Abendfüllend ist Mozarts Zauberflöte normalerweise, ein Genuss für Opernfans. Für die breite Masse dagegen sind solche Opern oft schwere Kost: Was hat die Königin der Nacht da jetzt gesungen? Und warum trennen sich Papageno und Tamino? Umso schöner, wenn Mozarts Stoff einmal leicht, ja witzig auf der Bühne präsentiert wird. So geschehen am vergangenen Sonntag im Stadtsaal Klösterle in Nördlingen.
Dort war die Opernwerkstatt am Rhein zu Gast, die „Die Kleine Zauberflöte“ nach Wolfgang Amadeus Mozart präsentierte. Klein, weil kürzer - statt eines abendfüllenden Programms wurde die Geschichte auf etwas mehr als eine Stunde reduziert. Aber auch klein, weil für die Kleinen gedacht, eine Oper für Kinder. Zahlreiche Buben und Mädchen waren so auch ins Klösterle gekommen, das Kulturbüro um Leiterin Dr. Franziska Emmerling konnte aber auch viele Erwachsene für diese leichtere Version von Mozarts Werk begeistern, kaum ein Platz blieb leer.
Luzie Franke begeistert im Klösterle als Königin der Nacht
Wobei der Beginn bei all denjenigen, die noch nicht viel über die Geschichte wussten, durchaus Stirnrunzeln auslöste. Ein toter Stofflöwe? Zwei, nein drei, wunderbar kostümierte, verschleierte Damen? Man musste aufmerksam zuhören, um zu verstehen, worum es eigentlich ging: Um den Prinzen Tamino (Rolando Guy) und seinen Gefährten Papageno (Lukas Eder), die sich auf die Suche nach Pamina (Kerstin Pohle) machten, die im Tempel des mächtigen Sarastro gefangen gehalten wurde. Nicht jede Figur der großen Zauberflöte wurde auch im Klösterle gezeigt, Sarastro beispielsweise trat nicht auf. Dafür aber die Königin der Nacht (Luzie Franke), die die kleinen Gäste mit ihrem zauberhaften Kostüm und die großen mit einer wunderbar gesungenen Arie verzauberte. Übrigens eine der schwersten der Opernwelt, wissen Experten, mit dem höchsten Ton für Sopran überhaupt.
Kindgerecht wurde die Kleine Zauberflöte durch manchen Klamauk - etwa als Papageno sich beschwerte, dass er sich nicht waschen oder die Zähne putzen wolle, was wiederum viele kleine Besucher gut nachvollziehen konnten. Gekicher gab es auch, als er mit Schwimmflügeln zusammen mit Tamino in einen Babypool hüpfte. Oder als er einfach nicht still bleiben wollte. Drei ganz besonders mutige Mädchen wurden sogar Teil der Aufführung und stellten auf der Bühne wilde Tiere dar. Die Liebenden fanden sich am Ende, so wie im Originalstück auch - Tamino und Pamina, Papageno und Papagena (Katharina Löwe).
Langen Beifall gab es vom Publikum zur Belohnung. Für die Kleinsten ein Höhepunkt: Sie durften im Anschluss im Foyer mit den Darstellern Fotos machen.
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