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Energiewende in Deutschland: Herausforderungen und Fortschritte der EnBW ODR

Ellwangen

EnBw: So steht es um die Energiewende

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    Laut Sebastian Maier hängt die Windkraft beim Ausbau der erneuerbaren Energien noch hinterher.
    Laut Sebastian Maier hängt die Windkraft beim Ausbau der erneuerbaren Energien noch hinterher. Foto: Pia Bayer/dpa (Symbolbild)

    Es gibt wenig Werbeslogans mit Ewigkeits-Potenzial. Dieser ist allerdings einer: „Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an.“ In den 70er- und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts fand diese Aktion eines bekannten Mineralöl-Konzern medial eine weite Verbreitung. Vor dem Hintergrund, dass Deutschland bis 2045 CO₂-neutral sein oder zumindest auf einen Anteil von 80 Prozent kommen will, lässt sich dieser Slogan im Energiebereich ohne weiteres auf die heutige Zeit übertragen. Untermauert wird er zudem durch die Tatsache, dass in den zurückliegenden vier Jahren der Anteil der erneuerbaren Energien nur marginal angestiegen ist.

    Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen mit Sitz in Berlin gab es lediglich eine Steigerung von 16 Prozent 2020 auf gerademal 20 Prozent im vergangenen Jahr. Bedeutet: In den kommenden 20 Jahren müssten die Erneuerbaren um ganze 60 Prozent zulegen, um bundesweit die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen.

    Sebastian Maier: Langwierige und riesige Aufgabe

    Diese Einschätzung lässt selbst bei einem Optimisten wie dem technischen Vorstand des regionalen Energieversorgers EnBW ODR, Sebastian Maier, Zweifel aufkommen. „Der gesamte Prozess ist zäh, langwierig und eine riesige Aufgabe“, konstatierte Maier beim Sommerinterview in der Firmenzentrale in Ellwangen. Sein Unternehmen leiste jedoch bereits seinen Beitrag: ODR und Netze ODR seien seit 2024 klimaneutral.  

    Zum Gelingen der Energiewende fordert Maier von den Verantwortlichen in der Bundespolitik in erster Linie ein „stetiges Arbeiten“ an dem Thema unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung und „keine Vorwärts-Rückwärts-Politik“ wie in jüngster Vergangenheit. Der Transformationsprozess sei „gigantisch“, sowohl bei den Investitionen, als auch im „Mindset“ der Menschen. Bei der Umsetzung gelte für ihn ein Grundprinzip: Möglichst viel von der Wertschöpfung in der Region belassen.

    Windkraft hinkt laut EnBW-Chef Maier hinterher

    Als die „größten Blöcke“ auf dem Weg zu einem klimaneutralen Deutschland nannte der Vorstand den Netzausbau und den Zubau bei Photovoltaik und Wind. Während man sich bei der PV bereits auf einem guten Weg befinde, hinke die Windkraft noch erheblich hinterher. Zum Vergleich: 2024 habe der EEG-Anteil im ODR-Gebiet bei 76 Prozent gelegen - ganz vorn die PV mit 42 Prozent, gefolgt von Biomasse mit 32 Prozent und Wind mit 25 Prozent.

    Erhebliches Potenzial sieht Sebastian Maier bei der Windkraft, die er neben der Photovoltaik als den derzeit wichtigsten Baustein der Energiewende betrachtet. Diese zwei Erzeugungsarten ergänzten sich sehr gut. Wind sei ertragreich im Winter, PV im Sommer. Ein wichtiger Schritt auf regionaler Ebene ist Maier zufolge der jüngste Beschluss des ODR-Aufsichtsrats zur Gründung von fünf Bürgerenergiegemeinschaften in Lauchheim/Bopfingen, Unterschneidheim, Wilburgstetten, Weidenstetten, Rot am See und Nördlingen. Im Ries betreffe dies die geplanten Photovoltaik-Anlagen bei Dürrenzimmern, Löpsingen und Schmähingen mit insgesamt 57 Hektar. Ob dieses Vorhaben letztlich umgesetzt werde, entscheide sich im Herbst. Maier brachte auf Nachfrage unserer Redaktion in dem Zusammenhang erstmals eine zeitliche Verschiebung ins Gespräch, sollte sich das Großprojekt im Moment als wirtschaftlich nicht vertretbar erweisen.

    ODR gibt 1,6 Milliarden Euro an Investitionen aus

    Gigantisch erscheint die Summe, die von der ODR bis 2035 für Investitionen ausgegeben werden soll: 1,6 Milliarden Euro. Der Hauptanteil fließe in den dringenden Ausbau des Stromnetzes, gefolgt von den Ausgaben für diverse Erneuerbare-Energie-Anlagen. Auf die Frage, woher das viele Geld komme, zeigte sich der Vorstand ganz offen: Neben Mitteln aus dem Gesamtkonzern EnBW müssten die Verbraucher über ihren Stromverbrauch und die Netzentgelte (derzeit 8,4 Cent pro Kilowatt) mitbezahlen. Bei der Entwicklung der Strompreise für die ODR-Kunden erwartet Maier bis 2028 einen „moderaten Anstieg um etwa zehn Prozent“. Derzeit liegt der Arbeitspreis für einen Durchschnittshaushalt bei rund 28 Cent pro Kilowattstunde.

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