Jugendfussball

12.03.2013

Anfeuern ja, beeinflussen nein

Die FairPlay-Liga soll Spaß am Spiel und der Bewegung vermitteln.
Bild: jais

Fair-Play-Ligen mit veränderten Rahmenbedingungen künftig auch im Landkreis

Ab der Frühjahrsrunde, die am 12. April startet, beginnt auch im Landkreis Donau-Ries ein außergewöhnliches Modell im Kinder- beziehungsweise Jugendfußball, die FairPlay-Liga. Bei der Spielgruppentagung in Wemding (wir berichteten) stellte Kreisjugendleiter Helmut Schneider das Konzept für diese Liga vor, die bereits seit eineinhalb Jahren im Kreis Augsburg und seit Herbst auch im Landkreis Dillingen mit viel Erfolg getestet wird. Im Donau-Ries sollen die F-Junioren-Gruppen eins und sieben als FairPlay-Liga starten.

Drei Dinge machen den entscheidenden Unterschied aus. Erstens: Zuschauer und Eltern müssen mindestens 15 Meter vom Spielfeldrand weg, um die Beeinflussung der Kinder zu reduzieren: Anfeuern ja, Steuern nein. „Liebe braucht manchmal ein bisschen Abstand“, lautet das Motto. Zweitens: Die beiden Trainer stehen direkt nebeneinander und sind sozusagen ein Team. Das reduziert die Hektik auf dem Platz. Drittens: Es wird ohne Schiedsrichter gespielt. Die Kinder sollen lernen, selbst Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. „Früher auf dem Bolzplatz war das auch möglich“, sagt Schneider, „und es hat niemandem geschadet.“

Der Spielbetrieb im Kinderfußball soll möglichst kindgerecht gestaltet werden. Das Kinderspielfeld soll als Lernfeld gestaltet werden, das heißt, das Spielfeld soll an die Sichtweise der Kinder angepasst werden. Der Kreisjugendleiter nennt auch gleich die Störfaktoren, die den Kinderfußball so negativ beeinflussen: „Das siegorientierte Denken und Handeln der Trainer beeinflusst das Spiel und lautstarke Eltern wirken auf die Kinder ein.“ In den Fußballverbänden Mittelrhein und Niederrhein ist die FairPlay-Liga bereits fester Bestandteil. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Südwest, Hessen, Hamburg und Rheinland beginnen weitere Pilotprojekte.

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Schneider: Die Eltern waren das Hauptproblem

„Wir wollen Fußball nicht neu erfinden, nur für Kinder die Rahmenbedingungen verbessern“, sagt Schneider, der unter dem Beifall der Vereinsvertreter anfügt: „Viele haben es nicht so gesehen, aber die Eltern waren das Hauptproblem.“ Ob Foul oder Einwurf, die Kinder sollen gemeinsam entscheiden, wie es weitergeht, denn es wird ohne Schiedsrichter gespielt.

Mit einer „gewissen Ruhe“ zu coachen – so lautet die Vorgabe an die Jugendtrainer. Die Betreuer der FairPlay-Mannschaften werden vor Rundenbeginn noch zu einer extra Veranstaltung eingeladen.

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