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Fußball

24.04.2020

Wie mit der Corona-Saison umgehen?

Der TSV Nördlingen hat gegen den Vorschlag des Vorstandes des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gestimmt, die Spielzeit 2019/2020 bis zum 31. August auszusetzen. Unser Bild zeigt von links: Andreas Schröter, Daniel Kerscher und Andreas Langer.

Plus Wegen der Corona-Pandemie können die Kicker derzeit nicht gegeneinander spielen. Der Bayerische Fußball-Verband hat darüber abstimmen lassen, wie mit der aktuellen Saison verfahren werden soll.

Es gibt eine klare Zwei-Drittel-Zustimmung für den Vorstandsvorschlag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), die aktuell wegen der Covid-19-Pandemie unterbrochene Spielzeit 2019/20 bis zum 31. August 2020 auszusetzen und danach ab 1. September 2020 – wenn durch staatliche Vorgaben möglich – auf sportlichem Wege zu Ende zu bringen. Demnach stimmten 68,13 Prozent der Klubs, die an der BFV-Abfrage teilgenommen hatten, für „Ja“. In absoluten Zahlen ausgedrückt haben 2178 Vereine für den BFV-Weg votiert, 1019 (31,87 Prozent) sprachen sich dagegen aus. Jeder am Spielbetrieb in Bayern teilnehmende Klub hatte dabei eine Stimme. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 73,53 Prozent.

Bis zum Sonntagabend konnten die Vereine online über das vorgeschlagene Modell abstimmen. Im Fußballkreis Donau stimmten 103 Vereine (76,87 Prozent) für den Vorschlag des Verbandes, 31 Vereine votierten für eine Annullierung der Saison. Die Rieser Nachrichten haben sich mit fünf Donau-Rieser Vereinen über das Vorgehen des BFV unterhalten. Zwei Vereine (TSV Nördlingen, SV Holzkirchen) befanden sich bei Saisonunterbrechung in Abstiegsgefahr, einer (TSV Wemding) ist auf dem besten Wege zur Meisterschaft, einer (der SV Megesheim) hat noch Chancen auf den Aufstieg und einer (FC Maihingen) hat wohl weder mit Auf- noch mit Abstieg etwas zu tun.

Der TSV Wemding hat dem Vorschlag, die Saison bis zum 31. August auszusetzen und – wenn durch staatliche Vorgaben möglich – ab 1. September fortzusetzen, zugestimmt. „Wir sind der Meinung, dass es am gerechtesten ist, die Saison sportlich fair zu beenden, nicht nur wegen unserer hervorragenden Position in der Tabelle, sondern auch aus sportlicher Sicht wäre ein Abbruch nicht fair“, sagt Abteilungsleiter Andreas Meister. „Der TSV Wemding wird alle Entscheidungen akzeptieren und nicht – wie es anscheinend andere Vereine angekündigt haben – rechtliche Schritte einleiten.“

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TSV Nördlingen hat gegen Vorschlag gestimmt

Der TSV 1861 Nördlingen hat gegen den Vorschlag des Verbandes gestimmt. Sportdirektor und Cheftrainer Andreas Schröter begründet dies so: „Es besteht eine rasche Klarheit über alle Termine und auch die flexible Planung für eine neue Saison könnte in ein ruhiges Zeitfenster gezogen werden.“ Zudem bestehe damit eine geübte Regelung zum ausgesprochenen Saisonende und nach wie vor ein klar definierter Altersklassen-Übergang. Für die Planung der neuen Saison gebe es eine ausreichend lange Vorlaufphase, die komplett zu den Gesundheitsvorkehrungen abstimmbar sei. „Und es besteht bei einer Fortführung weiter die Ungewissheit zum Ablauf einer eigentlich planbaren neuen Saison 2020/21.“ Abteilungsleiter Andreas Langer fügt hinzu, dass sich im Kader im Sommer traditionell viel bewege, „weshalb bei Klarheit des Saisonendes die Vereine in eine konkrete Planung mit den Spielern und den Sponsoren gehen können; alles andere wäre unseriös. Es müssten bei Fortführung extrem viele Regelungen und Satzungsänderungen, wie Vereinswechselmodalitäten, Altersgruppeneinteilungen, Altersklassen-Übergang, Vertragsmodalitäten mit Trainern und Spielern, Vertragsmodalitäten mit Sponsoren und vieles mehr vereinbart und in Kraft gesetzt werden.“ Schröter meint: „Doch eines ist auch klar, eine Lösung, die für alle gerecht wäre, gibt es nicht.“

Auch der FC Maihingen hat gegen die Fortsetzung der noch laufenden Saison gestimmt, wobei die Abstimmung innerhalb des Vorstands mit neun gegen acht sehr eng ausfiel. Aus den Gründen der Ablehnung: Vor allem die Ungewissheit, wie die Folgesaison 2020/21 aussehen soll, wenn die alte Saison ab 1. September vollends fertiggespielt wird, spielt eine große Rolle. „Beginnt die neue Saison dann im März 2021? Oder dann erst im August 2021? Wie wird die dann doch große Lücke gefüllt? Wäre ein Cut und ein Neustart ab 1. September nicht sinnvoller?“

Für neue Saison ein neues Trainergespann verpflichtet

Ebenfalls mit Nein hat der Bezirksligist SV Holzkirchen gestimmt. Abteilungsleiter Heiko Greiner: „Das Nein hat weniger mit der aktuellen Tabellensituation zu tun. Wir wollen immer im sportlichen Wettkampf und auch fair mit unseren Kontrahenten umgehen. Es ist nicht so, dass wir für einen Ligaabbruch sind, nur um die Klasse zu halten. Es hat vielmehr den Grund, dass wir zur neuen Saison ein neues Trainergespann Buser/Bosch verpflichtet haben und es natürlich schon der Wunsch ist, dass beide mit ihren Traineraufgaben im Sommer/Herbst anfangen können.“ Der SV Megesheim (A-Klasse) hat mit Ja gestimmt, also für die Fortsetzung zum 1. September. Abteilungsleiter Gerhard Unger meint: „Die vom Verband vorgeschlagene Lösung ist gut, allerdings habe ich meine Zweifel, ob wir dieses Jahr überhaupt noch spielen können. Ich habe das Abstimmungsergebnis erwartet.“

Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat eine einstimmige Entscheidung getroffen: Die Spielzeit 2019/20 wird nicht abgebrochen, sondern über den 30. Juni hinaus verlängert. Bis mindestens 31. August wird der Spielbetrieb aufgrund der aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen unterbrochen, danach werden – sofern möglich – ab Anfang September die verbleibenden Spieltage der Spielzeit 2019/20 nachgeholt. Der Start der Saison 2020/21 – sofern sie abgehalten werden kann – würde dann erst im Frühjahr 2021 mit einer stark verkürzten Saison und geringeren Mannschaftsstärken pro Liga starten können. Der Beschluss des BFV gilt für den gesamten Frauenfußball und die Herren-Ligen bis einschließlich zur Bayernliga. Der Juniorenspielbetrieb wird eigene Beschlüsse fassen. Jedoch gilt auch hier die Pause des Spielbetriebs bis mindestens 31. August. Der Vorstand setzt insgesamt fünf sogenannte „Lösungs-Arbeitsgruppen“ (LAG) ein, die sich um die Themenfelder „Vereinswechsel“, „Spielbetrieb Erwachsene“, „Spielbetrieb Juniorinnen und Junioren“, „Meldungen und Fristen“ sowie „Einbettung in Regularien“ kümmern.

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