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Basketball

21.02.2021

Nördlinger Angels behalten im Endspurt die Nerven

Enttäuschte Saarländerinnen (gelbe Trikots), freudige Angels (von links in den dunklen Trikots): Laken James, Respect Leaphart und Julia Köppl.
Bild: Rolf Ruppenthal

Plus Beim knappen Auswärtssieg in Saarlouis überragt US-Girl Tori Waldner. Bereits am kommenden Mittwoch geht's zum Tabellenzweiten Wasserburg.

Ein reguläres Basketballspiel dauert 40 Minuten. Das Auswärtsspiel der XCYDE Angels bei den inexio Royals Saarlouis fand optisch nur die letzten zehn Minuten statt, in denen man den zweiten Sieg in Folge mit 54:51 klar machte. Die vorausgegangenen 30 Minuten verliefen eher freundschaftlich kooperativ nach dem Motto: „Nimm du den Ball, ich habe ihn sicher“. Coach Ajtony Imreh sprach nach dem Sieg von einer kleinen Sensation. Nördlingens sportlicher Leiter Kurt Wittmann fasste es anders zusammen: „A win is a win is a win.“

Mindestens zwei der drei „Wins“ der sportlichen Leitung hat sich Tori Waldner verdient. 23 Punkte, 15 Rebounds, zur Halbzeit bereits mit 12 Punkten und 10 Rebounds ein Double/Double: Sie war der berühmte und vielzitierte X-Factor im Nördlinger Spiel. Doch der Reihe nach: 4:0 und zwei Turnovers hatten sich die Angels gleich zu Beginn der Partie eingefangen. Die Königlichen starteten mit einer aggressiven Mannverteidigung und zwangen die Angels zu suboptimalen Aktionen. Bis zur fünften Minute hatten sich die Nördlingerinnen vom Verteidigungsdruck befreit, wurden für die harte Arbeit in der Offensive belohnt und gingen durch Anneke Schlüter mit 6:5 in Führung. Diese konnte dank starker Aktionen von Tori Waldner und einer Reihe von Ballverlusten der Gastgeberinnen über ein 12:6 auf das 16:10-Viertelergebnis ausgebaut werden. Zehn gegnerische Punkte in dessen Halle? Das lässt aufhorchen.

Mit knapper Führung in die Halbzeit

Im zweiten Viertel hatte man lange Zeit den Eindruck, dass keine der beiden Teams das Spiel gewinnen wollte. Dabei ging es für beide um den Anschluss an die begehrten Play-Off-Plätze. Den Royals musste man mangelnde Chancenauswertung vorwerfen (30 Prozent Trefferquote, nur sechs von 14 Freiwürfen verwandelt), den Kraterbasketballerinnen bekannte Unkonzentriertheiten. Immerhin lag man auch in der Reboundstatistik vorne (23:18). Zwar ging das Viertel mit 15:11 an die Saarländerinnen, doch kurz vor dem Halbzeitsignal schien man sich auf dem Feld dann doch einig, dass die Halbzeit an die Rieserinnen gehen soll (25:27).

Die zweite Hälfte begann mit einer Besonderheit aus Nördlinger Sicht: Die Angels erhielten ihr drittes unsportliches Foul. Eine Rarität. Genauso wie saarländische Punkte von der Freiwurflinie (9 von 19 Versuchen). Und es gab eine Führung für die Gastgeberinnen, die aber nur einen Angriff anhielt. Wer sonst außer Tori Waldner, dazu noch mit einem Dreier, warf ihre Farben wieder in Front (25. Min., 32:34). Das Spiel entwickelte sich immer mehr zu einem „run and gun“, einem Rennen und (erfolglosen) Schießen. Wenig einkömmlich für das Punktekonto der Mannschaften und wenig attraktiv für Zuschauer am Livestream. 34:40 hieß es vor dem letzten Durchgang.

Fünf Führungswechsel in zwei Minuten

Was also sollte das letzte Viertel noch Spektakuläres bieten? Einiges. Kaum 40 Sekunden und zwei haarsträubende Fehler der Kraterbasketballerinnen nach Beginn später hieß es 41:40 für die Gastgeberinnen. Dem Gesetz der Serie folgend holte erneut Tori Waldner die Führung zurück. Fünf Führungswechsel in zwei Minuten brachten nun ein zumindest spannendes Basketballspiel auf den Weg. In der 35. Minute stand es 49:49, eine Verlängerung des Spiels wünschte sich aber niemand. Als Anneke Schlüter in der 38. Minute ihre Punkte 17 und 18 machte, dachte keiner daran, dass dies die letzten Feldpunkte des Spiels sein würden. Saarlouis brachte keinen überzeugenden Angriff mehr zustande und Laken James erzielte per Freiwurf den 51:54-Endstand. Nimmt man die Tatsache der saarländischen Aufrüstung mit drei Neuzugängen und die lange Anfahrt nach Saarlouis, ist der Erfolg, Rubrik Arbeitssieg, nicht unverdient. Glücklich ist er allemal, denn die Angels gönnten den Gastgeberinnen 19 Punkte aus Ballverlusten. Die Royals bedankten sich dafür mit einer desolaten Freiwurfquote.

Am kommenden Mittwoch bedarf es einer klaren Leistungssteigerung, will man beim Tabellenzweiten TSV Wasserburg nicht untergehen. Aber man kann mit Selbstvertrauen und zwei Punkten Vorsprung auf die Nicht-Play-Off-Plätze befreit anreisen.

XCDE Angels Selma Yesilova (nicht eingesetzt), Magaly Meynadier, Levke Brodersen (4 Punkte/6 Assists/5 Rebounds, Steffi Sachnovski (n.e.), Julia Köppl (2 Punkte/8 Rebounds), Laura Geiselsöder, Laken James (3), Anneke Schlüter (18/2 Dreier), Respect Leaphart (4), Tori Waldner (23/15 Rebounds).

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