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Fußball-Vorschau

06.09.2018

Fußball-Vorschau: Endlich obenauf

Christoph <b>Greiner</b> im Kopfballduell beim jüngsten Spitzenspiel in <b>Flotzheim.</b> Der neue Spielertrainer hat mit dem TSV Oettingen einen makellosen Saisonstart hingelegt, den er auch im Derby gegen Schwörsheim fortsetzen möchte.

Der TSV Oettingen hinkte in der jüngeren Vergangenheit seinen Ansprüchen hinterher. Im Verein herrscht große Hoffnung, dass das in dieser Runde anders wird.

Den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft hat keiner gerne. Mal rauf, mal wieder runter, mal in der einen Liga, dann wieder in der nächsthöheren oder -tieferen. Der ruhmreiche 1. FC Nürnberg ist im Profifußball so ein Beispiel, und wenn’s mal wieder passiert war, dass die Franken unglücklich aus dem Oberhaus abstiegen, meinten die Fans nur lapidar: „Der Club is halt a Depp.“ Dem sportlichen Ruf ist so ein Nomadentum in ständig wechselnden Spielklassen offensichtlich wenig förderlich.

Einer der mittelfränkischen Nachbarschaft am nähesten gelegenen Vereine unserer Region ist der TSV Oettingen. Natürlich liegt es uns fern, den kleinen TSV mit dem großen 1. FCN zu vergleichen, aber Gemeinsamkeiten gibt es doch. Vor allem hinkten beide Vereine in der Vergangenheit oft ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Für den TSV Oettingen galt das vor allem für die vergangenen drei Spielzeiten, als das Fußballteam aus dem immerhin zweitgrößten Sportverein des Rieses vergeblich versuchte, aus der Kreisklasse wieder in die Kreisliga zurückzukehren. In der Saison 2015/16 war dabei noch einiges Pech im Spiel, als der TSV als Vizemeister im entscheidenden Relegationsspiel unglücklich am VfR Jettingen scheiterte. Enttäuschend verliefen hingegen die Spieljahre 2016/17 und 2017/18, als die Wörnitzstädter mit den Aufstiegsplätzen nichts zu tun hatten und unter Trainer Jochen Rebelein nur die Ränge neun bzw. sieben belegten.

Nach drei Jahren der Zusammenarbeit trennten sich die Wege von Rebelein und dem TSV, mit Christoph Greiner übernahm ein Urgestein des SV Holzkirchen als Spielertrainer das Steuerrad. „Er war unser Wunschkandidat, zumal viele Spieler altersbedingt aus der Jugend ausgeschieden sind und wir ihm die Integration zutrauen“, verteilte Josef Mayer, der 1. Vorsitzende des TSV, schon vor dem Rundenstart Vorschusslorbeeren.

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Nach fünf Spieltagen darf sich Mayer, seit dieser Saison in Personalunion auch Fußball-Abteilungsleiter in der Wörnitzstadt, die Hände reiben. Oettingen ist der einzige Verein der unteren Spielklassen, der alle fünf Auftaktpartien gewonnen hat und folgerichtig die Kreisklasse Nord 1 überlegen anführt. Nicht nur aufgrund des Erfolgs hat Christoph Greiner „bislang keine Minute bereut“, seine erste richtige Trainerstation in Oettingen angetreten zu haben. „Wir haben eine junge, ehrgeizige Mannschaft mit Perspektive und jeder will sich verbessern“, lobt der 35-Jährige, im normalen Leben Lehrer für Sport und Religion am Gymnasium Gersthofen, seine Truppe.

Die Trainingsbeteiligung sei überaus gut, denn im Schnitt knapp 30 Akteure der ersten Mannschaft und der Reserve hat Greiner in den Übungseinheiten zu beschäftigen. Der große Kader sei zwar einerseits im Training eine Herausforderung („das ist manchmal wie in der Schule“), in den Spielen aber ein Vorteil: „Durch unsere große Auswahl an gleichwertigen Akteuren gibt es keinen Bruch, wenn wir wechseln, und wir haben auch schon einige Spiele in der zweiten Halbzeit gedreht.“

Kein Wunder, dass im Verein gerade beste Stimmung herrscht, und die kommt vor dem Familientag mit dem Derby gegen Schwörsheim-Munningen als Höhepunkt gerade recht. Greiner will zwar nicht unbedingt die Euphorie bremsen („die darf ruhig noch ein wenig anhalten“), warnt aber vor dem Kontrahenten aus den beiden Nachbargemeinden: „Das ist ein unangenehmer Gegner, der seinen ganzen Kampfgeist gegen uns in die Waagschale werfen wird.“ Aber so sei das nun mal, wenn man an der Tabellenspitze stehe und von allen anderen Teams gejagt werde.

Ein bisschen „Fahrstuhl“ hat übrigens auch Christoph Greiner hinter sich: Mit dem SV Holzkirchen ist er zweimal in die Bezirksliga Nord auf- und dann nach drei bzw. zwei Jahren wieder abgestiegen. Zur Ehrenrettung muss allerdings gesagt werden, dass für einen kleinen Dorfverein die Bezirksliga ein ganz schönes Kaliber ist.

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