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Nähermemmingen
14.05.2022

Galloway Pepping: Dieser Apfel kommt aus Schottland und duftet

Galloway Pepping sind duftende Tafel- und Wirtschaftsäpfel.
Foto: Ralf Hermann Melber

Die robuste Apfelsorte "Galloway Pepping" steht unter anderem in Nähermemmingen. Sie ist auch bekannt für ihren Duft. Ein Experte erklärt ihre Besonderheiten.

Auch in unserer Gegend weiden Galloway-Rinder, die helfen, unsere Natur- und Kulturflächen zu erhalten. Das Fleisch wird meist direkt und regional vermarktet. Wer Regionales einkauft und verzehrt, jedoch als Vegetarier oder Veganer auf Fleisch verzichten will, kann trotzdem „echte Galloways“ essen. Sie stammen ursprünglich ebenso wie die robusten Rinder aus der Gegend in Schottland, nach der sie benannt sind.

Was kennzeichnet die Apfelsorte Galloway Pepping?

Zu einer vollwertigen Ernährung trägt der Galloway Pepping, der Mitte des 19. Jahrhunderts auf der britischen Insel entdeckt worden ist, allemal bei. 1871, im Jahr des deutsch-französischen Kriegs zur Bismarck-Zeit, stellte die „Royal Horticultural Society“ die Sorte in London vor. Danach verbreitete sie sich allmählich bis ins Ries. Einer der vereinzelt vorzufindenden Bäume, die einen ebenso robusten Charakter wie die Rinder aus demselben Ursprungsland haben, steht in Nähermemmingen.

Die Sorte trägt in der Regel früh und reichlich, auch wenn sie wegen „Alternanz“ abwechselt, das heißt: sie schafft es im Apfeljahr nicht, ausreichend Blütenknospen für das Folgejahr zu bilden. Knipst man davon etliche ab, kann ein gewisser jährlicher Ertrag herauskommen. Die Apfelsorte Galloway Pepping wächst in jungen Jahren stark, ab dem ersten Ertragsjahr schwächer. Da sie eher mittelspät blüht, können manche Spätfrostschäden umgangen werden.

Die Apfelsorte hat eine witterungsunempfindliche Blüte

Die Blüte selbst ist eher witterungsunempfindlich. Weil die Frucht im Herbst nicht so fest hängt, bieten sich windgeschützte Lagen an. Der Galloway Pepping muss wie jeder andere Baum bei Unternutzung durch Weidetiere ausreichend geschützt sein. Ziegen und Pferde setzen Baumrinden oft zu, aber auch bei Schafen und Rindern sind besonders Jungbäume unbedingt mit geeignetem Wildschutz zu versehen. Außerdem wird gerade bei Ausgleichspflanzungen oft keine Baumscheibe erhalten, konkurrierendes Gras entfernt oder gegossen. Jährlicher Erziehungsschnitt ist ohnehin ein Muss. Galloway-Rinder unter einem Galloway-Apfelbaum hätten sicher etwas für sich – wegen des Namens, aber auch, weil wurzelschädigende Wühlmäuse dann das Weite suchen.

Steckbrief:

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  • Baum: in der Jugend starker Wuchs, eher lichtere Krone, Holz auch in Tälern frosthart, für Höhenlagen geeignet, leicht feuchte Böden von Vorteil
  • Blüte: schlechter Pollenspender, mittelspät, witterungsunempfindlich
  • Schale: fast glatt, grünlich-gelb, zahlreiche Punkte
  • Frucht: flachrund, ziemlich saftig, angenehm gewürzt, ausreichend süß
  • Pflückreife: ab Ende September (nicht windfest, daher rechtzeitig ernten)
  • Genussreife: ab Oktober vom Baum
  • Haltbarkeit: mitunter bis April

Zur Person: Ralf Hermann Melber ist Mitglied im Deutschen Pomologenverein und Obstbaumpfleger.

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