Ausdauersport

08.10.2019

Zur Belohnung der Ritterschlag

Trotz aller Anstrengungen muss Zeit sein für ein Erinnerungs-Selfie: Simone Müller und Hans Niederhuber beim Durchlaufen von Schloss Weikersheim.
Bild: Hans Niederhuber

TSV-ler Simone Müller und Hans Niederhuber meistern in Rothenburg die Ultramarathon-Distanz über 100 Kilometer und erhalten dafür eine besondere Auszeichnung.

Der Taubertal 100 Ultra-Lauf findet jedes Jahr am ersten Oktoberwochenende statt, dieses Jahr bereits zum sechsten Mal. Organisiert wird die Laufveranstaltung seit Beginn von Hubert Beck, der eine Größe in der UltramarathonSzene ist und auch schon mehrere Fachbücher über diesen Sport geschrieben hat. „Taubertal 100“ ist im Vergleich der größten Laufveranstaltungen über 100 Kilometer in Deutschland auf dem fünften Platz.

Es wurden vier verschieden lange Punkt-zu-Punkt-Ultramarathons angeboten. Start war gemeinsam in Rothenburg ob der Tauber, das Ziel für die 50 Kilometer lange Strecke war in Bad Mergentheim, die 71 Kilometer lange Strecke endete in Tauberbischofsheim, die 100-Kilometer-Distanz führte bis nach Wertheim und die 100 Meilen (161 Kilometer) reichten bis Gemünden. Die 100-Meilen-Strecke wurde dieses Jahr so angepasst, dass sie bestenlistenfähig ist und die Rekorde ab sofort international anerkannt werden. Wegen der Punkt-zu-Punkt-Strecke wurden alle fünf Kilometer Getränke- und alle zehn Kilometer Verpflegungsstationen eingerichtet.

Der Samstag begann schon früh am Morgen um 4.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Um 5.20 Uhr machten sich die rund 300 Läuferinnen und Läufer sowie die Begleitpersonen vom Hotel Rappen mit Fackeln in der Hand auf den Weg durch die Innenstadt in den Burggarten. Ein Ritter zu Pferde schickte von dort die Läufer ins 100 Kilometer entfernte Wertheim, um eine Botschaft zu überbringen. Gemeinsam ging es hinunter zur Eiswiese, wo um sechs Uhr der offizielle Start für den „Taubertal 100“ war. Bei leichtem Regen, der später stärker wurde, ging es aus Rothenburg Richtung Creglingen. Nach circa drei Stunden hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Sportlern und der Himmel schloss seine Pforten. Bei frischen zehn Grad und leichtem Wind ging es die wunderschöne, meist flache Strecke die Tauber entlang, durch die herrlichen Burgen- und Schlösserstädte wie Weikersheim, Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim oder Gamburg. Schon aus der Ferne hörte man die für die Läufer gespielten Fanfaren von den Turmspitzen aus. Die Ziele lagen zwar alle tiefer als der Start in Rothenburg, jedoch mussten auf der Strecke Anstiege von fast 1200 Höhenmetern bewältigt werden und die meisten davon auch noch auf den letzten zwölf Kilometern.

Auf der 100-Kilometer-Strecke gingen 151 Teilnehmer an den Start, gefinisht haben 117 Männer und 26 Frauen. Serhii Popov aus der Ukraine vom Salomon Running Club verfehlte sein Ziel, die Sieben-Stunden- Marke zu knacken, und kam nach 7:20:39 Std. ins Ziel. Schnellste Frau war die Britin Catherine Chariton bei ihrem ersten Ultramarathon in 9:52:40. Unter den Finishern dieser Strecke waren auch Simone Müller und Hans Niederhuber vom TSV Nördlingen. Niederhuber erreichte das Ziel in Wertheim in 11:48:15 Std. als 69. der Gesamtwertung und Dritter seiner Altersklasse. Müller überquerte die Ziellinie nach 12:19:16 Std. als neunte Frau und Erste ihrer Altersklasse. Nach dem Zieleinlauf in Wertheim erhielten beide ihre Finishermedaille und wurden zum Ritter von Rothenburg geschlagen. (hni)

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