Der Bahn liegt ein verlässlicher Betrieb auf der Strecke Aalen-Nördlingen-Donauwörth offenbar sehr am Herzen. Das geht aus einem Brief hervor: Demnach laufe der Betrieb jetzt zuverlässig, nachdem Störungen an Bahnübergängen und Signalen beseitigt worden seien. Diese seien auf Kabelschäden zurückzuführen gewesen, die Verspätungen verursacht hätten. Dies hat der Konzernbevollmächtigte der Bahn für den Freistaat Bayern, Heiko Büttner, dem Nördlinger Oberbürgermeister David Wittner und dessen Aalener Amtskollegen Frederick Brütting mitgeteilt. Die beiden hatten sich mit einem „Offenen Brief“ an Bahnchefin Evelyn Palla gewandt.
Wittner und Brütting hatten von einer aus ihrer Sicht Vielzahl von gravierenden Störungen gesprochen, die den Zugverkehr auf der Riesbahn beeinträchtigen würden. Sperrungen, Zugausfälle und Verspätungen hätten zu einer Situation geführt, die nicht länger hinnehmbar sei. Die Stadtoberhäupter hatten gefordert, „dass die Riesbahn endlich die Priorität erhält, die sie aufgrund ihrer regionalen Bedeutung verdient“. Büttner schreibt, der Konzern wisse um die zentrale Bedeutung der Riesbahn für die Region. Regelinspektionen würden frühzeitig eingeplant, um eine hohe Verfügbarkeit der Anlagen sicherzustellen und Beeinträchtigungen des Betriebs zu vermeiden. Die Marktsituation verknappe jedoch qualifizierte Fachkräfte. In einem Fall sei es daher zu Einschränkungen im Betriebsablauf gekommen: „Wir arbeiten daran, unsere personellen Ressourcen zu stärken, um vergleichbare Situationen künftig so weit wie möglich zu vermeiden.“
„Personalsituation auf der Riesbahn stabilisiert“: Bahn sucht nach Mitarbeitern
Die Personalsituation in den Stellwerken sei regional unterschiedlich. In den Regionen, in denen der Arbeitsmarkt besonders umkämpft sei, arbeite man intensiv daran, Fachkräfte zu gewinnen. Zudem begegne die Bahn dem Personalbedarf durch ihr Quereinsteigerprogramm, mit dem sie beschleunigt neues Personal für die Stellwerke qualifiziere. So sei es gelungen, die Personalsituation auf der Riesbahn zu stabilisieren und die Verfügbarkeit qualifizierter Fahrdienstleiter sicherzustellen. Dennoch könne es bei sehr kurzfristigen Personalausfällen vereinzelt zu stundenweisen Nichtbesetzungen kommen.
Sicherheit stehe für die Bahn an erster Stelle, fährt der Konzernbevollmächtigte fort. Wenn während der regelmäßigen Inspektionen Auffälligkeiten entdeckt würden, werde so schnell wie möglich instandgesetzt oder repariert. Dies sei im Sommer 2025 auf der Riesbahn zwischen Donauwörth und Aalen der Fall gewesen. Die Beseitigung der betroffenen Abschnitte sei kurzfristig und unter Hochdruck erfolgt und man habe gleichzeitig für Ersatzverkehr gesorgt. Zwei der insgesamt drei geplanten Erneuerungen von Bahnübergängen zur Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks Nördlingen, schreibt er weiter, seien abgeschlossen. Der letzte noch ausstehende Bahnübergang, an dem man mit Hochdruck arbeite, werde derzeit durch einen Bahnübergangsposten gesichert und solle nach aktueller Planung bis zur Fertigstellung Ende diesen Monats weiterhin in dieser Form betrieben werden. Mit der endgültigen Inbetriebnahme sei eine spürbare Entlastung der Verkehrssituation zu erwarten, versichert der Konzernbevollmächtigte.
Zur Forderung der Stadtoberhäupter nach einem klaren, frühzeitigen und koordinierten Bau- und Sperrfahrplan schreibt Büttner, die DB InfraGO modernisiere mit hoher Intensität die Infrastruktur. Ziel sei es, den Zustand von Gleisen, Weichen und Anlagen zu stabilisieren und Schritt für Schritt nachhaltig zu verbessern. Unabhängig davon könne es immer wieder zu ungeplanten und kurzfristig notwendigen Baumaßnahmen sowie zu Bauzeitüberschreitungen kommen.
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