Wenn der Wunsch nach Anschaulichkeit auf Freude am Bauen trifft, dann entstehen Modelle, die selbst einem Laien eine Vorstellung von einer komplexen Technologie geben. Genau das geschieht in der Zusammenarbeit von NQ-Anlagentechnik in Alerheim-Rudelstetten und dem AWO-Therapiezentrum Schloss Cronheim in Gunzenhausen. Konkret geht es um Biogasanlagen.
Die baut NQ-Anlagentechnik seit fast 30 Jahren und entwickelt die Technologie innovativ weiter. Die Modellbauwerkstatt in Cronheim ist ein Arbeitsangebot für die Bewohner des Schlosses, Menschen mit Suchtproblemen. Gesucht und gefunden hat die Modellbauer Christian Quirrenbach, der Gründer und Geschäftsführer von NQ-Anlagentechnik. Das erste Modell einer Biogasanlage wurden 2015 gebaut, mit einem Arbeitsaufwand von etwa 500 Stunden, wie berichtet wird. Dieses Modell erinnert in seiner detaillierten Ausgestaltung an die Anlagen von Modelleisenbahnen. Es gibt Häuser und Bäume, Menschen und natürlich alle Einrichtungen, die rund um eine Biogasanlage nötig sind. Einer der Gasbehälter ist geöffnet, so dass man sein Innenleben sehen kann. Das neueste Modell zeigt die neueste Technologie, nämlich eine Biomethananlage. Das Modell wirkt noch etwas „roh“, Details im Umfeld fehlen, es dominieren die Bestandteile der Anlage. Es war diesmal ein enger Zeitplan für die Werkstatt, das Modell wurde erstmalig im Dezember auf der Biogasconvention in Nürnberg gezeigt. Vielleicht wird ja noch nachgestaltet, bevor das Modell wieder auf Reisen geht.
Biogasmodelle wecken Neugier von Messebesuchern
Etwa viermal im Jahr werden Modelle auf einer Messe gezeigt, beispielsweise auch in Hannover. Es gibt speziell gefertigte Transportbehälter, am Messestand wird das Modell durch eine Plexiglashaube geschützt. Die Modelle machen die Besucher neugierig, laden ein zum Verweilen und Ansehen und führen häufig auch zu einem Verkaufsgespräch, berichtet Christian Quirrenbach. Ziel erreicht also. Wichtig ist ihm, dass die Modelle jeden einzelnen Bearbeitungsschritt zeigen und gleichzeitig einen Eindruck von der Gesamtanlage vermitteln. Das sei vor allem für die Schulungen beispielsweise von Betreibern wichtig. Die Modelle enthalten häufig auch zusätzliche Details, beispielsweise eine Pistenraupe. Als „Maisraupen“ dienen sie zum Schieben und Verdichten von Maissilage.
Die Modelle entstehen im Maßstab 1:87, das entspricht H0 bei Eisenbahnen. Die Ingenieure von NQ-Anlagentechnik erstellen die detailgenauen Zeichnungen für die Cronheimer Werkstätten. Diese fertigen alle Teile des Modells selbst, unter anderem auch mit 3D-Druckverfahren. Nur die Fahrzeuge, wie etwa die Maisraupe, werden zugekauft. Leiter der Werkstätten ist Gerhard Hertlein, für den Modellbau ist Thomas Heigl verantwortlich. Beide sind Handwerker, der eine Schreinermeister, der andere Zimmerer. Die Mitarbeiter in den Werkstätten werden angelernt.
Nach der Fertigstellung des neuesten Modells war jetzt die Zeit gekommen für die Cronheimer, sich das Unternehmen NQ-Anlagentechnik einmal genauer anzusehen und etwas über die Bauteile und Abläufe zu erfahren, die am Ende eine Biogasanlage ergeben. Nach einer Werksführung gab es mithilfe der Modelle eine ausführliche Erläuterung zur Entwicklung der Biogastechnologie von Geschäftsführer Christian Quirrenbach. Die drei Mitarbeiter der Cronheimer Werkstatt, die beim Besuch dabei waren, haben an allen Modellen mitgearbeitet. Die Arbeit, die so viel Detailtreue benötigt, würde ihnen sehr viel Spaß machen, erzählen sie. Wie wertvoll ihr Produkt für den Auftraggeber ist, das konnten sie bei diesem Besuch nachdrücklich erleben.
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