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Wirtschaftsweise: Teil-Lockdown kaum Auswirkungen auf Wirtschaftskraft

Debatte

08.02.2018

Zankapfel Douglasie

Der Schneidt’sche Garten soll umgestaltet werden – ein strittiges Thema, wie eine Infoveranstaltung der Stadt zeigte.
Bild: Junghanns

Die Stadt informiert die Anwohner über das neue Konzept für den Schneidt’schen Garten in Nördlingen. Die äußern teils massive Kritik

Wer in Sachen Schneidt’scher Garten eine friedliche Einigung erwartet hatte, der wurde am Dienstagabend enttäuscht. Die Stadt hatte in den Gewölbekeller geladen, um die Anwohner der Grünen Oase unweit des Deininger Tors über das zu informieren, was dort geplant ist. Wie berichtet, will der Verschönerungsverein den Garten aufwerten. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres wurde das Projekt unter anderem im Bauausschuss des Stadtrates vorgestellt. Damals waren die Vertreter aller Fraktionen begeistert. Die Anlieger dagegen, allen voran Gerhard Seiler, sind von den Plänen von Kreisgartenfachberater Paul Buss nur mäßig beziehungsweise überhaupt nicht angetan.

Konfliktreich begann die Veranstaltung am Dienstagabend. Oberbürgermeister Hermann Faul reagierte auf ein Schreiben von Seiler, das auch den RN vorliegt. Darin kritisiert Seiler, dass er den Schneidt’schen Garten nicht für 250000 Euro erwerben kann, diese Entscheidung könne er betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehen. Konkret schreibt er: „Dass (fast) alle Politiker und ihre Gremien der BRD betriebswirtschaftlich nicht denken und rechnen können, beweisen sie seit Ludwig Erhardt’s Zeiten: Billionen von Schulden, niemals mehr zurückzahlbar.“ Faul ärgerte sich besonders über Seilers Formulierung, dass man alle Politiker in einen Sack stecken könne „und …!!“. Es gebe einen Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses, dass der Garten nicht verkauft werde und damit sei das Thema auch erledigt, so Faul. Seiler verteidigte sein Schreiben: Die Stadt hätte durch den Kauf 250000 Euro mehr im Stadtsäckel, er übernehme auch die Folgekosten.

Kreisgartenfachberater Buss stellte danach seine Planung vor. Die hat sich mittlerweile verändert: Zwei Nadelbäume will man stehen lassen (wie von den Anliegern im Haus der Beratung gefordert), die Aktionsfläche um 30 auf 70 Quadratmeter verkleinern. Die Douglasie allerdings will Buss nicht halten. Sie bringe für das Ökosystem nichts und sei im Weg – in Richtung Deininger Tor soll es künftig einen zweiten Eingang geben. Man ersetze den Baum aber durch zehn Mal so viel Gehölz. Seiler konnte die geplante Fällung nicht nachvollziehen. Er ärgerte sich über das gesamte Konzept: „Wer will das überhaupt haben außer den Ideengebern?“ Faul verwies auf die Beschlüsse der Stadtratsgremien.

Anwohner Christoph Eigenrauch wollte unter anderem wissen, ob der Garten auch künftig abends abgeschlossen werde. Das sicherte Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel zu. Ganz offensichtlich waren mehrere Anlieger besorgt, welches Publikum der Garten in Zukunft anziehen könnte – auch, weil unter anderem an der Aktionsfläche Bänke aufgestellt werden sollen. Lediglich Ernst Franz Schwarzer meinte, bislang habe es keine Probleme gegeben. Er störte sich aber daran, dass Hunde ihr Geschäft im Garten hinterlassen.

Gegen den neuen, geplanten Weg bezogen mehrere Anlieger Stellung. Damit zerschneide man die Wiese, auf der die Yogagruppe trainiere, monierten unter anderem Klaus Gerstmeier und Hannes Ruf. Buss argumentierte, dass es im Garten noch genügend Fläche gebe, um den Sport auszuüben. Zudem würden durch die Neuanpflanzungen auch „Gartenzimmer“ geschaffen und Blickrichtungen vorgegeben.

Rechtsanwalt Andree Wilkniß wiederholte seine Kritik an der geplanten Pergola, in der zwei Bänke Platz finden sollen. Damit könne er im Sommer sein Fenster nicht mehr öffnen, ärgerte er sich. Seiler bot wiederum an, dieses Eck des Gartens zu kaufen. Dagegen stemmte sich Schwarzer, der für sich das gleiche Kaufrecht einforderte.

Faul beendete die Debatte schließlich. Der Oberbürgermeister kündigte an, dass man sich mit den Themen Pergola und Platz für die Yoga-Gruppe nochmals auseinandersetzen werde.

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