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Wahlen 2020

12.07.2019

Wohnungsmarkt: Das schlägt Rita Ortler vor

Die SPD Nördlingen hat Rita Ortler am Donnerstagabend als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl 2020 nominiert. Die 57-Jährige stellte erste Ideen, etwa zum Wohnungsbau, vor.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Die SPD Nördlingen nominiert Rita Ortler als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl. Die 57-Jährige stellt sich, ihre Werte und erste Ideen vor.

Die Nördlinger Sozialdemokraten haben Rita Ortler am Donnerstagabend als OB-Kandidatin für die Wahl 2020 nominiert. Die 57-Jährige bewirbt sich als erste Frau um das höchste Amt der Stadt. In ihrer Rede legte die SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat erste Ziele dar, die sie als Oberbürgermeisterin erreichen möchte. Offen stellte sie sich den Besuchern im Restaurant Schlössle zudem persönlich vor – und machte auch deutlich, was ihre Werte sind.

Drei wichtige Säulen gebe es für sie: zunächst die soziale Gerechtigkeit. Eine Gesellschaft sei nur so stark, wie ihr schwächstes Glied: „Wir müssen Schwächere mitnehmen.“ Die Wirtschaft nannte die Kandidatin als zweite Säule, schließlich müsse das Geld für neue Projekte irgendwo herkommen. Die dritte Säule sei für sie stets der Umweltschutz gewesen. Ihr Vater sei Landwirt im Nebenerwerb gewesen, da habe man mit der Natur gelebt. Zwischen diesen drei Säulen müsse ein Gleichgewicht herrschen, keiner könne man den Vorzug geben. Sie selbst, so Ortler, werde nach dieser Maxime und nach bestem Wissen und Gewissen handeln.

Rita Ortler kann sich einen Barfußweg für Nördlingen vorstellen

Die Sozialdemokratin, die in mehreren Nördlinger Vereinen aktiv ist, sagte, die Liebe zu Nördlingen habe sie dazu bewogen, die Kandidatur zu wagen: „Es ist eine wunderschöne Stadt.“ Allerdings gebe es Verbesserungsbedarf. Zum Beispiel, was Freizeitangebote betreffe: So kann sich Ortler einen Barfußweg vorstellen, auch den Standort Alte Bürg möchte sie stärken. In Sachen Hallenbad bevorzugt Ortler derzeit eine Sanierung, diese Lösung würde auch Ressourcen schonen. Ausdrücklich sprach sich die Mutter zweier erwachsener Kinder beim Thema Schulen für das Credo „Kurze Beine, kurze Wege“ aus und stellte sich hinter die Entscheidung für den Anbau an die Grundschule Mitte.

Wohnungsmarkt: Das schlägt Rita Ortler vor

Ausführlicher ging die OB-Kandidatin auf den Komplex Wohnungsbau ein: „Das wird die soziale Frage unserer Zeit.“ Zwar würde viel gebaut werden, doch das sei nicht für alle bezahlbar: „Ich kenne viele Leute, die sich diese Wohnungen nicht leisten können.“ Nun entstünden auf dem ehemaligen BayWa-Gelände neue Sozialwohnungen, doch die reichten nicht aus: „Wir brauchen mehr sozialen Wohnungsbau.“ Des Weiteren plädierte Ortler dafür, dass die Stadt Bauland auch günstiger verkaufe, sie spielte auf das Döderlein-Gelände an. Zwei Ideen aus anderen Städten trug sie zudem als Möglichkeiten für Nördlingen vor: Beim ersten Beispiel können Bauwillige ihre Vorstellungen für ein neues Baugebiet miteinbringen. Beim zweiten unterstützt eine Stadt junge Leute, die ältere Anwesen kaufen. Die 57-Jährige betonte: „Das sind keine Versprechungen, nur Ideen.“

Alle anwesenden Mitglieder stimmten für Ortler

Auch in Sachen Mobilität müsse sich einiges tun, Ortler forderte ein besseres Busnetz, brachte Carsharing, Ruftaxis und Bürgerbusse ins Spiel. Nördlingen habe eine engagierte, effizient arbeitende Verwaltung, sagte die Kandidatin. Die Aufgabe des Rathauschefs sei es, zu motivieren. Nach zwölf Jahren in der Kommunalpolitik wisse sie „im Groben“, um was es gehe: „Wenn ich gewählt werde, werde ich lernen, eine gute Oberbürgermeisterin, eine gute Chefin zu werden.“ Bei der Wahl kann sich Ortler der Unterstützung des SPD-Ortsvereins sicher sein: 26 von 26 anwesenden Mitgliedern stimmten für sie.

Ortsvorsitzender Thomas Stowasser hatte zu Beginn der Veranstaltung, bei der Michael Burger Akkordeon spielte, gesagt, ein OB müsse durchsetzungsstark und integrativ sein, sowie Mut haben, neue Wege zu gehen. Dem Ortsvorstand sei angesichts dieses Anforderungsprofil nur Rita Ortler eingefallen. SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr betonte: „Ich möchte miterleben, wie die erste Frau Oberbürgermeister wird.“ Ortler sei in der Stadt verwurzelt, sie wisse, wie man organisiere. Christa Schwalber, Enkelin des bislang letzten SPD-Oberbürgermeisters Johannes Weinberger, erinnerte an dessen Amtszeit. Nach einer Wahl habe ein Unterstützer ihres Opas gesagt: „Weinberger, wir haben gewonnen.“ Sie wolle nächstes Jahr sagen: „Ortler, wir haben gewonnen.“

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