Basketball

24.03.2014

Weiterhin erstklassig

Trotz harter Bewachung durch Marburgs Ama Degbeon versucht Sasha Tarasava ein Anspiel auf eine besser postierte Mitspielerin. Die Weißrussin lieferte am Samstag eine überzeugende Leistung ab.
Bild: Nadine Weigel

Dank Schützenhilfe aus Herne bleibt das Friendsfactory-Team trotz eigener Niederlage im Oberhaus

Die gute Nachricht zuerst: Nördlingen bleibt erstklassig. Trotz der 69:74-Niederlage beim Tabellenzweiten Marburg bleibt die BG Donau-Ries mit ihrem Team, den Friendsfactory Baskets Nördlingen in der Bel Etage des deutschen Basketballs, weil im Fernduell Osnabrück in Herne mit 59:93 verlor und damit in der Schlusstabelle einen Sieg weniger aufzuweisen hat als die Rieserinnen. Hernes Erfolg gegen Osnabrück geschah allerdings nicht völlig uneigennützig, denn die Truppe aus NRW sichert sich damit den vierten Tabellenplatz und das Heimrecht in der ersten Play-Off-Runde.

So knapp war es noch nie. Seit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga im Jahre 2008 war dies die prekärste Situation, der die Verantwortlichen der BG Donau-Ries je gegenüberstanden: am letzten Spieltag auswärts gewinnen zu müssen, um nicht abzusteigen. Nach einer Saison, in der nach Murphys Gesetz fast alles schief ging, was schief gehen konnte, war dieser letzte Spieltag das Tüpfelchen auf dem i, die Zerreißprobe für die Nerven der Nördlinger. Doch am Ende ging dank der Schützenhilfe aus NRW doch noch alles glimpflich aus und man hält mit einem zugegebenermaßen enttäuschenden zehnten Platz die Liga.

Weißrussin Tarasava erzielt acht der ersten zehn Punkte

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Mit viel Energie und Selbstvertrauen starteten die Friendsfactory-Girls in die Partie in Marburg. Vor allem die Weißrussin Tarasava hatte sich viel vorgenommen und erzielte acht von zehn Punkten zur 10:2-Führung selbst. In der Defensive waren die Rieser Mädels perfekt eingestellt, wobei insbesondere Natalija Bondarenko gegen die Marburger Topspielerin Skuballa glänzte. Das verletzungsbedingte Fehlen von Juliane Höhne konnte in dieser Anfangsphase von gutem Teamwork kompensiert werden. Dabei war die Nördlinger 21:18-Führung zur Viertelpause fast noch schmeichelhaft für Marburg, hatten die Holesovsky-Mädels doch einige sehr gute Gelegenheiten ausgelassen.

Die Nördlinger Verteidigung legte ihren Fokus hauptsächlich auf die Defense gegen Skuballa und Zackery. Zwar taten sich dann natürlich Optionen für andere auf, doch die Marburger Angriffe schienen dadurch nicht so effektiv wie gewohnt. Im eigenen Angriff lautete die Devise: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Hier lag die Verantwortung auf vielen Schultern. So trugen sich Bondarenko, Georgieva und Gut in die Scorerliste ein. Erst als sich Unkonzentriertheiten einschlichen – Turnover Tarasava, Schrittfehler Georgieva – bekam Marburg etwas Zugriff auf das Match und konnte kurz vor der Halbzeitpause den Rückstand verringern. Dennoch hatten die Friendsfactory Mädels bislang eine tolle Teamleistung abgeliefert, dirigiert von Sasha Tarasava mit 16 Punkten, und führten verdient mit 42:36. Der 18-Punkte-Halbzeit-Rückstand von Osnabrück in Herne wurde dem Team nicht bekannt gegeben, um die Spannung hoch zu halten. Und hoch sollte sie bleiben, die Spannung.

Offensive Unzulänglichkeiten wurden durch aufopferungsvolle Verteidigung und gute Arbeit beim Rebound wettgemacht. Doch ein zwischenzeitlicher Zehn-Punkte-Vorsprung der Rieserinnen schmolz weg wie der nicht vorhandene Schnee dieses Winters. Immerhin zeigten Bondarenko und Georgieva gute Nerven an der Freiwurflinie und behielten so die Oberhand bis zum 52:50 am Ende des dritten Viertels, wobei Marburgs Skuballa bereits vier Fouls auf ihrem Konto hatte und US-Girl Zackery nach wie vor mit vereinten Kräften kontrolliert wurde.

Skuballa war es dann aber, die die Gastgeber mit einem Dreipunktespiel in Führung brachte, gefolgt von einem Schaake-Dreier und schwups drehte sich das Momentum in einem Match, das die Gäste bis dahin kontrolliert hatten. Jetzt erwachten auch die 600 einheimischen Zuschauer und wurden zum Faktor. Sie trommelten ihre Akteurinnen nach vorne und die ließen sich nicht zweimal bitten. Fünf Minuten vor Schluss lagen die Gastgeber bereits mit neun Punkten in Front und den toll kämpfenden Friendsfactory-Mädels schien ein wenig die Puste auszugehen. Nicht jedoch Sasha Tarasava. Lange hatte sie sich werferisch zurückgehalten, doch jetzt drehte sie noch einmal auf und verkürzte zusammen mit Linda Lehtoranta, die außerdem Skuballas fünftes Foul verursachte. Doch die Kraft der Nördlingerinnen reichte nicht mehr, um das Spiel erneut zu drehen. Was man über weite Strecken des Matches gut gelöst hatte (Zackery zu verteidigen, gute Würfe zu kreieren und zu treffen), ging jetzt mangels Kraft und Konzentration häufig schief und so das Match verloren. Mittlerweile war allerdings das Ergebnis aus Herne durchgesickert und unter die Tränen aufgrund der erlittenen Niederlage mischten sich Freudentränen, dass der Ligaverbleib gesichert war. Trotz aller Emotionen vergaßen Spielerinnen, Coach und Betreuer nicht, sich bei den mitgereisten Fans zu bedanken, die für eine tolle Stimmung in Marburg mitverantwortlich waren und ihr Team unermüdlich anfeuerten.

Friendsfactory Baskets: Natalija Bondarenko (7 Punkte, 5 Rebounds), Dimana Georgieva (7,2), Kathrin Gut (2), Morgan Henderson (10,10, 2 Dreier), Carina Högg (5,4), Linda Lehtoranta (8,4, 2 Dreier, 4 Steals), Fanny Szittya (6, 1 Dreier), Sasha Tarasava (26,6, 2 Dreier), Anna Thalhofer.

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