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Neuer Dokumentarfilm

14.04.2015

"10 Milliarden - wie werden wir alle satt?": Wie isst die Welt morgen?

Gegensätze: Eine Bäuerin in Indien und Labormitarbeiter von Bayer CropScience.
Bild: PROKINO Filmverleih GmbH

"10 Milliarden - wie werden wir alle satt?": Ein Dokumentarfilm setzt sich mit der Problematik auseinander, wie sich die wachsende Weltbevölkerung in der Zukunft ernähren kann.

Die Deutschen haben Hunger: Wir schlachten pro Jahr 750 Millionen Tiere. Wir verzehren jährlich 60 Kilogramm pro Kopf. Das geht aus dem Fleischatlas 2014 hervor, den der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im vergangenen Jahr vorgestellt hatte.

Jüngst sagte der Chef des Fleischkonzerns „Rügenwalder Mühle“ im Interview, dass die aktuelle Generation der Deutschen die erste und letzte sein werde, die täglich Fleisch esse.

"10 Milliarden - wie werden wir alle satt?": Kinostart 16. April 2015

Während die Bevölkerung in Deutschland stagniert, wächst die Zahl der Weltbewohner stetig, 2050 sollen zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. „Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen?“ fragt Regisseur Valentin Thurn. Diese Frage ist die Motivation für seinen neuen Film, der am Donnerstag, dem 16. April 2015, in die Kinos kommen wird.

Thurn ist inzwischen mehr als nur Regisseur, sieht sich als Food-Fighter – was auch immer er damit meint. Klar ist, was Thurn in seinem Film anprangert: „die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen,“ wie sein Filmvertrieb es in einer Pressemitteilung formuliert.

Regisseur Valentin Thurn während der Dreharbeiten in Afrika.
Bild: PROKINO Filmverleih GmbH

Um die Ausgangsfrage zu beantworten, geht der Regisseur auf die Suche. „Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken,“ schreibt sein Verleih. 

Biolandwirtschaft zeichnet Thurn als Alternative für die Zukunft. So könnte laut dem Regisseur auch der Kampf zwischen Kleinbauern und internationalen Konzernen gelöst werden.

Thurn fordert Prinzip der Ernährungssouveränität

Eine Station der systemkritischen Dokumentation ist der afrikanische Staat Malawi. Dort bauen Bauern verschiedene Pflanzensorten an, nicht nur Monokulturen. Seitdem sei Hunger kein Problem mehr, so die Lehre. Im Gegensatz dazu skizziert Thurn die Gentechnik. In Kanada und den USA werden Lachse gezüchtet, die sechsmal so schnell wachsen wie Artgenossen ohne Manipulation. Ob das gutgehen kann? Ähnlich kritisch steht Thurn Pflanzenfabriken in Japan gegenüber, auch Wissenschaftler aus den Niederlanden, die künstliches Fleisch herstellen, entsprechen nicht seiner Vision von zukunftsfähigen Lebensmitteln für zehn Milliarden Menschen.

Stattdessen fordert Thurn das Prinzip der Ernährungssouveränität. Alle Regionen sollten demnach ermächtigt werden, sich selbständig zu versorgen, Proteine aus Insekten seien beispielsweise eine Alternative. Derzeit werden weltweit laut aktuellem Fleischatlas 320 Millionen Tonnen Fleisch pro Jahr produziert. Mitte des Jahrhunderts werden es mindestens 470 Millionen Tonnen sein. für Thurn kein Modell für die Zukunft. Darum muss jeder einzelne sein Ernährungsverhalten hinterfragen. Wenn jeder eine Lehre daraus zieht und kleine Änderungen vornimmt, dann ist auch 2050 genug Essen für alle da, so Thurns These.

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