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Nördlingen

20.04.2015

Zahl der Übernachtungen geht zurück

Das Hotel Klösterle war im vergangenen Jahr ein Vierteljahr geschlossen. Nach Angaben von Touristinfo-Chef David Wittner ein Grund dafür, dass die Zahl der Übernachtungen in der Stadt zurückgegangen ist.
Bild: Jan Kandzora

Touristinfo-Chef David Wittner stellt im Stadtrat die Bilanz für 2014 vor. Er sieht noch Potenzial in Nördlingen. Die Mitglieder des Gremiums auch

Der Star der Riesmetropole hat vier Pfoten, einen langen Schwanz und einen Schnurrbart. Sogar in Japan oder China ist sie bekannt – die Katze Wendelstein, die auf dem Daniel die Aufgabe hat, die Tauben zu verscheuchen. 48817 Besucher hatten Wendelstein und der Daniel im vergangenen Jahr. Und mit einem Schmunzeln meint der Chef der Tourist-Information, David Wittner: „Die Katze ist überregional bekannt. Was sie uns an Katzenfutter kostet, holt sie leicht wieder rein.“ Wendelstein, der Werbeträger. Wittner stellte in der vergangenen Sitzung des Stadtrates die Tourismusbilanz 2014 vor. Und die wies eine unschöne Delle auf.

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Denn nach vier Jahren des Wachstums ist die Zahl der Übernachtungen zurückgegangen. Zwar liegt sie immer noch bei rund 102000 – aber sie ist um 4,6 Prozent geringer als noch 2013. Besonders in den Monaten Januar bis April ist das Minus groß. Auch deshalb erklärt sich der Touristinfo-Chef den Rückgang so: „Das Hotel Klösterle war ein Vierteljahr wegen Renovierung geschlossen. Da fehlen uns 5000 Nächte.“ Auch die Zahl der Tagesgäste ging im vergangenen Jahr zurück, so Wittner. Das liege wohl an den vielen Baustellen in der Stadt.

Wittner sieht durchaus noch Potenzial für den Tourismus in Nördlingen. Gerade die Seminarreisen seien ein Bereich, der noch ausgebaut werden könnte. Ein zusätzliches Angebot wie der diskutierte Hochseilgarten passe da gut dazu. Die Saison sei sehr verdichtet von Mai bis September: „Da sind wir richtig voll.“ Die überwiegende Zahl der Besucher Nördlingens kommt übrigens aus Deutschland: 75 bis 80 Prozent. Danach folgen die Österreicher, die Italiener und die Schweizer. Rund 700 Arbeitsplätze, so schätzt der Chef der Touristinfo, hängen an den Nördlinger Gästen.

Zahl der Übernachtungen geht zurück

Vom Stadtrat gab es für Wittners Präsentation und die Arbeit seines Teams viel Lob. Doch die Redner hatten auch Anregungen. Mehrfach wurde beispielsweise auf das Thema Radtourismus hingewiesen. Dorothea Gaudernack, CSU-Fraktionsvorsitzende, schlug Ladestationen für E-Bikes am Bahnhof und in der Innenstadt vor. Sie verwies auf den CSU-Antrag auf flächendeckendes Wlan in der Innenstadt. Und sie meinte, man solle an einem zweiten Hotel für Nördlingen arbeiten. In Sachen Cittaslow sei noch Luft nach oben. Oberbürgermeister Hermann Faul antwortete, man sei beim Thema E-Bike-Ladestationen in Gesprächen mit EnBW ODR. Thomas Mittring, Fraktionsvorsitzender der Stadtteilliste, kritisierte, dass die Gäste nur 1,9 Nächte in Nördlingen bleiben. Er fragte nach einer Kurtaxe oder Bettensteuer. Zweiteres sei in Bayern verboten, antwortete Kämmerer Bernhard Kugler. Und die Kurtaxe sei nur unter bestimmten Bedingungen möglich, so Wittner.

Mittring hatte auch den Wohnmobil-Stellplatz angesprochen. PWG-Fraktionsvorsitzender Helmut Beyschlag sagte, bevor man da über eine Preiserhöhung rede, müsse erst das Angebot steigen. Rudi Koukol (Grüne/Frauenliste) meinte, man müsse schauen, wie man international mehr Anfragen generieren könne. SPD-Fraktionsvorsitzender Rita Ortler dagegen fehlte das Thema Cittaslow: „Das ist doch ein super Alleinstellungsmerkmal.“ Zudem sah sie Potenzial, dass durch die Reaktivierung der Hesselbergbahn Touristen von der fränkischen Seenplatte nach Nördlingen kommen würden. Unterstützt wurde sie dabei von Wolfgang Goschenhofer (Grüne). Oberbürgermeister Faul wiegelte ab: Im Innenministerium gebe es derzeit keine Bestrebungen für eine Reaktivierung.

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