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Basketball

30.03.2015

Sehenswerter Fight

Sidney Parsons musste zwar nach einer Fußgelenks-Verletzung von Spielfeldrand aus zuschauen, hatte aber bis dahin eines ihrer besten Spiele in der Hermann-Keßler-Halle abgeliefert.
Bild: Jochen Aumann

Angels landen 72:58-Play-Off-Sieg gegen die Hurricanes Rotenburg

„Game One - Won“. So kurz könnte man den Play-Off-Sieg der TH Wohnbau Angels Nördlingen gegen die Avides Hurricanes Rotenburg zusammenfassen. Doch damit würde man diesem hart geführten und über weite Strecken hochklassigen Basketball-Spiel nicht gerecht werden.

Geschlagene zwei Jahre mussten die Basketball-Fans Nördlingens auf das Play-Off-Feeling warten. Doch das Warten hat sich gelohnt. In der gut besuchten Hermann-Keßler-Halle herrschte Bombenstimmung, aber auch eine gewisse Anspannung, doch die gehört nun mal dazu. Play-Off-Feeling eben. Es dauerte nur wenige Sekunden bis die größte Spannung sich löste, nämlich mit den ersten Punkten von Nayo Raincock-Ekunwe. Auch die Gäste aus Rotenburg hatten einen Spannungslöser dabei: Janae Young bewies Führungsqualitäten und hielt ihr Team auf Tuchfühlung. Nahezu ohne Unterbrechung lieferten sich Angels und Hurricanes einen wirklich sehenswerten Fight auf hohem Niveau. Play-Offs eben. Mit knappen Vorteilen für die Gäste: 17:19. Dass die Nordlichter nicht nach Bayern gereist waren, um etwas zu verschenken, war schnell klar. Enorm kämpferisch und mit vollem Einsatz, besonders im Rebounding, erarbeiteten sie sich einen kleinen Vorsprung. Doch da zogen die Angels um Sidney Parsons das Tempo an und immer wenn Pat Bärs Truppe den Ball schnell nach vorne trug, hatte sie die Nase vorn.

Rotenburgs Verteidigung konzentrierte sich darauf, Nördlingens Topscorer Jeltema aus dem Spiel zu nehmen. Die Freiräume, die sich daraus ergaben, eröffneten Womack und Raincock mehr offensive Möglichkeiten als sie gewohnt sind, und die beiden ließen sich nicht zwei Mal bitten.

Vor allem die Kanadierin strotzte vor den Augen ihres Landsmanns Hainault vom VfR Aalen nur so vor Spielfreude. 16 Punkte und 15 Rebounds sind Werte, über die sich nicht wenige Spielerinnen am Ende eines Spiels freuen würden. Nayo Raincock-Ekunwe hatte dies bereits zur Halbzeit angesammelt.

Talent im Sammeln bewiesen auch Rotenburgs Manckerts und Arlen, allerdings im Foul-Sammeln. Beide saßen zur Halbzeitpause bereits mit hängenden Köpfen und vier Fouls belastet auf der Bank und der Blick zur Anzeigentafel heiterte sie nicht auf, denn da leuchtete ein 44:32 für die Angels. Ein Sonderlob verdiente sich außerdem Carina Högg. Ihre 6 Punkte, 4 Rebounds, 2 Steals und 2 Assists trugen wesentlich zum überragenden Viertelergebnis von 27:13 bei. Doch bei aller Euphorie zur Halbzeit. Rotenburg hatte sich noch lange nicht aufgegeben. Mit enormer Physis und Treffsicherheit von der Drei-Punkte-Linie knabberten die Nordlichter am Vorsprung der Angels und konnten sich bis zum Ende des dritten Abschnitts wieder auf neun Punkte heranpirschen. Und kaum waren zwei Minuten im Schlussabschnitt gespielt, da lagen noch magere fünf Pünktchen zwischen Angels und Hurricanes: Play-Offs eben.

Zu allem Überfluss verletzte sich Nördlingens Point-Guard Parsons am Fußgelenk, so dass sie nicht mehr eingesetzt werden konnte. Als wäre dies ein Weckruf für ihre Mitspielerinnen gewesen, legten Womack und Co. wieder eine Schippe drauf.

Fanny Szittya mit beherztem Zug zum Korb und einem sehenswerten Jumper stellten den alten zweistelligen Vorsprung wieder her. Als dann Melissa Jeltema, die während des gesamten Spiels bis an die Grenze des Erlaubten und auch darüber hinaus beackert wurde, in der Schlussminute ihren ersten Dreier traf, war der erste Play-Off-Sieg eingetütet. Das 72:58 war das Ergebnis einer kompakten Mannschaftsleistung mit einigen herausragenden Einzelkönnern, aber auch das Resultat eines mental gefestigten Teams, das sich den Umständen anpassen kann und auch wenn die Dinge widrig laufen, sich stellt, sich konzentriert und an sich glaubt. Rotenburg zollte seiner extrem harten Gangart Tribut. Einerseits kassierten das Team 13 Freiwurfpunkte gegenüber nur vier eigenen und andererseits ging den Nordlichtern am Ende sichtlich die Energie aus, kein Wunder bei dem körperbetonten Einsatz, den die Hurricanes in der Defense investierten. Am Ostersamstag steigt das Rückspiel. Coach Bär möchte alles dafür tun, dort bereits den zum Einzug ins Halbfinale nötigen Sieg einzuheimsen. Falls dies nicht klappt, kommt es am Ostermontag zum alles entscheidenden dritten Spiel, dann wieder in Nördlingen.

Statistik: Alysha Womack (14), Gergana Georgieva (5), Nayo Raincock-Ekunwe (18 Punkte, 20 Rebounds), Fanny Szittya (4, 2 Ass, 2 Steals), Melissa Jeltema (14, 16 Rebounds), Carina Högg (8, 8 Rebounds, 3 Ass, 3 Steals), Laura Geiselsöder und Sidney Parsons (9, 7 Ass.)

Bei Rotenburg fielen auf: Mallard (26 Punkte, 11 Rebounds), Young (8,8) Reboundvergleich: 54:44; Freiwürfe: 13 von 21 : 4 von 4; Assists: 21:14 Kurt Wittmann

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