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15.06.2009

"Woodstock" im Jubiläum mit Besucherrekord

Dornstadt Genau in dem Jahr, in dem sich das legendäre und namensgebende Vorbild Woodstock zum 40. Mal jährt, luden die "Waldgeister Dornstadt" zur zehnten Auflage ihres Open-Air-Festivals. Die Resonanz war enorm: am Samstagabend war die Veranstaltung komplett ausverkauft. Glück hatten die, die sich ihr Ticket schon im Vorverkauf gesichert hatten, doch Hunderte von Fans fanden an der Abendkasse keinen Einlass mehr.

Bereits am Freitag warteten die Waldgeister mit einem exquisiten Line-up auf. Als Anheizer firmierte Songwriter "Darei", der mit rhythmischem Reggae-Sound und munter wechselnden Begleitmusikern schon jede Menge Besucher vor die Bühne zog.

Es folgte die Krautrock-Legende "Guru Guru", die mit einer unverwechselbaren Synthese aus experimentellem Rock, Avantgarde, Jazz und Elektronik für Furore sorgte. Im Zentrum der stürmischen Improvisationen befand sich natürlich "Elektrolurch" Mani Neumeier, Schlagzeuger, Free-Jazz-Pionier, Alt-Hippie und Multikulti-Visionär.

Dann der Headliner des Festivals: niemand Geringeres als die Woodstock-Veteranen von "Ten Years After" gaben sich die Ehre. Bis auf Gitarrist Alvin Lee noch in Originalbesetzung ist die Gruppe ihrem unverwechselbaren Stil treu geblieben und zelebrierte ihren Bluesrock vor dem begeistert mitgehenden Publikum. Selbstverständlich durften die Top-Hits "School Girl", "Working Man" oder "Going Home" nicht fehlen.

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Wer nun mit einem gemütlichen Ausklang rechnete, sah sich getäuscht, denn "Fiddler's Green" standen noch auf dem Programm. Mit rasantem Irish Independent Speedfolk, vielen neuen Songs und einer atemberaubenden Show heizten die Jungs zum Abschluss noch einmal kräftig ein.

Viele Besucher, die in der inzwischen ordentlich angewachsenen Zeltstadt beim Festivalgelände campierten, hatten ihren Nachwuchs mitgebracht. Für den hatten die Waldgeister ein Kinderprogramm organisiert: "Ferdinand - Die Zirkusschule" bot während des gesamten Samstagnachmittags abwechslungsreiche Unterhaltung und wurde begeistert angenommen.

Musikalisches Zuckerl

Währenddessen ging es auf der Bühne weiter: "Martin C. Herberg" mit seiner Performance "Gitarren Total" war der Opener am Samstag. Ein musikalisches Zuckerl war der Auftritt von "Rainer von Vielen". Seinen Musikstil bezeichnet er selbst als "Elektro-Punk-Hop", seine Texte stellen eine Art lyrische Gesellschaftskritik dar.

"Manana Me Chanto" bestehen aus sieben Musikern aus aller Herren Länder und einem Hund, der auch auf die Bühne durfte. Mit einer bunten Mischung aus Rumba, Cumbia, Ska, Funk, Salsa, Rock, Reggae und Punk hielten sie die Stimmung hoch, ehe schon am frühen Abend der gefühlte Höhepunkt des Tages in Form von fünf Burschen aus dem Chiemgau wartete: "LaBrassBanda" brachten die Fans in kürzester Zeit zum Toben. Barfuß und in kurzen Lederhosen, nur mit drei Blasinstrumenten, Bass und Schlagzeug "bewaffnet", jedoch mit einer energiegeladenen Show und einem kraftstrotzenden Stilmix aus Funk, Soul, Mariachi, Punk, Dub, Ska, Balkan Beat und Bavarian Style brachen sie wie ein Sturm über das Festival herein.

Gar nicht leicht für den Top-Act des Abends, das Feuer am Lodern zu halten. Doch in einer routinierten Performance riss die trendige englische Independent-Gruppe "New Model Army", deren Musik von Punk-, Rock- und Folkelementen geprägt ist, die Zuhörer mit und sorgten für ein weiteres Highlight.

"La Vela Puerca", eine achtköpfige Truppe aus Uruguay, die schon bei einer "Ärzte"-Tournee als Vorgruppe agierte, wartete mit angenehmem Latino Ska Rock auf, ehe zu später Stunde mit "Orange" alte Bekannte mit "World Fusion Live Goa", einer Art multidimensionalem Musikstil, den Abend beendeten.

Den Weckruf am Sonntagmorgen nahm die zahlenmäßig größte Band, die Musikkapelle Dornstadt, mit ihrem aktuellen Programm vor. "Manana Me Chanto" wiederholten ihren Auftritt vom Vortag, bevor "Grachmusikoff", drei altgediente Bühnenkämpfer aus Oberschwaben mit kultigem Blues-Rock und witzigen Texten einen würdigen und gemütlichen Ausklang des Festivals boten.

Drei intensive Tage

Obwohl schon allgemeine Aufbruchstimmung herrschte, fanden sich bis zum Ende zahlreiche Zuhörer vor der Bühne ein, jedoch sichtlich gezeichnet von drei intensiven Open-Air-Tagen in "Freak City". Wieder einmal hat das Dornstädter Woodstock-Festival Maßstäbe gesetzt: Rekordbesuch bei tollem Wetter, ein erstklassiges Musikprogramm und beste Stimmung bei den Fans. Bei den meisten hieß es beim Abschied: Auf Wiedersehen in Dornstadt 2010.

Bei uns im Internet Zahlreiche Bilder vom Festival finden Sie unter rieser-nachrichten.de

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