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Fußball

13.03.2020

Der SC Athletik meldet sein Frauenteam ab

Die Athletik-Urgesteine Melanie Bengesser (vorne) und Sarah Eberhardt freuen sich künftig in unterschiedlichen Vereinen über ihre Tore.
Bild: Klaus Jais

Plus Dem Nördlinger Verein geht das Personal aus, weil im Winter zahlreiche Akteurinnen den SCA verlassen.

Die Nummer eins im Donau-Rieser Frauenfußball zieht sich aus dem Spielbetrieb der laufenden Saison der Bezirksoberliga zurück. Der SC Athletik Nördlingen hat aufgrund zahlreicher Spielerinnenabgänge zur Winterpause keine Mannschaft mehr zur Verfügung und ist nach dem FC Königsbrunn, der diesen Schritt bereits nach dem fünften Spieltag vollzogen hat, die zweite Mannschaft der höchsten schwäbischen Frauenfußball-Liga, die sich zurückzieht. Start in die Frühjahrsrunde wäre am 21. März gegen den SC Mönstetten gewesen.

Konkret haben sich Luise Rohrer und Sarah Eberhardt abgemeldet und dem SV Jungingen (Verbandsliga Württemberg) angeschlossen. Jungingen ist ein Stadtteil von Ulm und circa 70 Kilometer von Nördlingen entfernt. Das Athletik-Urgestein Melanie Bengesser wechselte zum Heimatverein SV Wechingen in die Kreisliga, Julia Bruckmeier und Jessica Brinner wollten sich dem SV Wörnitzstein-Berg (Bezirksliga) anschließen, Pauline Wünsch wechselte ins fränkische Weinberg und Melanie Dürr zum FC Maihingen. Von einer „Revolution, ausgelöst von fünf Spielerinnen, die unbedingt während der Saison wechseln wollten“, spricht SCA-Vorsitzender Jürgen Büttner. Die wechselwilligen Spielerinnen erhielten allerdings keine Freigabe, teilweise, weil der aufnehmende Verein nicht bereit war, die Ablösesumme von 250 Euro zu bezahlen. Der SV Wörnitzstein-Berg verpasste zudem die rechtzeitige Pass-Antragstellung.

Frauenfußball: Trend hat sich umgekehrt

Nach der Frauenweltmeisterschaft 2011 war in Deutschland ein regelrechter Hype ausgebrochen, und immer mehr Mädchen schlüpften in das Fußballtrikot. Doch inzwischen hat sich der Trend wieder umgekehrt. Allein in Bayern sind in der laufenden Saison gegenüber der Vorsaison 2018/2019 38 Damen- und 46 B-Juniorinnenteams weniger im Spielbetrieb.

BFV-Vizepräsidentin sieht im Frauenfußball großes Potenzial

„Wir als Fußball-Verband sind gefordert, den Vereinen klar zu machen, welches Potenzial im Mädchen- und Frauenfußball liegt“, so Silke Raml, Vizepräsidentin des Bayerischen Fußball-Verbandes und Vorsitzende des Ausschusses für Mädchen- und Frauenfußball beim DFB. „Hier können sie Mitglieder gewinnen, um zukunftsfähig zu bleiben.“ Raml war bei den bayerischen U17-Futsalmeisterschaften für Juniorinnen in der Nördlinger Hermann-Keßler-Halle und sprach am Rande auch mit SCA-Damenleiter Günter Bissinger. Es ging dabei auch darum, in welcher Klasse der SC Athletik in der nächsten Saison spielen darf. Die Frage nach der Ligenzugehörigkeit in der nächsten Saison hat sich inzwischen erledigt, da der SCA selbst in der untersten Liga keine Mannschaft stellen könnte. „Meines Erachtens überlebt der Frauenfußball im Ries nur dann, wenn die bestehenden Vereine eine Art FC Ries gründen würden, doch da bestehen noch zu viele Widerstände und auch falscher Stolz einzelner Vereine ist dabei“, sagt Jürgen Büttner.

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