Newsticker
Ämter melden 20.398 Corona-Neuinfektionen und 1013 neue Todesfälle in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Wunschbaum für Senioren: Wenn Rieser Wünsche wahr machen

Nördlingen

28.12.2020

Wunschbaum für Senioren: Wenn Rieser Wünsche wahr machen

Die Geschenke wurden in St. Vinzenz unter den großen Christbaum gelegt. Es gab sogar mehr Geschenke als Wunschzettel, sodass auch diejenigen, die keinen Wunschzettel ausgefüllt hatten, eine Kleinigkeit bekamen.
Bild: Eireiner/Ostermeier

Plus Seniorinnen und Senioren bekommen dank eines Wunschbaums Geschenke von Menschen aus der Region. Für schwierige Wünsche gab es einfallsreiche Ideen.

Manche Wünsche können Menschen nur schwer umsetzen und verschenken. Gesundheit zum Beispiel. Wie will man das jemand anderem schenken? Nun, die Menschen im Ries haben gezeigt, dass vieles möglich ist und haben älteren Personen an Weihnachten eine Freude gemacht. Und sie haben es sogar (fast) geschafft, die Liebe zu verschenken.

Für die Seniorinnen und Senioren in den Pflegeheimen war es ein schwieriges Jahr. Sie durften kaum und nur sehr reguliert Besuch bekommen. So kam die Aktion von Tanja Stark, Ramona Huggenberger und Tamara Avdic wohl genau zur richtigen Zeit. Sie initiierten den Wunschbaum für die Senioren. Am Christbaum vor der St.-Georgs-Kirche hängten sie Wunschzettel auf, die die Senioren ausgefüllt hatten.

In Nördlingen wurden sogar noch mehr Geschenke abgegeben als Wunschzettel da waren

Die Bürger konnten sich davon einen nehmen, das Geschenk besorgen und bei der Stadt Nördlingen abgeben. Und das taten die Nördlinger und Rieser, sie gaben sogar mehr Geschenke als Wunschzettel ab, wie Tanja Stark erzählt: „Manche Leute haben noch zusätzlich ein Geschenk verpackt und abgegeben, weil sie gar keinen Wunschzettel mehr bekommen haben.“

Die Menschen haben alle Wunschzettel mitgenommen

Eigentlich wollten Stark, Huggenberger und Avdic die Geschenke für die Wunschzettel, die übrig bleiben, selbst noch besorgen. „Aber es sind restlos alle Zettel weggegangen“, sagt Stark. Die Menschen hätten sich ganz liebevolle Dinge einfallen lassen und die Geschenke toll verpackt. Eine Person, die sich Gesundheit gewünscht hatte, bekam einen Brief und dazu Tees, Bonbons, Duschgel – „alles was man sich so denken kann und was der Körper brauchen kann“, erzählt Tanja Stark.

Altenpflegerin Andrea Eireiner hat das Einsammeln der Wunschzettel in St. Vinzenz und die Geschenkübergabe organisiert. Anfangs seien einige der Senioren skeptisch gewesen, schildert Eireiner. Die Wünsche, die sie hätten, seien gar nicht erfüllbar oder viel zu teuer.

Zwei Frauen wurde eine Kutschfahrt geschenkt.
Bild: Eireiner/Ostmeier

Beispielsweise eine Kutschfahrt, die eine Seniorin gerne machen würde. Eireiner redete ihr zu, eine andere Seniorin habe sich dann angeschlossen und gesagt: „Das will ich auch machen.“ Ihr Wunsch wird in Erfüllung gehen.

Sogar eine Kutschfahrt für zwei Seniorinnen ist geplant

Ein Pferdehof aus der Region mache die Aktion möglich, sagt Organisatorin Stark. Das Geschenk wurde mit einer Spielzeugkutsche verpackt.

Ein anderer Senior hat sich Bier gewünscht und das in einer schönen Holzkiste bekommen. „Die Freude war sehr groß“, sagt Andrea Eireiner. Ein anderer Wunsch war aber deutlich schwieriger zu erfüllen. Ein Senior hatte sich gewünscht, noch einmal eine Liebe zu erleben. Er bekam laut Eireiner einmal ein Notizbuch, in dem er seine schönsten Erinnerungen eintragen kann.

Ein Senior bekam einen Kasten Bier.
Bild: Eireiner/Ostermaier

Außerdem war ein Schraubglas dabei, in dem viele kleine Papierrollen mit Botschaften drin sind. Die Person, die das Geschenk machte, schrieb den Brief an „Herrn Liebe“ und wünsche ihm, dass er noch einmal eine Liebe so erlebe, wie er sie sich wünsche. Und an den Tagen, an denen er diese Liebe doch nicht spüre, solle er sich eine Botschaft aus dem Glas nehmen.

Die Mitarbeiter freuen sich mit den Senioren

Auch die Mitarbeiter von St. Vinzenz hätten beim Geschenkeauspacken mitgefiebert, die Freude der Senioren sei sehr groß gewesen. Auch in den Tagen danach hätten sie noch von ihren Geschenken erzählt, schildert Eireiner. Da Kinder und Jugendliche in Schulen auch noch Briefe geschrieben hatten, war es möglich, dass alle Menschen in St. Vinzenz eine Kleinigkeit an Weihnachten bekamen, auch die, die sich nichts gewünscht hatten.

Andrea Eireiner sagt, dass der Aufwand in den Tagen vor Weihnachten zwar mit zusätzlicher Arbeit verbunden war, damit auch alle ihre Geschenke am 24. Dezember bekommen konnten. Aber die leuchtenden Augen der Beschenkten seien den Aufwand wert gewesen. „Das nährt auch uns als Personal“, sagt Eireiner. Sie lässt von den Beschenkten ein Dankeschön an die Menschen für ihre Mühe ausrichten.

Dem schließt sich auch die Organisatorin Tanja Stark an: „Wir waren selbst überrascht, wie schön die Aktion umgesetzt worden ist.“ Und eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen: „Wir würden das nächstes Jahr gerne wieder machen.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren