Generalversammlung beim TSV 1861 Nördlingen

12.02.2020

Generationswechsel steht bevor

Sie stehen weiterhin an der Spitze des größten Sportvereins im Landkreis (von links): Wolfgang Winter, Annette Zittrell, Gertraud Bauer und Helmut Beyschlag. Es fehlt der erkrankte Norbert Ziegler.
Bild: Robert Milde

 Helmut Beyschlag und Wolfgang Winter kündigen ihre letzte Amtsperiode an der Spitze des Vereins an. Beirat „TSV 2036“ soll Zukunftsvisionen entwickeln.

Dem größten Sportverein des Landkreises steht ein Generationswechsel bevor. Bei der Generalversammlung des TSV 1861 Nördlingen im Saal der Alten Schranne kündigte das langjährige Führungsduo Helmut Beyschlag (1. Vorsitzender) und Wolfgang Winter (2. Vorsitzender) nach seiner Wiederwahl an, letztmals für zwei Jahre zur Verfügung zu stehen. Gedanken zur Zukunft des Vereins soll sich ein neu geschaffener Beirat „TSV 2036“ machen, dessen Mitglieder möglichst nicht älter als 40 sein sollen. Hintergrund des Gremiumnamens: Im Jahr 2036 wird der TSV sein 175-jähriges Bestehen feiern.

Wenn nicht in den nächsten 24 Monaten alles schief geht, dann wird der Übergang der Verantwortung in jüngere Hände im Jahr 2022 sehr geordnet vor sich gehen. Die Zahl der Mitglieder hat nach zwischenzeitlicher Stagnation mit 2554 den höchsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht, genauso optimistisch stimmt die Finanzlage: Der Verein habe mittlerweile knapp 230 000 Euro auf der hohen Kante, berichtete der TSV-Finanzexperte Wolfgang Winter, der dafür wie der gesamte Vorstand höchstes Lob von Oberbürgermeister Hermann Faul erhielt: „Das ist eine großartige Leistung“, urteilte das Stadtoberhaupt und frisch gebackene TSV-Ehrenmitglied, das an die schwere Wirtschaftskrise des Vereins vor gut zehn Jahren erinnerte: Seinerzeit war der TSV mit über 100000 Euro tief in die roten Zahlen gerutscht.

Transparenz, Teamwork und Vertrauen

Kein Wunder also, dass TSV-Chef Helmut Beyschlag von einer überaus positiven Stimmung im Verein sprach. Die zahlreichen Vorstandssitzungen seien von Transparenz, Teamwork und Vertrauen geprägt gewesen. Gleichwohl übte Beyschlag auch Kritik: Die ausufernde Bürokratie mache den Vereinen arg zu schaffen, sagte er, und nannte als Beispiel die neue Datenschutzverordnung. Ohne hauptamtliches Personal (der TSV beschäftigt Florian Deffner in Vollzeit und Margit Hubel-Schüle in Teilzeit) seien die vielfältigen Aufgaben ohnehin nicht mehr zu erledigen. Der Vorsitzende hob einmal mehr die gesellschaftliche Bedeutung der Sportvereine hervor: „Die Grundregeln des Zusammenlebens lernen junge Leute oft nicht mehr zu Hause, sondern im Verein.“

Generationswechsel steht bevor

Um den Rahmen nicht zu sprengen, sparte sich Beyschlag eine sportliche Bilanz; die Berichte der 13 Abteilungen, die ihre Abteilungsleiter eigenständig bestimmen, lagen schriftlich aus.

Die Wiederwahl von Helmut Beyschlag (1. Vorsitzender), Wolfgang Winter (2. Vorsitzender), Gertraud Bauer und Norbert Ziegler (weitere Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands) sowie Frauen-Referentin Annette Zittrell war gegen Ende der nur rund 90-minütigen Generalversammlung unter der routinierten Regie von Wahlleiter Erich Geike reine Formsache. Kassenprüfer sind Tobias Bruckmeier (wie bisher) und Fritz Moll (neu für Uli Böhm). Nicht besetzt werden konnte die Position des nach vielen Jahren nicht mehr kandidierenden Schriftführers und Pressewarts Rudi Scherer; hier will der Vorstand zeitnah einen kommissarischen Kandidaten benennen. Vervollständigt werden soll dann auch der für Zukunftsfragen zuständige „Beirat 2036“, für den unter der Leitung von Florian Deffner bislang Andreas Langer (Fußball), Fabian Altmann (Rugby), Benedikt und Sebastian Moll (Basketball), Christian Bold (Ju-Jutsu) und Andreas Frisch (Volleyball) vorgeschlagen sind. Mindestens sechs und höchstens 13 Personen sollen dem Gremium angehören.

Dass nur rund 60, also lediglich etwa zweieinhalb Prozent der Mitglieder zur Generalversammlung in den Schrannensaal gekommen waren, wollte der alte und neue Vorsitzende Helmut Beyschlag abschließend nicht überbewerten: „Wenn mehr gekommen wären, hätte es bestimmt was zu meckern gegeben.“

Nein, dazu gab es an diesem Abend kaum einen Anlass.

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