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Prostitution im Landkreis Donau-Ries findet im Verborgenen statt

Landkreis Donau-Ries

Prostitution im Landkreis Donau-Ries: „Die Nachfrage bestimmt das Angebot“

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    Auch im Landkreis Donau-Ries bieten Frauen und Männer sexuelle Dienstleistungen gegen Geld an.
    Auch im Landkreis Donau-Ries bieten Frauen und Männer sexuelle Dienstleistungen gegen Geld an. Foto: Sebastian Gollnow/dpa (Symbolbild)

    Anfang Februar wurde ein Fall von Prostitution in einer Nördlinger Wohnung bekannt (wir berichteten). Eine 28-Jährige und eine 32-jährige Frau hatten dort sexuelle Dienstleistungen gegen Geld angeboten. Nach einem Hinweis hatten die Beamten die Wohnung kontrolliert. Die Polizei hat die Frauen der Wohnung verwiesen und sie mussten eine Sicherheitsleistung bezahlen. Doch handelt es sich hier um Einzelfälle?

    In verschiedenen Online-Foren bieten Frauen, aber auch Männer, sexuelle Dienstleistungen verschiedenster Art an. Man muss nicht lange suchen und findet Angebote aus Nördlingen, Oettingen, Monheim oder Donauwörth. Und hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Diese Anzeigen beobachte aber auch die Polizei, sagt Michael Lechner, Leiter der Kriminalpolizei Dillingen. Bei der Kripo Dillingen gebe es einen Rotlichtfahnder, der aber auch andere Aufgabenbereiche betreue, sagt Lechner. Eine Möglichkeit der Polizei sei es, sich zum Schein als Freier auszugeben. Denn Ziel sei es, an die Hintermänner zu gelangen, die oftmals das Geld kassierten. In vielen Fällen sei anzunehmen, dass bei der Verabredung zu einem Treffen nicht diejenigen per WhatsApp kommunizierten, die schließlich auch die Dienstleistungen ausführten. Auch versuche man immer, entsprechende Anzeigen auf den Online-Portalen löschen zu lassen. Hier seien die Anbieter erfahrungsgemäß sehr kooperativ, sagt Lechner. Allerdings tauchten oft nach kurzer Zeit wieder entsprechende Angebote auf.

    Immer wieder gibt es anonyme Hinweise auf Prostitution im Landkreis Donau-Ries

    Immer wieder erhält sowohl unsere Redaktion als auch die Polizei Hinweise auf Adressen, an denen Prostitution angeboten werden soll. Leider seien diese oft anonym, mit diesen könne die Polizei wenig anfangen, weil man keine Möglichkeit habe, Nachfragen zu stellen oder zu prüfen, was dahinterstecke, sagt Lechner. Denn es gebe auch Fälle, in denen jemand anonym anderen nur die Polizei schicken wolle. Auch treffe man bei Kontrollen in einer gemeldeten Wohnung oft niemanden an. Bei vermieteten Wohnungen könne man prüfen, ob der Vermieter Bescheid wusste. Dieser könne sich wegen Beihilfe strafbar machen, sagt Lechner. Hotels und Pensionen in der Region habe man im Blick, so der Kripochef. Hier sei man in gutem Kontakt mit dem Personal an Rezeptionen, das die Polizei bei einem Verdacht zeitnah informiere, so Lechner.

    Einen Schwerpunkt, wo vermehrt Prostitution angeboten wird, gibt es im Landkreis nicht. Die Fälle gebe es komplett ortsunabhängig. „Die Nachfrage bestimmt das Angebot“, sagt Lechner. Und weil Nachfrage da sei, gebe es auch Prostitution. In Bayern ist diese nur in Städten und Gemeinden, die mehr als 30.000 Einwohner haben, erlaubt. Etwa in Augsburg. Hier müssen sich Prostituierte beim Ordnungsamt anmelden. Mit Ausnahme verschiedener Sperrbezirke, etwa im Stadtzentrum, dürfen sie ihrer Arbeit in der Stadt nachgehen. Straßenprostitution ist in Augsburg aber verboten. Im Landkreis Donau-Ries ist Prostitution überall illegal. Denn über die 30.000-Einwohner-Marke kommt keine Stadt. Deshalb spiele sich alles im Verborgenen ab, sagt Lechner. Weder Prostituierte noch Freier hätten ein Interesse daran, dass ihr Tun bekannt wird.

    Kripo-Chef: Prostituierte stammen oft aus dem Ausland

    Die Frauen stammten laut dem Kripochef zum großen Teil aus dem Ausland, es habe aber auch schon Fälle von Ortsansässigen gegeben. Strafbar machen sich nach dem deutschen Gesetz nur die Anbieter und Anbieterinnen der Dienstleistung. „Bei einem oder zwei Verstößen handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, bei mehrmaligem Verstoß kann es zum Straftatbestand werden“, sagt Lechner.

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