Das Nachholspiel der Fußball-Bayernliga zwischen dem TSV Nördlingen und dem FC Pipinsried hielt alles, was die Tabellensituation versprach, und endete in einem dramatischen 2:1-Sieg für die Gäste. Von Beginn an entwickelte sich vor 330 Zuschauerinnen und Zuschauern ein höchst unterhaltsamer Schlagabtausch, bei dem beide Teams bereits im ersten Durchgang eine Vielzahl an Großchancen ungenutzt ließen. Das einzige TSV-Tor erzielte Simon Gruber zur 1:0-Führung.
Für den verletzten Mario Szabo spiellte Nico Schmidt bei den Nördlingern von Anfang an. Der Zoltinger hatte auch gleich die erste Chance per Kopfball, doch FCP-Torwart Enrique Bösl hielt sicher. Den Eckball hatte Patrick Högg herausgeholt, und der immer besser werdende Högg hatte auch nach einer Viertelstunde einen guten Abschluss. Julian Bosch kam nach einer gelungenen Kombination zum Torschuss, aber seine Schüsse kommen regelmäßig etwas zu hoch (24.).
Fußball-Bayernliga: TSV Nördlingen führt zunächst gegen FC Pipinsried
Nach einer halben Stunde übernahm Pipinsried zunehmend das Kommando, scheiterte jedoch wiederholt am glänzend aufgelegten TSV-Keeper Daniel Martin oder am eigenen Abschlussglück. Die letzten guten Szenen des ersten Abschnitts hatten aber die Gastgeber: Mario Taglieber spielte einen starken Außenristpass auf Gruber, doch Bösl hatte aufgepasst (43.), und bei einem 35-Meter-Hammer von Jens Schüler musste der dominikanische Nationaltorhüter nachfassen (45.). Es war zur Pause insgesamt ein 0:0 der besseren Sorte.
Der torlose Zustand änderte sich in der 49. Minute: Simon Gruber bewies seine Klasse und brachte Nördlingen mit seinem 27. Saisontor per Kopf nach einem listig ausgeführten Freistoß von Jens Schüler in Führung. Thomas Schmid war gefoult worden. Nur drei Minuten später aber bestrafte Dominik Neisser einen folgenschweren Ballverlust der Hausherren im Spielaufbau und hämmerte das Leder aus der Distanz unhaltbar zum 1:1 in den Winkel. Der 18-Jährige hatte sein Startelfdebüt in der Bayernliga und ging bei seinem ersten Saisontor zwischen Johannes Fiedler und Schüler hindurch.
Kubilay Celik schießt Pipinsried zum 2:1-Sieg gegen Nördlingen
In der Folge drängte der TSV massiv auf die erneute Führung, erspielte sich aber keine klaren Torchancen. Nico Schmidt köpfte über das Tor und Schüler versuchte es aus der Distanz. Der eingewechselte Kubilay Celik avancierte dann zum Matchwinner, als er in der 78. Minute mit seinem ersten Ballkontakt den 2:1-Siegtreffer erzielte. Auch die Hereingabe kam von einem eingewechselten Akteur, nämlich Pipinsrieds erfolgreichstem Torschützen Nico Karger, der zum Saisonende den FCP verlassen wird.
In der 80. Minute rettete die Pipinsrieder Defensive in höchster Not auf der Torlinie bei einem Kopfball von Schröter. Trotz einer stürmischen Schlussoffensive der Nördlinger, in der Gruber den sicheren Ausgleich aus bester Position vergab (87.), rettete Pipinsried den Vorsprung über die Zeit. Mit diesem Erfolg verkürzte der FC Pipinsried den Rückstand auf den für den Aufstieg relevanten dritten Tabellenplatz auf vier Punkte und hält den Traum von der Regionalliga am Leben. Regionalliga-Schiedsrichter Kenny Abieba (KSD Hajduk Nürnberg) ließ manchmal trotz Fouls die Partie weiterlaufen und zog erst in der Schlussphase zwei Gelbe Karten gegen FCP-Spieler.
TSV-Coach Kerscher richtet Blick auf nächste Partie in Ismaning
Daniel Kerscher, Trainer TSV Nördlingen: „Wir wollten Pipinsried hoch pressen, um ihnen ihre spielerische Stärke zu nehmen und sie zu langen Bällen zu zwingen. Das ist uns auch gut gelungen. Trotzdem hat man natürlich die individuelle Klasse von Pipinsried immer wieder aufblitzen sehen. Trotz der vier Spiele in zehn Tagen hatten wir am Ende noch die nötigen Körner, um Druck aufzubauen und hätten uns durch die Riesenchance von Simon Gruber dafür noch beinahe belohnt. Jetzt heißt es für Samstag zu regenerieren, um in Ismaning zu punkten.“
Roman Langer, Trainer FC Pipinsried: „Wir hatten schon in der ersten Halbzeit zwei, drei Riesenchancen, um in Führung zu gehen. Ich hatte zur Halbzeit ein gutes Gefühl und dann war es eine Standardsituation, die zum 1:0 für Nördlingen führte. Ich war gespannt, wie wir auf den Rückstand reagieren, aber das Gute war, dass unser Startelf-Debütant Dominik Neisser nur drei Minuten später zum 1:1 traf. Ab da waren wir drin und machten das 1:2. Danach hatten wir das Glück des Tüchtigen, dass Gruber eine 200-prozentige Chance liegen ließ. Über das ganze Spiel gesehen war der Sieg verdient.“
TSV Nördlingen: Martin; Fiedler, Schmidt, Taglieber (84. Lechler), Schüler, B. Rathgeber (46. Schmid), Högg (69. Mielich), Gruber, Bosch, Schröter (84. Hopfauf), Mayer (78. H. Rathgeber)
FC Pipinsried: Bösl; Keßler, Götzendörfer (79. Lindner), Dombrowka (86. Wiegert), Gebert (63. Karger), Lungwitz, Krist, Petkovic (76. Celik), Schröck, Lobenhofer, Neisser (69. Kanze)
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