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Orgelkonzert: Barockorgel prägt Rieser Kulturtage in Klosterkirche Maihingen

Maihingen

Barockorgel und Trompete verschmelzen zu einzigartigem Klang in Maihingen

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    Die beiden Protagonisten des Abends vor dem Spieltisch der Baumeister-Orgel - Thomas Haller (links) und Lukas Bruckmeyer.
    Die beiden Protagonisten des Abends vor dem Spieltisch der Baumeister-Orgel - Thomas Haller (links) und Lukas Bruckmeyer. Foto: Peter Urban

    Im Rahmen der Rieser Kulturtage 2026 veranstaltete der Freundeskreis der Klosterkirche Maihingen einen Konzertabend mit Thomas Haller (Orgel) und Lukas Bruckmeyer (Trompete) in der Klosterkirche Maria Immaculata. Um es vorwegzunehmen: Es war ein absoluter Hörgenuss, den die Zuhörer in der gut gefüllten Klosterkirche zu hören bekamen. Es waren zwei Meister ihres jeweiligen Faches, die sich kongenial zusammengefunden hatten.

    Thomas Haller ist Kantor, Organist, Chorleiter, Orgelsachverständiger der evangelischen Landeskirche in Württemberg und Kirchenmusikdirektor. Der Forheimer Trompeter Lukas Bruckmeyer ist Tonstudio- und Cafébesitzer, Dirigent, Komponist und Musikproduzent. Zusammen boten sie im Dialog von Orgel und Trompete ein intensives Klangerlebnis an einem geschichtsträchtigen Ort mit zwei Instrumenten, die seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden sind.

    Rieser Kulturtage: Stimmiges Programm beim Konzert in Maihingen

    Die besondere Atmosphäre des Konzerts prägte die historische Orgel der Klosterkirche. Das zwischen 1734 und 1737 von Johann Martin Baumeister erbaute Instrument gilt heute als eine der seltenen originalgetreu erhaltenen deutschen Barockorgeln. Nach der Säkularisierung im Jahr 1802 verstummte sie für 185 Jahre und wurde erst Ende des 20. Jahrhunderts in einer aufsehenerregenden Restaurierung nach strengen denkmalpflegerischen Kriterien wieder spielbar gemacht. Ihre historische Stimmung, Intonation und Windführung verleihen ihr einen unverwechselbaren, warm schwebenden Klang, der gleich zu Beginn des Konzerts den Zuhörern einen ersten Gänsehautmoment bescherte: bei Charles Gounods „Méditation sur le premier Prélude de J.S. Bach“, besser bekannt als Ave Maria, traf die Orgel gefühlt mitten ins Herz.

    Dass Lukas Bruckmeyer seine Trompete sanft darüber hinwegschweben ließ, tat ein Übriges. Das wunderbar stimmige Programm spannte einen Bogen von Werken des Barock - Georg Friedrich Händels Suite aus der Wassermusik - der Klassik und Romantik (etwa Johann Kaspar Simons „Präludium in d“) bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen: „Cantabile For You“ von Enrico Pasini. Technische Präzision und musikalische Ausdruckskraft spiegelten sich in den Werken von Johann Gottfried Walther „Variationen Jesu, meine Freude“, Valentin Rathgeber “Concerto C-Dur“ und gleich mehreren Kompositionen von Johann Pachelbel, dem Großmeister des Orgel-Hochbarock. Mit Giovanni Battista Martinis „Toccata D-Dur“ schloss ein großartiges Konzert, das begeisterte Publikum erklatschte sich stehend zwei Zugaben. Eigentlich unfassbar, dass ein Konzert auf diesem Niveau zum „Eintritt auf Spendenbasis“ ermöglicht wurde. Das gibt es nur bei den Rieser Kulturtagen.

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