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Kommunales

14.09.2019

Zwischen Wiesenbrüter und Spielplatzprüfung

Die Wiesenweihe liebt Getreide und kilometerweite Ebenen – das Ries ist ideal für den Raubvogel.
Bild: Bauer

Geografin referiert in Ehingen am Ries. Gemeinderat teilt mit, dass der Astmaterialplatz geschlossen wird

Mit einem Vortrag der Gebietsbetreuerin Nördlinger Ries, Diplom-Geografin Judith Kronberg hat die Sitzung des Gemeinderats Ehingen am Ries begonnen. Es ging ihr um die Population der Wiesenbrüter, nur noch knapp 50 Paare dieser Art brüten in Rieser Wiesengebieten. Als typische Offenlandbewohner benötigten Wiesenbrüter Flächen, die eine guten Überblick böten. Gebiete, in denen Hecken oder Bauwerke die Sicht versperren, werden nicht besiedelt. Judith Kronberg setzt sich sehr engagiert für ihre Schützlinge, allen voran Wiesenweihe und Kiebitz, ein. Sie warb darum, den Baumbewuchs entlang der Seegräben im Vogelschutzgebiet „Heuberger Wiesen“ deutlich reduzieren zu dürfen. Sie fand bei den Räten offene Ohren für ihr Projekt, unter der Vorgabe, auch die Bevölkerung über die Wichtigkeit und den Nutzen der Maßnahmen zu informieren, bevor der Eingriff in die Natur (ca. 20 Bäume sollen „entnommen“ werden) erfolgen soll.

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Einen weiteren großen Teil des Abends nahmen die Beschlüsse ein, die im Nachgang zu den Ergebnissen der Spielplatzprüfung, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte, getroffen werden mussten. Lange wurde diskutiert, ob man am Bolzplatz Belzheim einen Zaun anbringen müsse oder ob nicht auch Hinweisschilder genügen würden. Letztlich wurde entschieden, dort vorerst auf eine Einzäunung zu verzichten.

Anders als beim Bolzplatz in Ehingen, wo wohl ein Bauzaun eine praktikable Lösung wäre. Hier wurde die Verwaltung beauftragt, bis zur nächsten Sitzung Angebote einzuholen, genauso wie für den Kinderspielplatz in Belzheim, dort als Einfriedung zur Ortsstraße hin. Hier war bei der Prüfung auch der Sandspielplatz ein Stein des Anstoßes gewesen, weil er zu nah an einem Klettergerüst platziert wurde und für spielende Kinder eine Gefahr darstellen würde. Das Gremium einigte sich darauf, „etwas weiter weg eine Grube für Kleinkinder“ anzulegen ohne eine stationäre Anlage, „wo ja eh gleich wieder der Sand über die Begrenzung geschafft“ würde, zu installieren. Beim Tagesordnungspunkt 7 (Beschluss über das Aufstellen von Verkehrsschildern an den Bolzplätzen) herrschte wahlweise Verärgerung oder Belustigung im Rat, weil man sich hier einen unnötigen Schilderwald anschaffe, der dann doch nicht recht viel bringen würde. Doch man war sich auch einig, dass man die Vorgaben erfüllen müsse.

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Bei der Berufung der Gemeindewahlleiter nebst Stellvertretern folgte der Gemeinderat ohne Diskussion den Vorschlägen von Bürgermeister Erhard Michel: Ingrid Wiedenmann wird Wahlleiterin und Michaela Sperl deren Stellvertreterin.

Die Asphaltierung der Riedmühlbrücke war ein weiteres Thema, wobei man zu beklagen hatte, dass es immer schwieriger bis unmöglich werde, für solch kleine Aufgaben von Dienstleistern überhaupt Angebote zu bekommen. Deshalb wurde das einzige Angebot eines Fremdinger Unternehmens (Kosten: knapp 5000 Euro) ohne Diskussion angenommen. Auch die sofortige Widmung des Stichweges im Baugebiet Urleswiesen wurde einstimmig beschlossen.

Zum Schluss der Sitzung wurde bekannt gegeben, dass der Ehinger Astmaterialplatz mit sofortiger Wirkung mangels Auslastung geschlossen werden muss. Alle betroffenen Bürger werden gebeten, anfallendes Astmaterial dann zum Recyclinghof Oettingen zu bringen.

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