie die Ruhe am Wasser. Geht da in Zukunft noch mehr?
Bild: Verena Mörzl

Plus In Oettingen soll nach der Sanierung des Wörnitzfreibads das Projekt Zeltplatz angestoßen werden. Urlauber aus Süddeutschland haben dazu ihre eigenen Ideen.

Pläne für eine Aufwertung des Oettinger Wohnmobilstellplatzes gibt es schon lange. Spätestens seit Dresdner Architekten ihre Idee für die Umgestaltung der Wörnitzinsel Mühlespan vorgestellt haben, liegen sie in der sprichwörtlichen Schublade. Die Umgestaltung des Wörnitzfreibads zählte ebenfalls zu diesen Plänen, die Sanierung ist in diesem Jahr abgeschlossen worden und kann sich sehen lassen. Bürgermeister Thomas Heydecker hat in seiner Haushaltsrede Hoffnungen gemacht, dass das Projekt Camping nicht für ewig in der Schublade bleiben wird. Allerdings: Die Ideen der Dresdner Architekten werden vorerst nicht wieder aufgegriffen.

Es ist Ende Juni und die Logenplätze auf dem Wohnmobil-Stellplatz am Wasser sind besetzt. Die Markisen werfen Schatten auf die Urlauber, die in Campingstühlen liegen. Vor ihnen fließt die Wörnitz vorbei, weiter hinten der Verkehr auf der Bundesstraße 466. Wohnmobilisten aus dem Taubertal oder dem Allgäu parken in zweiter Reihe.

Viele der Juni-Urlauber kommen nicht zum ersten Mal. Sie schätzen den Oettinger Stellplatz direkt am Wasser und die schöne Stadt, gutes Essen, die Rad- und Wanderwege. Hätten die Gäste die Möglichkeit, Anregungen weiterzugeben, was würden sie sagen? Vermissen sie gar etwas?

Wohnmobile und Zelten: Gute Aussichten für Camper in Oettingen

Camping in Oettingen: Stellplatz für Wohnmobile in Oettingen findet viel Zuspruch

Marlene und Adolf Grillinger aus Wildpoldsried sagen sogar: „Wir vermissen nichts.“ Dass das Freibad wenige Meter hinter ihnen inzwischen saniert ist, davon weiß das Ehepaar dabei noch gar nichts. Auf den ersten Blick könne alles so bleiben, wie es ist. Und noch dazu zahlt man lediglich für den Strom. Die Allgäuer sind überzeugt.

Oettingen ist auch für Familie Essig aus Feuchtwangen meist auf der Camping-Urlaubs-Liste – entweder als Auftakt- oder als Endstation. Das Paar erinnert sich sogar noch daran, wie sie allein auf dem Platz standen. Bei sommerlichen Temperaturen sei das inzwischen nicht mehr der Fall. Es habe sich herumgesprochen, dass der Oettinger Stellplatz einer der schönsten Plätze sei, die man in der Region so finden könne, meinen sie.

In den höchsten Tönen lobt Roswitha Rösch aus Bad Aibling den Platz am Fluss. „Es ist uneingeschränkt wunderbar“, sagt sie sogar. Gatte Gerhard schränkt etwas ein und meint, wie einige seiner Vorredner an diesem Tag auch: „Kennzeichnungen wären gut. So, dass jeder weiß, wie er zu parken hat.“ Die Vorschläge für die Abtrennungen reichen von Blühwiesen bis zu Buschwerk oder Apfelbäumen wie es wohl in Holland üblich ist. Am besten schräg zur Wörnitz, sodass mehrere Wohnmobile nebeneinander stehen könnten. Gerhard Rösch meint sogar, dass solch ein Platz ruhig ein paar Euro kosten dürfe. „Wenn die Gebühr fünf bis acht Euro beträgt, da sagen die Leute immer noch, dass es günstig ist. Und die Stadt hat auch was dabei verdient.“

Oettingens Bürgermeister Thomas Heydecker hat die Aufwertung des Wohnmobilstellplatzes und die Idee für den Campingplatz für Zelturlauber auf dem benachbarten Gelände in der zurückliegenden Haushaltssitzung angesprochen. Für die Planungen, so sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung, habe die Stadt in diesem Jahr 20.000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Tourismusleiterin Anja Friedel sei nun damit beauftragt, einen Business-Plan für das Projekt zu erstellen. Darin sollen einige Fragen geklärt werden, darunter: Wie viele Übernachtungen sind nötig, bis sich die Investition trägt? Was zahlt man an anderen Campingplätzen? „Ganz generell gilt: Der Campingplatz muss sich selber tragen“, sagt Heydecker. Er könne sich vorstellen, besondere Übernachtungen im Schäferwagen oder in Jurten anzubieten. Das habe er selbst schon gemacht und es sei ein schönes Übernachtungsgefühl.

Wohnmobilstellplatz soll künftig nicht mehr kostenlos sein

Bezüglich der Aufwertung des bestehenden Stellplatzes meint der Bürgermeister, dass mehr Stromsäulen aufgestellt werden und Gäste über W-Lan im Internet surfen können sollen. Es gebe außerdem Überlegungen, ein Reservierungssystem über eine App anzubieten. Die Wohnmobilisten auf dem Stellplatz sollen irgendwann auch die Sanitäranlagen benutzen können, die für den Campingplatz geplant sind.

Das Projekt könnte, falls alles nach Plan laufe, schon über den Winter umgesetzt werden. Der Stellplatz soll künftig auch nicht mehr kostenlos sein. Heydecker: „Da verschenkt die Stadt Oettingen seit Jahren Geld.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von RN-Redakteurin Verena Mörzl

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