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1. Basketball-Bundesliga

03.10.2019

Nördlinger Angels auf Wolke sieben

Nach dem Auswärtssieg in Saarlouis waren die Angels natürlich bestens gelaunt. Vorne in der Mitte Rückkehrerin Sami Hill.
Bild: Martin Fürleger

Erstmals seit rund einem Jahr gelingt den Rieser Korbjägerinnen wieder ein Auswärtssieg. Zum Triumph in Saarlouis trägt auch die in einer Nacht-und-Nebel-Aktion wieder verpflichtete Kanadierin Sami Hill bei.

Ein ganzes Jahr lang hatte man im Lager der Angels-Fans darauf gewartet, diesen Schlachtruf anzustimmen: „Auswärtssieg, Auswärtssieg.“ Kein einziger dieser so wichtigen Erfolgserlebnisse wollte den Rieserinnen in der vergangenen Saison gelingen. Und jetzt, in der neuen Spielzeit, klappt dies gleich im ersten Versuch. Bei den inexio Saarlouis Royals entführten die Xcyde-Mädels am Donnerstagnachmittag mit 94:84 (23:20, 26:13, 17:26, 28:25) die Punkte.

„Mutter“ des Sieges war erneut US-Girl Leslie Vorpahl. Sie dirigierte nicht nur das Geschehen, sondern setzte immer, wenn es nötig war, einen drauf. Mit sechs Treffern aus sieben Versuchen von jenseits der Dreierlinie unterstrich die nur 1,68 m große Point-Guard-Spielerin ihre werferischen Qualitäten.

Zur Halbzeit führten die Gäste bereits mit 16 Punkten Vorsprung, doch wie so oft im Basketball, sollte es noch einmal eng werden. Angeführt von ihrer überragenden Werferin Jessica Kovatch, die mit 36 Punkten das Spiel ihres Lebens ablieferte, saugten sich die Royals wieder heran bis auf fünf Punkte Abstand im letzten Spielabschnitt. Coach Imreh musste jonglieren und seine foulbelasteten Spielerinnen rotieren lassen. Gut, dass man in einer Nacht- und Nebel-Aktion Rückkehrerin Sami Hills Spielberechtigung klarmachen konnte. Gut, dass Magaly Meynadier an alter Wirkungsstätte – zwei Jahre spielte sie noch im Trikot der Royals – aufzeigte, dass sie sich im Moment in der Form ihres Lebens befindet. Und gut, dass sich Jung-Star Luisa Geiselsöder unter den Körben immer besser durchzusetzen weiß. Vor den Augen von Bundestrainer Patrick Unger lieferte die 20-Jährige quasi eine Bewerbung für die A-Nationalmannschaft ab.

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Ein Feiertag am Feiertag. Nach der Schlusssirene feierten die Xcyde-Angels ihren Sieg ausgelassen, hörten den lobenden Worten ihres überglücklichen Coaches zu und freuen sich nun auf ein Bundesliga-Spitzenspiel am kommenden Sonntag, endlich zu Hause vor heimischem Publikum gegen die ebenfalls ungeschlagenen Rutronik Stars Keltern, den deutschen Vizemeister. Coach Ajtony Imreh meinte nach dem Match: „Der Schlüssel zu diesem Sieg waren unsere Vorbereitung, unsere mentale Stärke und unsere Teamchemie. Natürlich gab es individuelle Glanzleistungen in der Offensive, aber das Team war ausschlaggebend. Das macht mich sehr stolz.“ (kw)

Angels Leslie Vorpahl (27 Punkte/ 6 Dreier), Danielle McCray (9, 8 Rebounds), Magaly Meynadier (17, 1 Dreier), Stephanie Sachnovski (2), Julia Förner (5), Samantha Hill (8, 1 Dreier), Luisa Geiselsöder (19), Laura Geiselsöder (3), Heta Äijänen (4). – Bei Saarlouis stachen heraus: Jessica Kovatch (36 Punkte, 7 Dreier) und Allison Gorrell (19).

Die aktuellen Ereignisse überholen die Saisonbroschüre

Das Thema Sami Hill bedarf noch ein paar Ergänzungen. Der Publikums-Liebling der vergangenen Saison ist zurück im Ries. In der druckfrischen Angels-Saisonbroschüre „Mirror“ ist noch zu lesen: „Einmal ein Angel, immer ein Angel,“ eine Art Abschiedsnotiz der sympathischen Kanadierin, nachdem man sich am Ende der letzten Saison nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte. Der „Mirror“ ist noch nicht im Umlauf und schon haben ihn die jüngsten Ereignisse überholt. Nachdem man sich letzte Woche mit der Amerikanerin Chelsea Jennings auf eine Vertragsauflösung einigte, ging alles blitzschnell. Da Hill noch mit dem Team Kanada beim FIBA America Cup aktiv war, hatte sie auch noch keinen neuen Verein gefunden und stand zur Verfügung. Alles andere war Formsache und ging im Rekordtempo. Noch am Sonntag rannte die 1,80 m große Flügelspielerin in Puerto Rico für Team Canada über das Parkett, übrigens im Endspiel gegen den Erzrivalen USA. Einen Tag später saß sie bereits im Flieger nach Frankfurt, wo sie am Montag von BG-Vorstand Peter Struck abgeholt wurde. Die vielschichtigen Formalitäten wie Aufenthaltstitel, Anti-Doping-Erklärung etc. konnten in rekordverdächtigen 24 Stunden abgearbeitet werden, zumal ihr Spielerpass ja noch aus der Vorsaison unangetastet in der Schublade des sportlichen Leiters Kurt Wittmann lag: „Das Ganze ist ein extremer Glücksfall für uns. Da passte ein Rädchen ins andere und wir sind sicher, dass Sami auch genauso nahtlos ins Teamgefüge und ins Spielsystem unserer Mannschaft passt“, sagt Wittmann. Hills Athletik und Schnelligkeit sind die Tugenden, die Coach Imreh auf dieser Position erwartet. Mit ihrer Einstellung und ihrer Kampfkraft wird die 24-Jährige den Xcyde-Mädels noch mehr Energie verleihen. Wer sich live davon überzeugen möchte: Am Sonntag um 16 Uhr steigt das erste Heimspiel der Saison gegen das Topteam aus Keltern und dann - nach dem Sieg am Donnerstag in Saarlouis - schon zum zweiten Mal mit Sami Hill im Trikot der Xcyde Angels.

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