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Marktoffingen

14.05.2020

Warum ein Rieser zu den Pionieren im Beachsoccer zählt

Marc Lamberger gibt taktische Hinweise am Munich Beach Resort.
Bild: Matthias Meyer

Plus Die Trendsportart liegt derzeit zwar aufgrund der Corona-Pandemie brach, hat aber erkennbar gute Zukunftschancen. Ein Rieser Übungsleiter zählt zu den Vorreitern der aktionsreichen Fußball-Variante.

Eigentlich hätten die deutschen Nationaltorhüter im April in El Salvador trainieren sollen – bei schweißtreibenden Einheiten im Sand, um fit zu werden für eine intensive Saison. El Salvador, Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen trainieren mit Andreas Köpke im Sand? Um für Klarheit zu sorgen: Nein, es geht nicht um die weltweit bekannten Profitorhüter, sondern um Marius Ebener & Co. Ebener ist die Nummer 1 der deutschen Beachsoccer-Nationalmannschaft. Der 22-Jährige aus Oberhausen ist hauptberuflich Feuerwehrmann und spielt für den amtierenden deutschen Vizemeister im Strandfußball, die Beach Royals Düsseldorf. Sein Torwarttrainer bei der Beachsoccer-Nationalmannschaft ist auch nicht Andreas Köpke, sondern der im Ries aufgewachsene Marc Lamberger. Beide streben danach, dass man Deutschland in einigen Jahren vielleicht auch im Sand als das „Land der Torhüter“ wahrnimmt.

Dabei ist Torwarttraining im Sand auch in Deutschland generell nichts Neues. „Mein erster Torwarttrainer Andreas Heuberger hat mich mit zehn Jahren im Sommer oft auf einem Beachvolleyballplatz in Mönchsdeggingen trainieren lassen“, erinnert sich Lamberger, der für den TSV Mönchsdeggingen, FSV Marktoffingen und TSV Nördlingen aktiv war. „Mit Beachsoccer hatte das nichts zu tun, die Sportart kannte vermutlich keiner von uns. Es war eben Torwarttraining im Sand, um den Abdruck zu verbessern und mal was auf anderem Untergrund zu trainieren.“

Keine großen Unterschiede zum Rasen-Sport

Beachsoccer lernte Lamberger während seiner Sportmanagement-Studiums in München kennen, wo er bei den Bavaria Beach Bazis in der Deutschen Beachsoccer-Liga zunächst als Torwart und die vergangenen zwei Jahre als Cheftrainer tätig war. Große Unterschiede zum Torwartspiel auf Rasen will Lamberger aber auch gar nicht aufzählen. „Beachsoccer ist keine andere Sportart, es ist einfach eine andere Fußballvariante“, sagt der 29-Jährige, der hauptberuflich Torwartkoordinator für die U9 bis U17 am Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München ist. Das Torwartspiel im Beachsoccer ähnele dem Torwartspiel auf Rasen sehr.

„Ein guter Torwart braucht eine gute Fangsicherheit, einen guten Abdruck, eine gute Reaktionsfähigkeit, ein gutes Verhalten im Eins-gegen-Eins, eine gute Raumverteidigung und eine gute Übersicht plus Technik im Spielaufbau, also Fähigkeiten, die auch jeder gute Torwart auf Rasen braucht. Hinzu kommt die mentale und psychische Stärke.“ Der Unterschied sei vor allem das Spiel am Fuß, die Ballverarbeitung und das Passspiel in der Luft. Des Weiteren habe ein Beachsoccer-Torwart deutlich mehr Aktionen pro Spiel als auf Rasen. Das liegt daran, dass im Sand auf einem kleineren Feld und Fünf gegen Fünf gespielt wird. Sprich: Torschüsse sind aus allen Lagen möglich, selbst Torhüter erzielen regelmäßig Treffer. „Aus meiner Sicht ist die Position des Torwarts die komplexeste im Beachsoccer, weil man aus fast jeder Lage Tore schießen und somit auch kassieren kann“, sagt Lamberger.

Kein Sport für's große Geld

Zu den derzeit besten Torhütern der Welt zählen der Brasilianer Mao, der Italiener Simone Del Mestre, der Russe Maksim Chuzkhov, der Spanier Dona und der Portugiese Elinton Andrade, ehemals Profi-Torhüter beim französischen Top-Klub Olympique Marseille. Die meisten der genannten Beachsoccer-Torhüter sind bereits Ende 30 oder sogar Anfang 40. Marius Ebener steht erst am Beginn seiner Karriere und zeigte 2019 bei der Euro Beach Soccer League und der WM-Qualifikation herausragende Spiele für den DFB.

Wer viel Geld verdienen möchte, ist beim Beachsoccer falsch. Es zählt vor allem die Leidenschaft für den Sport. Hinter den Vereinen stecken meist kleinere Sponsoren. Ziel sei es daher nicht nur, höherklassige Torhüter zu begeistern, sondern auch die Basis zu stärken.

Ein gutes Startbrett für junge, talentierte Torhüter sind die Beachsoccer-Wettbewerbe im Bayerischen Fußball-Verband. Dafür können sich generell alle Vereine aus dem Ries, aber auch Hobbyteams anmelden, erklärt Marc Lamberger. Die nächsten Turniere in Bayern werden allerdings erst 2021 stattfinden – der BFV hat die Beachsoccer-Saison in Bayern wegen der Corona-Krise bereits abgesagt.

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