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Akkordeonclub

18.06.2015

Zünftige Märsche und rockige Melodien

Die Zuschauer geizten nicht mit Beifall beim Jahreskonzert des Akkordeonclubs Oberes Kesseltal in Amerdingen,
Bild: Martin Strauß

Zuschauer danken mit anhaltendem Applaus für abwechslungsreiches Programm

In der gut gefüllten Turn- und Festhalle Amerdingen gab der Vorsitzende des Akkordeonclubs, Martin Strauß, zunächst einen allgemeinen Überblick, wie sich die Arbeit des Vereins derzeit verändere. Die Kleingruppe, eine Formation mit Akkordeons und Schlagzeug, alles routinierte Spieler und Spielerinnen, machte dann den Start mit einer Melodie von A. Pestalozza - „Ciribiribin“, die leicht, locker, lebhaft und streng rhythmisch vorgetragen wurde.

Es folgte „Ballade pour Adeline“ von Paul de Senneville. Aus einer einfachen Melodie entwickelte sich hier ein immer dichter werdender mehrstimmiger Satz von beachtlicher Dynamik. Ganz anders klang Waldir de Azevedos „Amorada“, die im Stil und Sound einer Bigband interpretiert wurde. Nun folgte der Ohrwurm „Oh Happy Day“, ein Traditionel, bei dem sich die Instrumente jeweils die Melodie zuwerfen und daraus einen lebhaften Melodienstrauß binden. Als Schlusspunkt war „Feuerwerk“ von Otto Eckelmann angesagt. Hier kam man sich vor wie in eine Zirkusarena versetzt mit all ihren Attraktionen und Schwierigkeiten. Ein Beifallssturm brach los und die Kleingruppe bedankte sich mit Melodien aus „Hello Dolly“, einem Musical von Jerry Herman. Hier handelte es sich um eine selten gehörte Fassung für Akkordeonorchester, bei der es die Zuhörer förmlich mitriss.

Das Akkordeon-Ensemble der Antonio-Rosetti-Musikschule Wallerstein bot eine Überraschung, ein Medley von Ennio Morricone mit Teilen der Filmmusik aus „Once Upon a Time“, einer TV-Serie über eine geheimnisvolle Stadt, in der die Bewohner Märchenfiguren sind.

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Aus einer ganz anderen Musikwelt stammt „Anatevka“ von Jerry Bock, die den Milchmann beschreibt, der mit seinem Schicksal hadert und Gott seine selbst erdachte Lösung anpreist. All die damit verbundenen Empfindungen brachte das Akkordeon-Ensemble unter der Leitung von Veronika Eisenbarth mit einer überzeugenden Interpretation in die Herzen der Hörer.

Der Gospelchor „Sing@Life unter Leitung von Udo Knauer eröffnete seinen Auftritt mit „Reaching Heaven with our song, binding everything that’s wrong“ von Tore W. Aas. Sehr beeindruckend war hier die Geschlossenheit im klanglichen Ausdruck. Ein anderes Klangbild vermittelte „With thanksgiving in your heart“. Hier dominierte die ausgeprägte, vom Saxophon noch unterstützte Wortrhythmik; besonders die Wortwiederholungen, die nach innen führen zur Gegenwart des Heiligen in uns. Nach der Pause kam mit Berthold Engels „Lets have a good time“, in Begleitung von Klavier und Saxophon, ein richtiger Freudentanz der Stimmen, bei dem die Hörer so richtig mitschwangen. Das anschließende, von Nico Schlenker 2008 komponierte „I‘ve Got A Reason“ war geprägt von einer geschlossenen Stimmführung und breiter Dynamik. Mit „You are my hiding place“, von Michael Ledner, und „Lord reign in me“, von Brenton Brown, wurden noch zwei Sätze der Verinnerlichung zu Gehör gebracht.

Ein sehr erfreuliches Ereignis ist die langjährige Treue zum Akkordeonclub Oberes Kesseltal, für die Sandra Pfister nach 20 Jahren und Kathrin Schick sowie Martina Kotz nach je 25 Jahren durch die Vorstandschaft geehrt wurden.

Das Hauptorchester unter der Leitung von Helga Ulrich ging es mit „Unter dem Doppeladler“, von J.F.Wagner, einem zünftigen Marsch, gleich richtig schwungvoll in die Tasten. Hier wurde das Spiel einer Militärkapelle nachgebildet. Vom Trompetenklang bis zu Tuba und Klarinette war alles deutlich hörbar. Der Sound wechselte bei „Halleluja“, von Leonhard Cohen, hin zum großen Unterhaltungsorchester. Satter Streicherklang, Harfe, Blechbläser und die Stimme der Flöte mit Akkordeons imitiert, waren ein Hörgenuss. Doch das wurde noch überboten mit „Donna Vatra“, einem Tango von Otto Köpping, Tango-Serenade 1927. Geboten war Tango satt mit seiner Dramatik und prägenden Mollpassagen, scharf im Rhythmus, dicht in der Stimmung - dann zum Kontrast eine weite Öffnung mit weichen Melodien im Mittelteil und der Rücksprung in die harte, abgesetzte Spielweise.

Für den Schluss wurde „A little bit of Queen“, ein Medley, ausgewählt. Auch hier großer Orchesterklang mit deutlich dominantem Schlagzeug. Es ging schrittweise durch die bekannten Melodien von Queen und das Hauptorchester erwies sich als wahres Klang-Chamäleon - man kann nur sagen ein hörenswerter Klangkörper mit Präzision. Tosender Beifall war die Antwort der Konzertbesucher.

Als erste Zugabe entschied sich das Akkordeonorchester für „Go West“ von Morali, Belolo, Willis. Es ging gleich mit einem breit angelegten Forte ins Zeug. Aber genauso gut beherrscht wurden die Piano-Stellen und die feineren Solostimmen.

Besondere Anerkennung verdient der Schlagzeuger Franz Bahmann, der mit bestem Einfühlungsvermögen das Klangbild perfekt abrundete. Durch den dann folgenden Beifall angespornt, folgte die zweite Zugabe „ We are the Champions“, ein Lied der Rockband Queen. Hier lief das Orchester nochmals zu Hochform auf und entließ die Zuhörer entspannt und gut gestimmt auf den Heimweg. Das begeisterte Publikum dankte mit lange anhaltendem Beifall.(hsl)

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