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Schwäbischer Schülerlotsenwettkampf: Deshalb sind Schülerlotsen so wichtig heutzutage

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Schülerlotsen-Wettbewerb: Kleine Helden des Alltags im Kräftemessen

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    Die Schülerlotsen, Ausbilderin Tanja Donderer und Landrat Michael Dinkelmeier beim Jubeln.
    Die Schülerlotsen, Ausbilderin Tanja Donderer und Landrat Michael Dinkelmeier beim Jubeln. Foto: Fabian Englmann

    Sie sind teils aus Aichach, Memmingen und Kaufbeuren gekommen – aus 1.497 Schülerlotsen in Schwaben sind die besten zehn im Rieser Sportpark in Nördlingen aufeinandergetroffen. An diesem Freitagvormittag wird hier entschieden, welche zwei Schülerlotsen die Region Schwaben beim Bayerischen Schülerlotsenwettbewerb im Juli in Eichstätt vertreten dürfen.

    Einer der beiden, der für die Verkehrswacht Nördlingen antritt, ist Samuel Tippl von der Montessori-Schule Oettingen. Für den 12-Jährigen bedeutet ein Ehrenamt wie das des Schullotsen, dass „man sich nicht nur für sich selbst interessiert“. Er würde sich einen Platz unter den ersten drei wünschen, weiß aber, wie schwierig das wird.

    Schülerlotsen werden in Nördlingen in drei Disziplinen geprüft

    Geprüft werden die zehn Anwärter in drei Disziplinen. Begonnen wird mit einem Theorieteil. Darin werden die wichtigsten Verkehrszeichen, das Berechnen des Anhaltewegs oder das Leisten von Erster Hilfe abgefragt – alles Inhalte, die im Handbuch eines jeden Schullotsen stehen. Für Samuel ist das erst einmal der einzige Anhaltspunkt, sich für den Tag gut vorzubereiten. Was im Praxisteil drankommt, erfährt er erst heute.

    Samuel Tippl von der Montessori-Schule Oettingen möchte es in die Top 3 schaffen. Er weiß aber, wie schwer das wird.
    Samuel Tippl von der Montessori-Schule Oettingen möchte es in die Top 3 schaffen. Er weiß aber, wie schwer das wird. Foto: Fabian Englmann

    Samuel geht mit gemischten Gefühlen aus dem ersten Test, eine Frage hat ihn besonders geärgert. Trotzdem ist er mit Abstand Erster. Dann steht ein Reaktionstest an. Beim Drücken auf das Gaspedal sollen sie, sobald ein kleines Licht rot aufleuchtet, so schnell es geht auf die Bremse treten. Durchschnittlich brauchen die Lotsen hier ungefähr 0,45 Sekunden.

    Landrat Michael Dinkelmeier war früher selbst Schülerlotse

    Der letzte Test dauert deutlich länger. Ein Motorrad, Lkw und Auto stehen jeweils nacheinander, unterschiedlich weit von den Lotsen entfernt. Danach fahren alle drei an den Lotsen vorbei. Die Prüflinge sollen schätzen, wie weit entfernt diese standen und wie schnell sie an ihnen vorbeifahren. Die Polizei liefert mit ihren Messgeräten die Lösung.

    Wie weit ist dieser Lkw entfernt? Es ist einer der Tests, denen sich die Schullotsen stellen müssen.
    Wie weit ist dieser Lkw entfernt? Es ist einer der Tests, denen sich die Schullotsen stellen müssen. Foto: Fabian Englmann

    Dann wird ausgewertet. Landrat Michael Dinkelmeier ist inzwischen für die Preisverleihung gekommen. Das Ehrenamt des Schülerlotsen hält er für wichtiger denn je: „Das Verkehrsaufkommen nimmt immer mehr zu, der Straßenverkehr ist ein anderer als früher.“ Früher war Dinkelmeier selbst einmal zwei Jahre Schülerlotse. Zum Schwäbischen Schülerlotsenwettbewerb habe er es aber nicht geschafft. Er hat Respekt davor, was die Lotsen vor Ort leisten. „Für mich war es immer hart, früh aus den Federn zu kommen und pünktlich am Zebrastreifen zu stehen. Da gehört wirklich was dazu.“

    Schülerlotsen sichern Schulwege und verhindern Unfälle

    Die Schwäbische Regierungspräsidentin Barbara Schretter hält es für wertvoll, „wenn man jemanden im selben Alter hat, der einem hilft“. Auch Polizeipräsident Schwaben Nord Martin Wilhelm fand nur lobende Worte über die „kleinen Helden des Alltags“, die „stolz auf sich sein können“. Denn es ist auch ein System, das funktioniert: Seit seiner Einführung im Jahr 1953 hat es an von Schülerlotsen gesicherten Übergängen keinen schweren oder tödlichen Unfall deutschlandweit gegeben, sagt die Deutsche Verkehrswacht. Aktuell helfen 50.000 Schülerlotsen in ganz Deutschland ihren Mitschülern, sicher in die Schule zu kommen.

    Dominik Brantl von der Verkehrswacht Donauwörth erhält den dritten Platz von Landrat Michael Dinkelmeier.
    Dominik Brantl von der Verkehrswacht Donauwörth erhält den dritten Platz von Landrat Michael Dinkelmeier. Foto: Fabian Englmann

    Eine halbe Stunde später stehen die drei Sieger fest. Der dritte Platz geht an Dominik Brantl von der Verkehrswacht Donauwörth, der Zweite an Christoph Schramme von der Verkehrswacht Kaufbeuren und der Erste an Nelson Gayer von der Verkehrswacht Memmingen. Samuel hat es nicht aufs Podest geschafft. „Im Schätzen war ich nicht so gut und beim Reaktionstest war ich zu aufgeregt, da habe ich zu sehr gezittert“, sagt er. Im nächsten Jahr will er es aber auf jeden Fall wieder probieren.

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