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Weltreise

15.10.2011

Zu Hause bei Gorillas und Buschmännern

Andere Länder, andere Sitten: Beim Stamm der Mursi in Äthiopien gelten Holzteller in der Unterlippe als sexy.
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Andere Länder, andere Sitten: Beim Stamm der Mursi in Äthiopien gelten Holzteller in der Unterlippe als sexy.

Das Ehepaar Beck macht nach der großen Afrika-Tour eine Pause in Wechingen. Spannende Abenteuer erlebt

Wechingen Vor 13 Monaten brachen Herta und Werner Beck aus Wechingen zu ihrer großen Weltreise auf, die voraussichtlich sieben bis neun Jahre dauern wird. Im Februar veröffentlichten die Rieser Nachrichten einen Zwischenbericht über die Reise durch den Balkan, Iran und Arabien. Seitdem reisten die Becks durch Afrika. Bevor es im März nächsten Jahres weiter geht, legen die Eheleute derzeit eine Pause in Wechingen ein. Gleichzeitig nutzen sie die Zeit, um ihr eben erschienenes Buch über ihren Aufenthalt am Baikalsee bekannt zu machen (siehe eigenen Bericht).

Im RN-Interview berichteten Herta und Werner Beck über ihre Erlebnisse: So besuchten sie im Süd-Sudan den wild lebenden Stamm der Nuba, über die seinerzeit Leni Riefenstahl weltberühmte Foto-Reportagen veröffentlichte, und trafen den damaligen Geliebten der deutschen Fotografin und Regisseurin. Erst vom Ehepaar Beck erfuhr der heute 80-Jährige, dass sie schon 1993 gestorben war und zeigte große Trauer. Die Becks erlebten das Referendum, das den Sudan in zwei Länder spaltete, live mit und mussten sofort in Begleitung zweier Soldaten, die ihnen prompt 70 Dollar stahlen, nach Khartoum zurück fahren.

Blühendes Land

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Von dort ging es nach Äthiopien, das die Becks entgegen unserer allgemeinen Vorstellung zum großen Teil als blühendes Land und den Inbegriff von Afrika erlebten. Hier kamen sie in Kontakt mit natürlich lebenden Stämmen und trafen auch „Tellerlippen-Frauen“ der Nursi. In der Donakil-Wüste standen sie am Rand eines aktiven Vulkans. Beim Anpirschen an Elefanten drehte der Wind, der Aufpasser der Herde bemerkte sie und griff an – den anschließenden Wettlauf gewann mit großem Vorsprung der schwer bewaffnete Ranger, der die Becks beschützen sollte.

In der Salzwüste vom Lac Abbé geriet das Ehepaar in ernsthafte Gefahr zu verdursten und konnte sich gerade noch in eine Nomadenhütte retten. In Somaliland sind fast nie Ausländer unterwegs; dementsprechend wurde der Toyota Landcruiser beim Halt von Hunderten von Menschen umringt. Schließlich empfing sogar der Vize-Präsident die „exotischen“ Rieser Gäste.

In Kenia bestiegen die Becks zwei Tage lang den Mount Kenia und erlebten die afrikanische Tierwelt in voller Pracht.

Ultimatives Tier-Erlebnis

Doch das ultimative Tier-Erlebnis hatten sie in Uganda: Für 1000 Dollar ergatterten sie die seltenen Genehmigungen zu einer geführten Gorilla-Tour und durften sich einer Gruppe auf bis zu drei Metern nähern. „Es ist erstaunlich, wie ähnlich sie in ihrem Verhalten den Menschen sind“, schwärmt Werner Beck, wenn er auch mit dem imposanten Brust-Trommeln eines Silberrückens konfrontiert wurde.

Ruanda erlebten die Becks kontrovers: Einerseits ist es heute ein gut geführter Vorzeige-Staat, andererseits sind noch grässliche Spuren des Völkermordes zu sehen, bei dem vor 17 Jahren in 100 Tagen eine Million Tutsi von den Hutu erschlagen wurde. „So etwas vergisst man in 100 Jahren nicht“, sagt Herta Beck, sichtlich betroffen.

Über Burundi fuhren die beiden Rieser nach Tansania in den N’Gorogoro-Krater, wo sie das denkmalartige Grab von Professor Grzimek besuchten.

Am Lake Egasi gingen sie mit Buschmännern, von denen es in Ostafrika gerade noch 800 gibt, auf Jagd mit Pfeil und Bogen, dem einzigen Besitz dieser Eingeborenen. „Vermutlich verscheuchten wir die Paviane, auf die es die Buschmänner abgesehen hatten – so gab es nur drei geröstete Eichhörnchen“, erzählt Werner Beck. In Dar es Salaam stellten die Becks schließlich ihren unverwüstlichen Toyota Landcruiser, der sie bislang 55000 Kilometer weit gebracht hat, unter und flogen zurück in die Heimat.

Im März geht es weiter

Im März 2012 geht es weiter. Die Route soll dann durch alle Länder im südlichen Teil Afrikas führen; außer durch die Demokratische Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik, wo ständig Kriege drohen. (hum)

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