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Motorsport

11.10.2019

Neunter Meistertitel ein hartes Stück Arbeit

Der Oettinger Hans Schlotter hat mit seiner BMW R 100 zum neunten Mal hintereinander die BMW Boxer Trophy gewonnen. Nach einem schweren Sturz musste er sich in dieser Saison aber regelrecht durchbeißen.
Bild: Manfred Duckhorn

Nach einem schweren Sturz Ende Juli muss Hans Schlotter drei Rennen ausfallen lassen und beim Saisonfinale die Zähne zusammenbeißen. Warum der Oettinger am Wochenende endgültig zum „alten Haudegen“ wird

Motorrad-Piloten sind per se harte Burschen. In Positionskämpfen muss man sich immer wieder mal mit Körper und Maschine behaupten und die Gefahr ist natürlich ein ständiger Begleiter. Deshalb gilt es aufzuhorchen, wenn der hierzulande bekannteste Vertreter dieser Zunft, der Oettinger Hans Schlotter, nach einer wieder einmal erfolgreichen Saison sagt: „Der Weg zu meiner neunten Meisterschaft war kein Spaziergang.“

Was war passiert? Schlotter führte nach neun Rennsiegen in elf Wertungsläufen das Classement der BMW Boxer Trophy auch in dieser Saison souverän an, als er im zweiten Lauf von Oschersleben (Sachsen-Anhalt) „abgeschossen“ wurde, wie es in der Rennfahrersprache so schön bildhaft heißt, wenn ein Rennkollege von hinten auffährt. Statt aufs Siegerpodest ging es nach dem schweren Sturz ins Krankenhaus, in den ersten 24 Stunden sogar auf die Intensivstation. Die Diagnose: Rippenbrüche mit Lungenkollaps und Knöchelbruch am rechten Fuß. Schlotter musste Ende Juli eine Woche im Krankenhaus bleiben.

An einen Start Mitte August im tschechischen Most war unter diesen Umständen natürlich nicht zu denken und der schärfste Konkurrent Werner Müller (Klingsmoos) verkürzte mit drei Siegen in Folge den Rückstand auf Schlotter vor den letzten zwei Rennen auf 22 Punkte. Konsequenz: Der Oettinger, obwohl längst noch nicht wieder fit, musste beim Saisonfinale in Luxemburg noch einmal ran. Mit getaptem Knöchel reichte es dann zu einem Rennsieg und einem zweiten Platz – der neunte Meistertitel in Folge war unter Dach und Fach. Schlotter ärgerte sich dabei über einige Äußerungen seines Rivalen Müller, der davon sprach, nur mit Pech den Gesamtsieg verpasst zu haben. Der Oettinger: „In Schleiz habe ich ihm sogar meinen Ersatzvergaser geliehen, sonst wäre er da komplett ausgefallen.“

Die große Siegerehrung findet am 16. November in Worms statt. Gefeiert wird im Hause Schlotter auch an diesem Wochenende, denn der Motorrad-Pilot feiert seinen 70. Geburtstag. Damit wird er wohl endgültig zum alten Haudegen, mit dem es anzustoßen gilt. Vielleicht mit einem Schlückchen ... Benzin?

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