Böllerschießen

15.10.2019

Pulverdampf und Böllerknall

Höhepunkt des Böllerschützen-Jubiläums in Fremdingen: das Platzschießen mit Salut.
Bild: Silvia Wagner

Vor 350 Jahren erste urkundliche Erwähnung in Fremdingen

Die Hubertus-Schützen der Nordries-Gemeinde feierten kürzlich das 350-jährige Böllerjubiläum.

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In den „Heiligenrechnungen“ von 1669 heißt es, dass an „Festo Corporis Christi“ (Fronleichnam) Schützen und Fahnenträger den Pfarrer und das Allerheiligste durch das Dorf begleiteten und dafür eine Brotzeit auf Kosten der Kirchenstiftung erhielten. Die Ausgaben für Salpeter, der zum „Böllerschießen“ notwendig war, gingen zu Lasten der Gemeinde.

Ein weiterer Nachweis, dass Böllerschießen in Fremdingen eine lange Tradition hat, geht aus einem Zeitungsbericht der Rieser Nachrichten über den Fremdinger Leonhardi-Ritt von 1934 hervor. Dort heißt es: „Schon am frühen Morgen kündeten Böllerschüsse den Anbruch des Festtages an.“

Pulverdampf und Böllerknall

Im Herbst 1994 kam bei den Hubertus-Schützen der Gedanke auf, die alte Tradition wieder aufleben zu lassen und am 20. Januar 1995 erfolgte der Beschluss dazu in der Generalversammlung. Die urkundliche Erwähnung von 1669 ermöglichte es den Fremdingern, 1995 die damals noch strengeren Voraussetzungen zu erfüllen und als einer der ersten Vereine im Riesgau Nördlingen eine Böllerabteilung zu gründen.

Seit dieser Zeit ist das Böllerschießen im ganzen Land regelrecht aufgeblüht und fasziniert vor allem bei Böllertreffen durch die Mischung aus Tradition und Moderne und mit viel Gemütlichkeit in unserer sonst so hektischen Zeit. Neben diesen Böllertreffen gehören seit der Wiedergründung allen voran die Fronleichnamsprozession und der Volkstrauertag zu den Pflichtterminen. Dazu kommen noch Geburtstage, Hochzeiten, Beerdigungen und besondere Anlässe.

Zu diesem 350-jährigen Jubiläum begrüßte 1. Schützenmeister Richard Pfaller nun 18 befreundete Böllergruppen mit rund 70 Böllerschützen und 15 Kanonieren sowie zahlreiche Gäste im Schützenhaus und vermittelte einen kleinen Einblick in die Geschichte.

Nach dem Grußwort des 2. Bürgermeisters Jürgen Baierle machten sich die Böllerschützen dann auf zum Höhepunkt des Tages, dem „Platzschießen“ mit „Pulverdampf und Böllerknall“ unter Kommando von Richard Pfaller. Ein perfekter Salut beschloss das unfallfreie Schießen und läutete den gemütlichen Teil des Abends ein. (afi)

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