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Ries
07.01.2022

Auch 2021 war Kurzarbeit weiter im Landkreis Donau-Ries nötig

Die Bundesagentur für Arbeit setzt im Kampf gegen den Fachkräftemangel auf Weiterbildung.
Foto: Hendrik Schmidt, dpa

Die Arbeitslosenquote im Geschäftsstellenbezirk Nördlingen steigt auf 1,9 Prozent. Wie die Agentur für Arbeit auf das vergangene Jahr zurückblickt.

Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth blickt in einer Pressemitteilung zufrieden auf die Entwicklung des Donau-Rieser Arbeitsmarktes im Jahr 2021 zurück: "Nach dem enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit und einem beinahe kompletten Einbruch der Arbeitskräftenachfrage mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 blieben auch im ersten Halbjahr 2021 die Arbeitslosenzahlen hoch, und die Nachfrage nach Personal war eher verhalten, da viele Branchen weiterhin von den Einschränkungen betroffen waren." Ab der Jahresmitte habe sich der Arbeitsmarkt überraschend schnell erholt.

Im Jahresdurchschnitt liegt die Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. 2019 hatte sie bei 1,6 Prozent gelegen. Durchschnittlich waren im Landkreis Donau-Ries 1676 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 50 weniger als im Jahr 2020 (minus 2,9 Prozent) und 435 mehr als im Jahr 2019 (plus 35,1 Prozent).

Fachkräftemangel im Kreis Donau-Ries ist weiterhin ein großes Thema

Mit der anziehenden Konjunktur rücke aber auch das Thema der fehlenden Fachkräfte wieder in den Fokus, so Paul. Weiterhin müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, Geringqualifizierte für Weiterbildungen zu gewinnen, deren Kenntnisse an die Erfordernisse anzupassen oder sie bestenfalls zu einem anerkannten Berufsabschluss zu führen.

"Denn lebenslanges Lernen ist ein entscheidender Faktor, um nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert zu werden und zu bleiben", wird Paul in der Mitteilung zitiert.

Hohe Ausgaben beim Kurzarbeitergeld im Donau-Ries-Kreis

Das Kurzarbeitergeld habe auch im Jahr 2021 in großem Umfang Arbeitsplätze und Beschäftigung gesichert. So zahlte die Agentur für Arbeit Donauwörth 101,5 Millionen Euro an konjunkturellem Kurzarbeitergeld inklusive Sozialversicherungsbeiträgen aus. Das sind 22,6 Prozent weniger als im Jahr 2020. Damals waren es 126 Millionen Euro.

Während in der ersten Jahreshälfte von den Unternehmen noch viele Anzeigen wegen der pandemiebedingten Einschränkungen gestellt wurden, gingen in den darauffolgenden Sommermonaten die eingereichten Anzeigen deutlich zurück. Jedoch stiegen mit den auftretenden Lieferengpässen auch die Anzeigen zu Kurzarbeit ab dem Herbst wieder an - allerdings in einem weit geringeren Umfang als noch 2020.

Nach einem verhaltenen Frühjahr zog ab der Jahresmitte die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder an. Allerdings liegt der Jahresdurchschnitt noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. "Wir hatten im Jahr 2021 durchschnittlich 1393 offene Stellen gemeldet. Das sind 121 oder 9,5 Prozent mehr als im Jahr 2020, aber 340 beziehungsweise 19,6 Prozent weniger als im Jahr 2019", berichtet Paul.

Der Neuzugang von Stellen ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen. Im gesamten Jahresverlauf wurden 3489 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet - 31,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber 22,1 Prozent weniger als vor zwei Jahren.

Beschäftigung im Landkreis ist branchenabhängig

Nach den aktuellsten Daten vom Juni 2021 standen zu diesem Zeitpunkt 63.710 Menschen im Landkreis Donau-Ries in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Die Beschäftigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent.

"Absolut betrachtet verzeichnen wir die stärkste Zunahme beim Wirtschaftsbereich Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit plus 251 beziehungsweise 2,9 Prozent. Weitere Branchen wie zum Beispiel Immobilien, öffentliche Verwaltung, Baugewerbe, Gesundheitswesen und Heime und Sozialwesen hatten ebenfalls einen Beschäftigungszuwachs", so Paul. Ein Rückgang der Beschäftigtenzahlen sei in den Bereichen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, private Haushalte und Arbeitnehmerüberlassung zu beobachten. Am ungünstigsten war die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe. Hier zeige sich ein deutliches Minus von 1,1 Prozent.

Auch auf die Lage im Dezember für das Ries geht Paul ein und schildert: "Im Geschäftsstellenbezirk Nördlingen liegt die Arbeitslosenquote bei 1,9 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im November. Insgesamt sind 602 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 54 mehr als vor einem Monat und 130 weniger als vor einem Jahr."

Im Dezember haben sich 227 Personen neu arbeitslos gemeldet, davon kamen 100 aus einer Erwerbstätigkeit. Dagegen konnten 170 ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon nahmen 56 eine Beschäftigung auf.

Von den 602 arbeitslos gemeldeten Personen waren 312 (plus 31 im Vergleich zum Vormonat) bei der Arbeitsagentur und 290 (plus 23 im Vergleich zum Vormonat) im Jobcenter Donau-Ries gemeldet. Im Dezember wurden 96 neue Arbeitsstellen gemeldet, 12 weniger als im November. Im Vorjahresvergleich verzeichnen wir ein Plus von 28 Stellen oder 41,2 Prozent.

Im Geschäftsstellenbezirk Nördlingen sind aktuell 545 offene Stellen gemeldet, elf mehr als im Vormonat und 118 mehr als vor einem Jahr. Gesucht werden laut der Mitteilung aktuell Arbeitskräfte in den Bereichen Verkauf, Maschinen- und Anlagenführer, Lager, Berufskraftfahrer, Büro- und Sekretariatskräfte, Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, Holz- Möbel- Innenausbau, Gesundheits- und Krankenpflege, Metallbearbeitung und Maschinenbau-/Betriebstechnik. (AZ)

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