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Freiwilligendienst

08.08.2018

Zwei junge Rieser brechen in besonderer Mission nach Chile auf

Am Sonntag fliegen sie für knapp ein Jahr nach Chile: Daniella Landes (mitte) wird zusammen mit Alfons Seel (rechts) nach Los Àngeles gehen.
Bild: Daniel Dollinger

Alfons Seel und Daniella Landes arbeiten ein Jahr lang an einer Schule in Chile. Was sie im Vorfeld beachten mussten und was sie dort nun erwartet.

Lange haben sie auf diesen Tag gewartet, haben sich in vielen Seminaren fortgebildet und sich darauf vorbereitet. Nun ist der Tag gekommen. Am Sonntag fliegen Alfons Seel und Daniella Landes aus dem Landkreis Donau-Ries nach Los Ángeles (Chile), wo sie für knapp ein Jahr an einer Schule für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger oder körperlicher Behinderung arbeiten werden. Organisiert wird das vom Verein Sternenkinder, in Zusammenarbeit mit dem Bistum Augsburg.

Ein Jahr in Chile: Zwei junge Rieser wissen schon, was auf sie zukommt

Seit mehr als 20 Jahren unterstützt der Verein das Projekt in Südamerika, im Jahr 1998 wurde die Schule in Los Ángeles mit Spendengeldern gebaut. Diese hat sich über die Jahre hinweg immer weiterentwickelt, sagt der Vorsitzende des Vereins, Manfred Steger. „Wir haben unter anderem einen Speiseraum, eine Gärtnerei und eine Werkstatt errichtet, zudem bieten wir eine Reittherapie an.“ Das neueste Projekt ist ein Café, das von Menschen mit Behinderung betrieben wird. Rund 150 Schüler werden dort betreut. Die Praktikanten, die von Deutschland aus nach Chile geschickt werden, sollen die Lehrkräfte unterstützen.

Für Daniella und Alfons begannen die Vorbereitungen auf ihre anstehende Zeit in Südamerika bereits im vergangenen Jahr. Bis Mitte Oktober 2017 mussten sie ihre Bewerbungsunterlagen abgeben, im November absolvierten sie ein Orientierungsseminar und im Dezember führten die beiden ihre Bewerbungsgespräche. In weiteren Seminaren und Gesprächen mit den aktuellen und ehemaligen Praktikanten haben die beiden erfahren, was sie in Chile erwarten wird. „Das hat mir sehr geholfen“, sagt der 21-jährige Alfons.

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Wie Daniella hat er in diesem Jahr sein Abitur an der Fachoberschule gemacht. Für ihn war klar, dass nach der Schulzeit ein Tapetenwechsel sein muss. „Ich war lange genug in der Schule. Jetzt wollte ich etwas Sinnvolles machen, das mich erfüllt“, sagt er. Ein wenig Respekt hat der 21-Jährige noch vor der Sprachbarriere: Er lernt seit knapp acht Monaten Spanisch. „Bei der Konjugation tue ich mir schon leichter, und ich denke mal, dass mir zumindest die Grundlagen gelingen werden. Und vor Ort kann ich dann intensiv lernen“, sagt er zuversichtlich.

Außerdem ist die Frau des Schulleiters vor Jahren aus Schmähingen nach Los Ángeles ausgewandert und könne bei Kommunikationsproblemen helfen. Da muss sich Daniella Landes hingegen kaum Sorgen machen. Die 19-Jährige spricht Spanisch und kennt das Land. Denn: ihre Mutter ist gebürtige Chilenin. „Ich war schon einige Male dort. Jetzt bin ich aus Zufall auf das Angebot gestoßen“, sagt sie. Sie möchte sich sozial engagieren, das Land noch besser kennenlernen und anhand der Unterschiede zu Deutschland auch sehen, „wie gut man es hier eigentlich hat“.

Freizeit in Chile: Auch reisen wollen die beiden jungen Leute

In welchen Positionen und Gruppen die beiden Freiwilligen tätig sein werden, wissen sie auch schon. Im Bewerbungsschreiben, das der Schulleiter in Los Ángeles gelesen hat, mussten sie über ihre Hobbys und Interessen berichten. So weiß der 21-jährige Alfons bereits, dass er die Küchengruppe unterstützen wird, Daniella wiederum wird Kinder betreuen, die schwerstbehindert sind. Das bedeutet, dass sie die Kinder füttern wird und ihnen die Windeln wechselt.

Daniella und Alfons sind zwar ihren Gruppen festzugeteilt, kommen aber trotzdem mit den anderen Kindern in Kontakt. „Wir müssen Pausenaufsichten übernehmen, da lernen wir dann alle Gruppen kennen“, sagt die 19-Jährige. Um sich auf die verschiedenen Aufgaben, die ihn erwarten, einzustellen, hat Alfons zuletzt ein dreiwöchiges Praktikum in der Förderschule in Möttingen gemacht.

Aufwendig sei derweil die Vorbereitung auf das Auslandsjahr gewesen. Die beiden Jugendlichen mussten ihre Flüge selbst suchen, mussten sich um Kreditkarte und eventuell notwendige Impfungen kümmern und vieles mehr im Vorfeld erledigen. „Von den aktuellen Praktikanten haben wir eine Merkliste bekommen, was wir wann machen sollten“, sagt Daniella. Genauso haben die ihnen erzählt, welches Inventar in der Wohnung ist. Denn gemeinsam mit einem dritten Freiwilligen leben Alfons und Daniella dann in einer Wohngemeinschaft in der Nähe der Schule.

Das bedeutet: Selbst putzen, selbst kochen. Doch die Freizeit soll nicht zu kurz kommen. Während der Schulferien, die rund zwei Monate dauern, wollen sie das Land bereisen und haben bereits verschiedene sehenswerte Orte auserkoren. „Chile hat alles zu bieten. Schnee, aber auch Strand oder Wüste“, sagt Daniella.

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