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Ab Sonntag ist Sommerzeit
28.03.2014

Zeitumstellung 2014: Das sind die Vor- und Nachteile der Sommerzeit

In der Nacht vom 29. zum 30. März werden die Uhren um 2.00 Uhr um eine Stunde, auf 3.00 Uhr, vorgestellt.
Foto: Oliver Berg (dpa)

In der Nacht zum Sonntag beginnt die Sommerzeit. Nicht alle sind von der Zeitumstellung begeistert.

Weil es viele nervt, wächst der Widerstand gegen die Zeitumstellung: Diese ewigen Zeitumstellungen sind unsinnig und sollten so schnell wie möglich abgeschafft werden, fordert die FDP-Fraktion in Baden-Württemberg. Auch Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat kürzlich das Thema für sich entdeckt.

Die Umstellung auf die Sommerzeit bringt nichts

Es sei längst erwiesen, dass Sommer- und Winterzeit genau das nicht bringen, was man sich vor über 30 Jahren davon versprochen hatte: Energieeinsparung. Im Gegenteil: Laut Bundesumweltamt spare man zwar während der Sommerzeit abends elektrisches Licht, jedoch werde morgens mehr geheizt. Insgesamt steige der Energieverbrauch sogar, heißt es in einem Parlamentsantrag der FDP-Fraktion, der aber noch nicht behandelt wurde. „Im Hinblick auf den Energieverbrauch bringt die Sommerzeit insgesamt keinen Nutzen“, schreibt das Stuttgarter Wirtschaftsministerium. Einspareffekte gebe es offenbar nicht.

An diesem Sonntag werden die Uhren in Deutschland um zwei Uhr wieder um eine Stunde vorgestellt – wie in jedem Frühjahr seit 1980. Im Oktober geht es dann wieder zurück.

Menschen mit Schlafstörungen bekommen große Probleme

Menschen mit Schlafstörungen hätten durch das ewige Hin und Her stets große Probleme, schreibt die FDP-Fraktion. Überdies gebe es Beweise dafür, dass es am Montagmorgen nach Zeitumstellungen auf Sommerzeit mehr Verkehrsunfälle gebe. Bayerns Ministerin Aigner wird mit den Worten zitiert, die Zeitumstellung verursache bei vielen Menschen regelmäßig „einen Mini-Jetlag“. Vor allem Kinder könnten sich schwer daran gewöhnen.

Erkenntnisse über den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Zeitumstellungen gibt es laut Stuttgarter Wirtschaftsministerium nicht. In der Antwort zum FDP-Antrag heißt es aber auch: Die mit der Zeitumstellung verbundenen Hoffnungen hätten sich grob abgeschätzt „bei weitem nicht alle erfüllt“.

Es könne vereinzelt zu Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen kommen. Das Land zitiert eine Umfrage der Krankenkasse DAK von 2013, nach der fast jede dritte Frau (30 Prozent) kurzfristig unter gesundheitlichen Problemen leidet. Bei Männern sind es 18 Prozent. „Die meisten Betroffenen fühlen sich schlapp und müde, haben Einschlafprobleme und Schlafstörungen“, schreibt das Ministerium.

Es gibt auch Branchen, die von der Umstellung profitieren

Doch es ist nicht alles schlecht: Vorteile bringe die Sommerzeit vor allem für die Tourismus- und Freizeitbranche, hieß es. Abendliche Freizeitaktivitäten seien länger bei Tageslicht und angenehmen Außentemperaturen möglich.

Unterdessen haben Bürger mehr als 55000 Unterschriften für die „Beibehaltung der Normalzeit“ gesammelt, die sie dem Petitionsausschuss des Bundestags im April überreichen wollen. Das frühe Aufstehen während der Sommerzeit wirke sich negativ auf die Gesundheit aus, ist der Arzt Hubertus Hilgers überzeugt, der die Petition gestartet hat.

Ohne die EU wird sich aber wohl nichts ändern. Um Erschwernisse im EU-Binnenmarkt zu verhindern, müsse es einheitliche Regeln geben – mit diesem Argument hat auch die Bundesregierung zuletzt 2005 am Status quo festgehalten. Solange es keine EU-Initiative zur Abschaffung der Zeitumstellung gebe, mache auch eine Bundesratsinitiative keinen Sinn, heißt es. (dpa/AZ)

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