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Bronzeschwert steht ab sofort als Höhepunkt im Stadtmuseum Nördlingen

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3400 Jahre altes Bronzeschwert ist jetzt in Nördlingen zu sehen: „Wird viele Besucher beeindrucken“

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    Das Bronzeschwert ist ab jetzt im Nördlinger Stadtmuseum zu sehen.
    Das Bronzeschwert ist ab jetzt im Nördlinger Stadtmuseum zu sehen. Foto: Jan-Luc Treumann

    Im Nördlinger Stadtmuseum steht jetzt ein Grab. Nicht im Keller, wo man ein Grab vielleicht erwarten würde, sondern im obersten Stockwerk. Es ist ein stilisiertes Grab, denn dieser schwarze Kasten ist genau genommen eine Vitrine. Darin befindet sich das Objekt, auf das vor drei Jahren Fachleute und Interessierte weltweit geblickt haben. Nun aber sind es die Nördlinger und Rieser, die gespannt auf diese Waffe blicken: das 3400 Jahre alte Bronzeschwert von Nördlingen. Denn das ist ab sofort im Stadtmuseum zu sehen.

    Ehrengäste, alte und neue Stadträte, Angehörige der städtischen Museen: Sie alle durften dabei sein, als das Schwert an seinem neuen Standort enthüllt wurde. Was das für ein besonderer Tag war, machte OB David Wittner deutlich: Es gebe Momente, in denen Geschichte plötzlich ganz nah komme, „Momente, in denen wir nicht nur über Vergangenheit sprechen, sondern ihr gewissermaßen direkt begegnen“. Denn das Schwert erzähle mit erstaunlicher Klarheit von der vergangenen Welt. Wittner verwies auf die Verbindung, die solche Funde bis heute darstellten: Denn es sei dieselbe Landschaft, in der die Menschen früher gelebt, geliebt, getrauert und ihre Toten bestattet hätten. Man benötige den Boden heute für Wohnen, Infrastruktur, sollte aber erst vorhandene Flächen nutzen und dürfe nicht vergessen, auf welch geschichtsträchtigem Boden man sich befinde.

    Bronzeschwert wird in Nördlingen im Stadtmuseum präsentiert

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    Das Bronzeschwert von Nördlingen wurde zurückgebracht.
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    13 Bilder
    Das 3400 Jahre alte Bronzeschwert wird in Nördlingen ausgestellt. Unsere Redaktion hat die Rückkehraktion begleitet.

    Wittner ging darauf ein, wie das Bild des Schwerts vom Archäologiebüro Woidich um die Welt ging und es so geglänzt habe, weil man mit einem speziellen Mittel Erde und Schmutz entfernt habe. Da hakte Dr. Manfred Woidich in der ersten Reihe ein: „Es war nur Wasser.“ Wittner stutze kurz und musste dann doch lachen: „Es war einfach nur aufgesprühtes Wasser.“

    Stadtmuseumsleiterin Andrea Kugler leitete durch den Abend und versuchte, den Beteiligten Details zu entlocken. Etwa, ob Woidich Angst vor Grabräubern gehabt habe. Das verneinte Woidich aber: „Ich hatte keine Angst, dass was passiert.“ Das Firmengelände sei abgesperrt gewesen - dennoch hätten sie den Fund schnell loswerden wollen.

    Valesca Mayer sagt: „Das Schwert ist, wo es hingehört“

    Dr. Johann Friedrich Tolksdorf vom Landesamt für Denkmalpflege schilderte, wie er vom Schwert erfahren habe: „Wir bekamen vorab Fotos, schnelle Handyfotos vom Gelände, ohne Betreff. Man klickt auf das Foto und denkt sich: ‚Aha, da kommt was Besonderes auf uns zu.‘“ Die erste Frage, die man sich stelle, sei: Woraus besteht es denn? „Archäologie ist die Kunst, aus Materie Geschichte zu erschaffen und zu rekonstruieren.“ Tolksdorf erzählte von den Untersuchungen und der detailverliebten Verarbeitung mit den Kupfereinlagen im Griff.

    Mit Valesca Mayer war auch eine Vertreterin der Eigentümerfamilie vor Ort und gab zu, dass es nicht schön sei, wenn Bauarbeiten durch Funde verzögert würden. „Auf der anderen Seite hat es uns versöhnt, dass so ein außergewöhnliches Stück auf unserem Grund und Boden gefunden wurde.“ Dass das Schwert nach Nördlingen gehöre, sei keine große Frage gewesen, ihr Vater sei mit der Region verbunden, stamme aus Asbach-Bäumenheim: „Wir haben gesagt, das Schwert ist, wo es hingehört. Da ist ein Mensch mit diesem Schwert beerdigt worden, das hatte bestimmt einen Sinn.“ So schließe sich der Kreis.

    „Dieses Schwert wird viele Besucher beeindrucken“, sagt OB Wittner

    Doch mit dem Fund allein war es nicht getan, denn schließlich muss der entsprechend präsentiert werden, gab Dr. Viktoria Färber vom Stadtmuseum Einblick in die Planungen: Im August 2025 zeichnete sich ab, dass der Fund ins Museum komme - samt den Grabbeigaben. „Es war klar, dass wir das Schwert nicht nur isoliert, sondern den ganzen Fundkomplex darstellen.“ Also wurde die Bronzezeit-Ausstellung modernisiert, mit mehr Infotafeln versehen. Die Vitrine befindet sich nach dem Treppenaufgang in der Mitte des Raumes. Alles musste geplant werden, ohne dass das Museumsteam die Objekte überhaupt live gesehen hatte: „Wir mussten mit Fotos arbeiten.“ Die Arbeiten im Museum waren nur durch eine Spende von Woidich über den Historischen Verein möglich. Die Vitrine gestaltete das Büro Neon Pastell. Für Inhaber Thomas Sisto war es eine ehrfürchtige Aufgabe, denn man vergesse vor dem Sensationsfund gerne mal, dass man es mit einem Grab zu tun habe.

    Dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: Wittner und Mayer enthüllten das Schwert in seiner schwarzen Vitrine, von einem umlaufenden Band beleuchtet. Auf einer dunklen Platte liegen Dolchklingen, ein Eberzahn, Pfeilspitzen, aber natürlich auch das Schwert. Wenn man auf einen der Knöpfe am Vitrinenrand drückt, wird das Grab deutlich, die Knochen der drei Menschen werden auf der Platte sichtbar. In der ausladenden Vitrine wirkt das Schwert fast schon klein, doch seine Bedeutung für Nördlingen ist groß. OB Wittner ist sich sicher: „Dieses Schwert wird viele Besucher beeindrucken.“

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