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Massenpanik

25.07.2010

19 Tote und über 340 Verletzte bei der Loveparade

Ein Seelsorger und zwei Personen auf dem Rückweg von der Loveparade.
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Ein Seelsorger und zwei Personen auf dem Rückweg von der Loveparade.
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Die Zahl der Toten nach einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg ist auf 19 gestiegen. Noch sind nicht alle Opfer identifiziert. Über 340 Menschen wurden bei der Technoparty verletzt.

Die Zahl der Toten nach einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg ist auf 19 gestiegen. Noch sind nicht alle Opfer identifiziert. Über 340 Menschen wurden bei der Technoparty verletzt.

Tragödie bei der diesjährigen Loveparade in Duisburg: Durch eine Panik am Zugang zum Partygelände kamen am Samstag mindestens 19 Menschen ums Leben, mehr als 340 weitere wurden verletzt, wie ein Polizeisprecher am frühen Sonntagmorgen der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Identifizierung der Opfer ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Dies werde jedoch voraussichtlich bis Mittag erwartet, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Um 12 Uhr findet im Rathaus der Stadt Duisburg eine Pressekonferenz statt.

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Das Unglück ereignete sich kurz nach 17 Uhr an einem überfüllten Tunnel. Der Duisburger Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe sagte in der ARD, die späteren Opfer seien offenbar an einer Tunnelwand hochgeklettert und abgestürzt. Nach ersten Angaben der Polizei wurden im Bereich des Tunnels "Menschen überrannt". Ermittlungen zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurden eingeleitet. Auch nähere Auskünfte zu den 342 Schwerverletzten können die Beamten derzeit noch nicht machen.

Der Tunnel sollte ursprünglichen Planungen zufolge der einzige Zugang zum Loveparade-Gelände am alten Duisburger Güterbahnhof sein. Nach dem Unglück wurden laut Polizei alle Notausgänge des Areals geöffnet, die für den Verkehr gesperrte Autobahn 59 neben dem Güterbahnhof wurde als Fluchtweg freigegeben.

Kritik am Sicherheitskonzept

Eine Raverin sagte im WDR-Fernsehen, im Tunnelbereich habe es "einfach gar keine Ausweichmöglichkeit" gegeben. Auch Loveparade-Gründer Dr. Motte kritisierte in seinem Internet-Blog die Sicherheitsvorkehrungen. Ein einziger Zugang durch einen Tunnel berge "die Katastrophe in sich". An der zum dritten Mal im Ruhrgebiet veranstalteten Loveparade hatten laut Organisatoren über den gesamten Tag verteilt 1,4 Millionen Menschen teilgenommen.

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland verteidigte das Sicherheitskonzept als "stichhaltig". Auf der Internetseite der Stadt erklärte er, die Loveparade hätte ein "friedliches und fröhliches Fest" werden sollen. "Jetzt muss diese Veranstaltung leider als eine der größten Tragödien der jüngeren Stadtgeschichte gewertet werden. Ich bin zutiefst erschüttert."

Die Techno-Party wurde nach dem Unglück fortgesetzt. Der städtische Krisenstab habe gewollt, "dass diese Veranstaltung in Ruhe ausklingt" und keine Panik entstehe, begründete Ordnungsdezernet Rabe die Entscheidung. Laut Polizei wurde die Musik gegen 23 Uhr abgestellt.

Veranstalter sprechen ihr Beileid aus

Die Veranstalter der Loveparade sprachen den Angehörigen der Opfer in einer Internetmitteilung ihr Beileid aus. "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden", hieß es in der kurzen Erklärung auf der Internetseite www.loveparade.net, die auf völlig schwarzem Hintergrund erschien.

Bundespräsident Christian Wulff reagierte mit Bestürzung auf das Unglück. "Eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, ist furchtbar", erklärte Wulff nach Angaben einer Sprecherin. Er äußerte die Hoffnung, dass "die Ursachen rückhaltlos aufgeklärt werden".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich "entsetzt" und "traurig" nach dem Unglück. "In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer", erklärte Merkel nach Angaben ihres Sprechers Ulrich Wilhelm. Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) telefonierte demnach mit der NRW-Staatskanzlei und sagte die Hilfe des Bundes zu. Bestürzt zeigten sich auch Spitzenpolitiker aus SPD und Grünen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach den Angehörigen sein "tief empfundenes Mitgefühl" aus. afp/ddp

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