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Oettingen

22.04.2020

Nachfolger gesucht: Braucht der TSV einen Notvorstand?

Der Vorsitzende des TSV Oettingen trägt eine große Verantwortung. Bis jetzt hat sich kein Nachfolger für Josef Mayer gefunden.
Bild: Josef Heckl

Plus Der TSV Oettingen ist eine sportliche Institution im Ries. Doch aktuell plagen den Verein große Personalsorgen. Die Suche nach einem neuen Vorstand läuft schleppend.

Der TSV Oettingen blickt auf eine lange Historie zurück. Bereits im Jahr 1911, also vor mehr als 100 Jahren, wurde hier Fußball gespielt, damals noch unter dem Namen FC Concordia Oettingen. Der Verein entwickelte sich weiter, die Zahl der Abteilungen stieg und ebenso die Zahl der Mitglieder. Doch jetzt, im Jahr 2020, steht der TSV vor einem handfesten Problem: Ein Großteil des Gesamtvorstandes tritt nicht erneut an – und die Suche nach einer Neubesetzung läuft schleppend.

Im November des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass fünf der insgesamt neun Vorstände ihr Amt niederlegen wollen, darunter der erste und zweite Vorstand, der Kassier und der Schriftführer. „Das sind alles Leute, die sehr lange im Vorstand tätig waren“, sagt Josef Mayer, der selbst noch erster Vorstand des Vereins ist. Bei ihm und einigen seiner Kollegen herrsche eine gewisse „Amtsmüdigkeit“, wie Mayer sagt. Mit der neuen Vorstandschaft wolle man den Verein auch verjüngen und neue Sportarten anbieten. „Es wird Zeit für neue Gesichter.“

Die Bereitschaft, einen Posten im Verein zu übernehmen, sei grundsätzlich sogar gegeben, so Mayer. Im Angesicht der Personalsorgen habe man kräftig die Werbetrommel gerührt, Aufrufe in der Zeitung und bei den Mitgliedern gestartet. Mit Teilerfolgen: „Es gibt schon ein paar auch im Alter zwischen 20 und 40, die sich das vorstellen können“, sagt Mayer. Vier von fünf frei werdenden Posten könne man schon jetzt besetzen. Das Problem ist: Keiner von den Kandidaten sei bereit, auch das wichtige Amt des ersten Vorsitzenden zu übernehmen.

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Die Verantwortung eines Vereinsvorsitzenden ist groß

Denn die Verantwortung eines Vereinsvorstandes sei mitunter hoch, sagt Mayer. Der TSV Oettingen verzeichne einen Jahresumsatz von etwa 450000 Euro und verfüge über ein vier bis fünf Hektar großes Gelände. Weiter gelte es, Gesetze und Datenschutzverordnungen zu beachten, die Finanzen im Blick zu behalten und sich um Organisatorisches zu kümmern. „Da geht schon sehr viel Zeit drauf.“ Mayer ist 54 Jahre alt, seit nunmehr zwölf Jahren ist er erster Vorsitzender des TSV Oettingen. Auch für ihn sei es nun an der Zeit, die Hauptverantwortung abzugeben.

In ein bis zwei Monaten wollen die alten Vorsitzenden aufhören. Wie aber geht es weiter, wenn sich bis dahin kein Ersatz gefunden hat? Dann, sagt Mayer, müsse vorübergehend ein Notvorstand eingesetzt werden. Ein solcher kann gesetzlich immer dann einberufen werden, wenn nicht alle Vorstandsposten laut Satzung besetzt werden können. Das zuständige Amtsgericht bestimmt dann eine juristische Person, in der Regel einen Anwalt. Diese übernimmt dann die Vereinsgeschäfte und versucht, einen „regulären“ Vorstand auf die Beine zu stellen.

Der neue Oettinger Bürgermeister könnte helfen

Soweit aber will man es beim TSV Oettingen nicht kommen lassen. Mayer sagt: „Wir haben noch einen letzten Trumpf in der Tasche.“ Sollte die Situation sich nicht bessern, will der Vorstand im Mai ein Gespräch mit dem neuen Oettinger Bürgermeister, Thomas Heydecker, führen. Auch, um zu erörtern, wie und ob Heydecker helfen kann oder ob er übergangsmäßig gar selbst den Vorsitz übernehmen wird.

Mayer betont: „Die Bereitschaft in Oettingen, ein Ehrenamt zu übernehmen, ist ja grundsätzlich sehr hoch.“ Genau darin liege auch ein Teil des Problems. „Viele derjenigen, die für uns in Frage kommen würden, sind bereits im Vorstand eines anderen Vereins.“

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