Nördlingen

29.01.2018

Zurück in der Heimat

Benjamin Beck wird neuer Stadtpfarrer in Nördlingen.
Bild: zisc

Benjamin Beck tritt die Nachfolge von Paul Erber als Nördlinger Stadtpfarrer an, der wegen des Missbrauchsskandals in Ruhestand versetzt wurde.

Pfarrer Benjamin Beck verlässt seine Pfarreiengemeinschaft in Altenstadt an der Iller und kommt ins Ries: Diese Nachricht hat die Gottesdienstbesucher in Sankt Salvator am Sonntag erreicht  – und sie kam für viele überraschend. Der Augsburger Bischof Dr. Konrad Zdarsa hatte die Neuigkeit, dass Beck Stadtpfarrer in Nördlingen und Leiter der dortigen Pfarreiengemeinschaft wird, den Gläubigen im Zuge seiner Pastoralvisitation in Nördlingen übermittelt.

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Bereits am 25. Februar wird Beck seinen Dienst in Altenstadt beenden, ab 1. März soll er das Amt in Nördlingen antreten. Thomas Kleinle, derzeit Kaplan in Illertissen, soll Becks Nachfolger werden, hieß es vom Bistum Augsburg. Bischof Konrad Zdarsa sei Anfang Januar auf ihn zugekommen und habe ihn gebeten, die Aufgabe in Nördlingen zu übernehmen, sagt Beck im Gespräch mit unserer Zeitung. Hintergrund seien die Missbrauchsfälle um den ehemaligen Stadtpfarrer und Dekan Paul Erber: Jener hatte, wie berichtet, Anfang November zugegeben, sich an einem Minderjährigen vergangen zu haben und war danach in den Ruhestand versetzt worden. Danach hatten noch weitere mutmaßliche Opfer Vorwürfe gegen Erber erhoben, die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt.

Bischof Konrad Zdarsa betont: „Es war mir ein vorrangiges und persönliches Anliegen, der Pfarreiengemeinschaft und auch den Gläubigen so schnell wie möglich wieder einen neuen Stadtpfarrer zur Seite zu stellen.“ Er sei Pfarrer Beck sehr dankbar, dass er seinem Wunsch nachgekommen ist, diese herausfordernde Aufgabe zu übernehmen und ins Ries zu wechseln. „Ich bin der festen Überzeugung“, so der Bischof, „dass es nun mit einem jungen, engagierten und sehr motivierten Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft wieder gut weitergehen kann.“

Beck habe sich nach kurzer, aber eingehender Bedenkzeit entschieden, dem Wunsch des Bischofs nachzukommen, sagt er selbst. „Es tut mir schon von Herzen leid und die Umstände für meinen Stellenwechsel sind sicherlich außerordentlich“, so Beck über seinen Abschied aus Altenstadt. Dort sei er nicht angetreten, um die Pfarreiengemeinschaft nach dreieinhalb Jahren zu verlassen. Doch in Nördlingen herrsche „Ausnahmezustand“ und er hoffe auf Verständnis für seine Entscheidung. Beck, der im September 2014 seine Stelle in Altenstadt angetreten hatte, kehrt als Stadtpfarrer von Nördlingen zurück in seinen Heimatlandkreis Donau-Ries – der 37-jährige Geistliche stammt aus Donauwörth und ist dort aufgewachsen. 2008 wurde er in Augsburg zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Bobingen und Weilheim war er Sekretär und Zeremoniar von Bischof Dr. Konrad Zdarsa. Beck freut sich, in seinen Heimatlandkreis zurückkehren zu dürfen: „Die altehrwürdige Stadt Nördlingen ist mir schon seit meiner Kindheit vertraut“, sagt er. „Ich stelle mich gerne zur Verfügung, um nun mit den Nördlingern gemeinsam einen guten Weg in die Zukunft zu gehen.“ Mit dem Amt des Stadtpfarrers habe ihm Bischof Zdarsa eine große Herausforderung anvertraut. „Ich werde mich bemühen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen.“ In den nächsten Tagen werde er Kontakt mit den kirchlichen Mitarbeitern aufnehmen und dann sicher auch einen Besuch zur Vorbereitung des Umzugs ins „schöne Nördlingen“ machen, teilte Benjamin Beck auf Nachfrage der RN mit. zisc, pm, RN

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