1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Lokalsport
  4. Kreuzberger Jung fühlt sich im Ries pudelwohl

Basketball

24.12.2015

Kreuzberger Jung fühlt sich im Ries pudelwohl

Er hat nach einer sowohl persönlich als auch mit den Giants erfolgreichen Vorrunde allen Grund zur Freude: Janek Schmidkunz.
Bild: Jochen Aumann

Janek Schmidkunz führt die Giants Nördlingen in der 2. Bundesliga ProB durch eine starke Hinrunde. Wissenswertes über einen berlinerisch-amerikanischen Nördlinger

Janek Schmidkunz hat etwas Neues angefangen, nicht nur als Basketballer. Da war der Umzug nach Nördlingen im Sommer, ein Neuanfang in der schönen Kleinstadt. Schmidkunz ist im Berliner Szene-Stadtteil Kreuzberg aufgewachsen, studierte vier Jahre in Springfield im Bundesstaat Massachusetts an der Ostküste der USA, ehe er 2014 nach Heidelberg zog. Springfield und Heidelberg sind zwar keine Millionenstädte, aber als Universitäts-Standorte doch um einiges größer als Nördlingen. Das neue Kapitel, das Schmidkunz im Ries begonnen hat, tut ihm jedenfalls gut. „Den Großstadtjungen kriegt man nie aus mir raus, aber ich fühle mich sehr wohl in Nördlingen. Die Leute sind nett und die Stadt hat mehr zu bieten als andere Kleinstädte“, sagt Schmidkunz, der stark daran beteiligt ist, dass die Giants Nördlingen als Aufsteiger eine gute Saison in der ProB spielen.

Nach der Verletzung von Fabian Brütting führt Schmidkunz die Mannschaft neben Jordan Talbert als Kapitän in die Spiele. „Unser richtiger Kapitän ist aber weiterhin Fabi. Ich will nicht sagen, dass ich der geborene Führungsspieler bin, versuche nach seiner Verletzung aber, die Mannschaft auf dem Spielfeld zu führen“, bekräftigt Schmidkunz. Das ist auch eine Eigenschaft, die die Verantwortlichen von ihm sehen wollen – neben seiner Stärke im Spielaufbau und der Zuverlässigkeit als Distanzschütze.

Timm Metzler, Manager der Giants, bezeichnet Schmidkunz als Anführer. „Janek sagt, wo es lang geht. Er ist immer hoch motiviert und ein absolutes Vorbild, was professionelle Arbeit angeht“, sagt Metzler – und fügt mit einem ironischen Unterton hinzu: „Er ist auch eine Berliner Schnauze.“ Manchmal frech, aber das gehöre dazu. Ein Vorbild ist Schmidkunz zudem für die jungen Basketballer beim TSV Nördlingen, bei dem er die U12 trainiert. „Janek hat bei Alba Berlin und am College eine sehr gute Ausbildung genossen“, sagt Metzler. „Das gibt er weiter.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Giants sind wiederum stark daran beteiligt, dass der Berliner leidenschaftlich auftritt. „Den Spaß am Basketball in Deutschland habe ich erst in Nördlingen wieder gefunden“, sagt Schmidkunz, der in seiner Jugend bei Alba Berlin spielte. Hintergrund: Im Juli 2014 kehrte er zurück nach Deutschland, nachdem er vier Jahre lang für das American International College in der NCAA Division II gespielt hatte, der zweithöchsten College-Liga in den Vereinigten Staaten. In Springfield schloss er auch sein Bachelor-Studium im Fach International Business ab.

Der folgende Schritt zurück nach Europa aber war schwierig, obwohl er sich bewusst dafür entschieden hatte – wegen seiner Basketball-Karriere. „Ich habe so viel Zeit in Basketball investiert und wollte Basketball auf jeden Fall zum Beruf machen.“ Da kam das Angebot von den MLP Academics Heidelberg in der ProA gerade recht. Glücklich war Schmidkunz in der Kurpfalz jedoch nicht, weshalb er sich im Sommer zum Wechsel zu den Giants entschied. „Im Vergleich zum Vorjahr bin ich ein ganz anderer Spieler“, sagt er. Der Grund dafür sei eine Mannschaft, die harmoniert. „Die Chemie ist ausgesprochen gut. Wir sind eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die nicht von einem Einzelspieler abhängig ist.“

Entscheidend sei auch, dass Trainer Mario Matic der Mannschaft „enormes Vertrauen“ schenke – trotz der dünnen Besetzung. Nach der bislang erfolgreichen Saison ist das Ziel des Aufsteigers, sich für die Playoffs zu qualifizieren, durchaus zu verwirklichen. Und nichts anderes ist das Ziel von Schmidkunz im neuen Jahr. „Wir können jeden schlagen, was wir gegen Ehingen gezeigt haben. Falls wir die Playoffs erreichen, wird es auch da jeder Gegner schwer gegen uns haben.“ Gelingt den Giants das, sind die Chancen auch gut, dass der Kreuzberger Jung in Nördlingen bleibt. Andere Gedanken hat er momentan ohnehin nicht. „Ich bin zufrieden mit der Herausforderung und genieße die Zeit. Hier bin ich der Spieler, der ich sein will.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Anni%20M%c3%a4kitalo%20002.jpg
Basketball Frauen

Mit mentaler Stärke spielen sich die Angels ins Viertelfinale

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen