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Stadtentwicklung

11.11.2019

„Zeit noch nicht reif“ für einen Hort in Oettingen

Der Neubau am Oettinger Kinderheim steht – bald soll derAltbau rechts saniert werden.
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Der Neubau am Oettinger Kinderheim steht – bald soll derAltbau rechts saniert werden.

Plus In Oettingen sind 2019 viele Bauprojekte angestoßen worden. Es gibt Bürger, die haben jedoch noch andere Wünsche für ihre Stadt.

So viel Geld wie im Jahr 2019 hat Oettingen noch nie für den Straßenunterhalt ausgegeben. Rund eine halbe Million Euro wurde dafür aufgewendet, um Risse zu beseitigen oder Straßen neu zu asphaltieren. Die Aufgaben und Pläne der Stadt stimmen allerdings nicht immer mit den Wünschen der Bürger überein.

Bürgermeisterin Petra Wagner stellte auf der Bürgerversammlung der Stadt am Freitagabend beispielhaft die gerichteten Straßen im Entengraben, in der Hader- und der Ledergasse vor. Und mal abgesehen davon wird in Oettingen an sämtlichen Ecken und Enden gebaggert und gebohrt. Wagner informierte die Oettinger im voll besetzten Saal der Goldenen Gans darüber, dass die Kinder im katholischen Kinderheim bereits ins neue Gebäude gezogen seien. Demnächst beginne die Sanierung des Altbaus und der Neubau der Montessori-Schule nehme Gestalt an.

Baustellenführung im Freibad für die Bürger

Zu den laufenden Projekten zählte ebenfalls das Heimatmuseum. Neue Fenster seien eingebaut worden und um den Fassadenanstrich habe man sich gekümmert, führte Wagner weiter aus. Um den Baufortschritt im Freibad zu zeigen, kündigte sie eine Baustellenführung für die Bürger an. Für das neue Gewerbegebiet Krebslache begannen die Baggerfahrer bereits mit dem Erdaushub. Als eine „sehr spannende Baustelle“ bezeichnete Wagner den ökologischen Ausbau des Augrabens.

Sie zeigte sich aber nicht nur erfreut von den vielen Baumaßnahmen. Es gebe auch immer wieder Situationen, die sie ratlos machten. Schmierereien an dem Buswartehäuschen, das im Ferienprogramm liebevoll bemalt worden sei, beispielsweise. „Das ist immer wieder bitter“, sagte Wagner. Am Friedhof lässt die Stadt die Toiletten unter anderem nur zu Beerdigungen öffnen, weil sie so schlimm hinterlassen worden seien, das keinem Personal die Reinigung hätte zugemutet werden können.

Die Bürger erfuhren auch, welche Projekte in diesem Jahr abgeschlossen wurden. Dazu zählen neue Wohnbereiche der „Diakoneo“, die Bude in Heuberg oder die Fahrgastwartehäuschen am Buswendeplatz. Auch Spielplätze seien aufgewertet worden.

Während die Weilerkapelle in Siegenhofen dank der Unterstützung von Bürgern saniert werden konnte, suche der Förderverein für die Sanierung der Kapelle in Nittingen noch Unterstützer.

Bauen mit Blick ins Ries: Im neuen Wohngebiet Kelterfeld Nord sind noch vier Grundstücke zu haben.

Noch vier freie Bauplätze am Kelterfeld Nord

Als „Verkaufsschlager“ bezeichnete Wagner das Baugebiet Kelterfeld Nord. Dort seien 38 Bauplätze veräußert worden, elf reserviert und vier noch frei. „Die letzten sechs Jahre haben wir Wohnraum für 88 Familien geschaffen“, sagt Wagner im Saal.

Nach einer Bilderpräsentation von Bettina Schramm meldeten sich die Bürger zu Wort. Bernhard Raab beschwerte sich über die Parksituation in der Königsstraße und bekam Zustimmung von einer Bürgerin. Sie forderten Maßnahmen wie ein Halteverbotsschild. Wagner schlug vor, die Parksituation im Bauausschuss noch einmal zu diskutieren und über Sperrflächen zu reden.

Angefragt wurde zudem, wo Busse halten sollen, wenn die Krone wieder öffnet. Wagner verwies auf die Parkplätze am Buswendeplatz.

Die neue Montessori-Schule in Oettingen nimmt Gestalt an. Bislang werden die Kinder in Deiningen unterrichtet.

Eine junge Frau sprach das Thema „Hort“ an. Nachdem Oettingen zu einem größeren Schulstandort würde, sehe sie Bedarf an Kinderbetreuung nachmittags oder in den Ferien. Wagner sagte, dass die Stadt den Bedarf für einen Hort zweimal abgefragt hätte und in Oettingen ländliche Strukturen herrschten. Soll heißen, dass die Großeltern sich um die Kinderbetreuung kümmerten. Wörtlich sagte Wagner: „Ich denke, dass da die Zeit in Oettingen noch nicht reif ist.“

Ein weiterer Oettinger wollte von Petra Wagner wissen, ob es ein Konzept für die Belebung der Innenstadt gebe. Wagner erklärte, dass die Verwaltung einen Fragebogen herausgegeben hatte. Darin wurde abgefragt, ob Bedarf an einem Bürgerladen in der Altstadt bestehe. Sie meinte, dass nur wenige Antworten gekommen seien und diejenigen, die an der Umfrage teilgenommen hätten, seien mit der Versorgung zufrieden gewesen. „Den Einzelhandel haben wir selbst in der Hand“, sagte Wagner schließlich. Weniger im Internet bestellen, mehr vor Ort einkaufen, war sinngemäß ihr Vorschlag. „Wir können nur hoffen, dass die Leute sich selber ein bisschen mehr in die Verantwortung nehmen“.

Zum Schluss kam die Frage auf, wie sich die künftigen Hotelgäste der Krone beschäftigen sollen. Wagner antwortete mit den Stichworten Freibad, Störche und Top-Wanderwegen. Die Natur sei hier einmalig.

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