Sie war komplett ausverkauft, die Mehrzweckhalle der Maria-Ward-Realschule in Wallerstein. Im Rahmen der Rieser Kulturtage gastierte dort auf Einladung des Fördervereins der Schule die Augsburger A-Cappella-Formation „Cash-n-go“ und bot den rund 180 Besuchern ein ebenso unterhaltsames wie mitreißendes Konzert.
Bekanntlich kommen A-Cappella-Bands ohne Instrumente und ausschließlich mit ihren Stimmen aus, lediglich Basis-Rhythmen können über einen „Looper“ eingespielt werden. So halten es auch die sechs Musiker von „Cash-n-go“, die mit dem Titelsong aus „The Greatest Showman“ ins Programm starten. Danach präsentiert Sängerin Christina Bianco (kein Künstlername!) bei Alice Mertons „No Roots“ und „Top of the World“ von den Carpenters ihre ersten Soli. Zwischen den einzelnen Songs erfolgen launige Moderationen, die zu einem guten Teil improvisiert sind. Dies verleiht dem gesamten Auftritt eine erfrischende Lockerheit, was durch das gekonnte Spiel mit dem Publikum noch verstärkt wird.
Vokal-Sextett zeigt Vielseitigkeit mit Show-Einlagen
In seinem umfangreichen Repertoire beschränkt sich das renommierte Vokal-Sextett nicht auf das möglichst originalgetreue Absingen bekannter Lieder. Vielmehr werden eigene und teils eigenwillige Arrangements und Interpretationen kreiert, was bei Nathan Evans‘ „Wellerman“ und bei Lee Majors‘ „Unknown Stuntman“ beispielsweise zum Ausdruck kommt. Für stimmungsvolle Abwechslung sorgen ein Bossanova-Medley, bei dem jeder einzelne Sänger seinen speziellen Part erhält, sowie diverse Show-Einlagen, etwa der die witzige Persiflage auf Joopi Heesters („Man müsste Klavier spielen können“).
Seit nunmehr 24 Jahren stehen „Cash-n-go“ gemeinsam auf der Bühne. Diese lange Zeit ist sicherlich ein Grund dafür, dass der Auftritt sehr harmonisch, sehr aufeinander eingespielt wirkt und die Stimmen von Christina Bianco (Sopran), Thomas Haala (Countertenor), Wayne Wegener (Tenor und musikalischer Kopf), Thomas Steingruber (Bariton), Markus Schmoll (Bass) und Julian Rivera-Dempf (Tenor) perfekt aufeinander abgestimmt sind. Ihre Musik betreibt die Band dennoch ausschließlich als Hobby, nur rund 25 Auftritte im Jahr werden absolviert.
Publikum feiert Medley aus 86 Welthits im zweiten Showteil
Im zweiten Teil des Abends ziehen „Cash-n-go“ noch einmal alle Register ihres musikalischen Könnens. Bei Carl Douglas‘ „Kung Fu Fighting“ steht er Protagonist als Ninja-Kämpfer auf der Bühne, ehe Joe Dolces „Shaddap You Face“ mit Hilfe der Besucherinnen und Besucher intoniert wird. Ein Bügelbrett kommt bei „Das Model“ der gruppe Kraftwerk als ausgefallenes Instrument zum Einsatz, in der ironischen Hoffnung, „dass die A-Cappella-Polizei dies nicht entdeckt“. Höhepunkt der absolut mitreißenden Show ist schließlich ein Medley aus nicht weniger als 86 Welthits, die mit den immer gleichen vier Akkorden in sekündlich wechselnder Folge gesungen werden – von Elvis Presley bis Robbie Williams, von Bon Jovi bis U2, von Adele bis Shakira ist nahezu alles dabei.
Zum Abschluss wird mit Queens weltberühmter „Bohemian Rhapsody“ ein gesangstechnisch besonders anspruchsvolles Stück dargeboten, entsprechend euphorisch werden „Cash-n-go“ vom begeisterten Publikum mit minutenlang anhaltendem Applaus im Stehen gefeiert. Mit Edith Piafs „Non, je ne regrette rien“ und Hubert von Goiserns bewegendem „Füa di“ gibt es zwei stimmungsvolle Zugaben, ehe dieser wirklich großartiger Konzertabend seinen endgültigen Abschluss findet.
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