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50. Geburtstag
22.01.2021

Star ohne Stern: Fernsehkoch Tim Mälzer wird 50

Tim Mälzer nannte sich selbst einmal „Küchenbulle“. Ein Spitzname, der ganz gut zu ihm passt.
Foto: Georg Wendt, dpa

Tim Mälzer gehört seit Jahren zu den bekanntesten Fernsehköchen Deutschlands. Wie er einst zum Star ohne Stern wurde und welche Gerichte er heute noch am liebsten isst.

Köche sind ja heutzutage nicht einfach nur Köche, also Leute, die in der Küche stehen und schmackhafte Dinge auf Teller zaubern. Schon gar nicht, wenn sie ein „Star“ vor ihre Berufsbezeichnung setzen. Bei Tim Mälzer ist das natürlich auch so. Der Mann, der an diesem Freitag 50 wird, ist fast so bekannt wie ein Staatspräsident und weiß, was die Nation von ihm will.

Tim Mälzer wirkt geerdet - das kann man nicht von jedem Fernsehkoch sagen

Mälzer ist Showman, schlagfertig, einer, dem man gerne zuhört, wenn er über Essen und Trinken philosophiert – und auch mal wütend oder frustriert über Politik redet. Trotz seiner medialen und kulinarischen Höhenflüge wirkt er aber, als wäre er geerdet geblieben. Was man nicht von jedem seiner Fernsehkochkollegen sagen kann.

So verwundert es nicht, dass Mälzer, Sohn eines Elmshorner Kaufmanns, auch heute noch das Essen seiner Kindheit liebt. „Das ist der Wackelpeter, das sind bei mir die Dosenravioli, die Spaghetti Bolognese und lustigerweise so was wie Spezi zu bestimmten Genüssen“, sagte er jüngst der Deutschen Presse-Agentur. Und: Er esse auch heute noch sehr gern alles Frittierte und Fertiggerichte, „die vielleicht nicht über eine aromatische Raffinesse verfügen, die aber einfach die Grundbedürfnisse aufs Äußerste befriedigen“. So is(s)t er, der Mälzer!

Zum 50. Geburtstag: Tim Mälzer, wie wird man so ein Starkoch?

Die bodenständige Küche passt auch zu einem, der – im Gegensatz zu Kollegen wie Alfons Schuhbeck –in keinem seiner vier Restaurants einen Stern, die internationale Auszeichnung für Spitzenköche, hat. Ein Starkoch ist er trotzdem. Und ein mittelständischer Unternehmer. In seinen zwei Hamburger Läden – „Bullerei“ und „Die gute Botschaft“ – beschäftigt Mälzer rund 100 Mitarbeiter, denen er auch trotz Corona-Krise und Lockdown nicht kündigte. Zudem präsentiert er seine Küche und sich in diversen Kochshows, die ganz auf ihn zugeschnitten sind. Bleibt die Frage: Wie wird man so ein „Starkoch“?

Da hilft vielleicht der Blick auf die Biografie Mälzers, der eine Tochter hat. Nach dem Abitur 1990 in Pinneberg leistete er Zivildienst und absolvierte in den frühen 90ern eine Ausbildung zum Koch im Hamburger Hotel InterContinental. Danach war er bis 1997 als Koch im Hotel Ritz in London beschäftigt. Später jobbte er dort im Restaurant „Neal Street“, in dem zur gleichen Zeit der damals noch unbekannte, inzwischen weltberühmte Jamie Oliver kochte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete sich Tim Mälzer durch verschiedene Spitzenrestaurants. Ab 2003 ging es dann Schlag auf Schlag: Auf Vox durfte er mit seiner eigenen Kochsendung „Schmeckt nicht, gibt’s nicht“ zeigen, dass er auch echt unterhaltsam ist. Die Show war derart beliebt, dass sie zweimal für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde. Seitdem ist Mälzer vom Bildschirm nicht mehr wegzudenken. Von 2013 bis 2015 war er Coach und Juror in der Sat.1-Koch-Castingshow „The Taste“. Seit Februar 2016 ist er mit „Kitchen Impossible“ auf Sendung (Vox).

Zu Essen hat Mälzer eine Meinung. Und zu vielen anderen Dingen. Auch politisch nimmt er, der 2006 eine Art Burn-out hatte, selten ein Blatt vor den Mund mit der auffallenden Zahnlücke. Während der Corona-Pandemie organisierte Mälzer letztes Jahr eine Demo auf dem Hamburger Rathausmarkt, um auf die Not der Gastronomie aufmerksam zu machen, die weitgehend dichtmachen musste.

In sozialen Netzwerken lädt Tim Mälzer Fans an seinem Geburtstag zum Mitkochen ein

Und jetzt also nimmt Mälzer, der sich selbst auf dem Titel eines seiner Bücher als „Der Küchenbulle“ bezeichnete, die für Männer oft kritische Altershürde von 50 Jahren. Er sieht das so pragmatisch, wie er auch in der Küche hantiert. In sozialen Netzwerken lädt er seine Fans an seinem Geburtstag zum Mitkochen ein: „Ich freu mich, wenn ihr alle mitfeiert. Ab 19 Uhr könnt ihr dann alle mitgucken, anstoßen und ja, mir gratulieren“, schrieb er. Und verquirlte damit – wieder einmal – Privates und Geschäftliches. Man darf davon ausgehen, dass er auch in den nächsten Jahren nichts anbrennen lassen wird. Meistens jedenfalls.

Das Rezept zum Nachkochen: Tim Mälzers Schweinerippchen-Rezept

Zutaten

  • Salz
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1½ Kilogramm Schweinerippchen
  • 100 Gramm Honig (flüssig)
  • 3 Esslöffel Öl
  • 1 Teelöffel mittelscharfer Senf
  • ½ Teelöffel Chiliflocken

Zubereitung

  • 3 Liter Wasser aufkochen und mit Salz und Lorbeerblättern würzen. Rippchen ins Wasser geben und 45 Minuten bei milder Hitze kochen.
  • Inzwischen flüssigen Honig, Öl, Senf, Salz und 1/4 bis 1/2 Teelöffel Chiliflocken verrühren. Die Rippchen aus dem Wasser nehmen und abkühlen lassen.
  • Rippchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und mit der Honigmarinade bepinseln. Bei 200 Grad (Umluft 180) auf der mittleren Schiene 30 Minuten braten. Immer wieder mit Marinade bepinseln.

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