1. Startseite
  2. Panorama
  3. Acht Jugendliche filmten Missbrauch von 13-Jähriger im Wald

Nordrhein-Westfalen

13.06.2018

Acht Jugendliche filmten Missbrauch von 13-Jähriger im Wald

Acht Jugendliche haben den Missbrauch einer 13-Jährigen gefilmt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Acht Jugendliche missbrauchen eine 13-Jährige in einem Wald und filmen das mit dem Handy. Sechs sitzen in U-Haft, zwei sind auf der Flucht – mit ihren Familien.

Nach dem mutmaßlichen schweren Missbrauch einer 13-Jährigen in Velbert nahe Wuppertal haben sich zwei der Tatverdächtigen mitsamt ihren Familien abgesetzt. Die Ermittler halten es für möglich, dass die beiden Jugendlichen sich mit ihren Eltern ins Ausland abgesetzt haben, wie ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Donnerstag sagte. Sie stammen wie die bereits in U-Haft sitzenden weiteren sechs Tatverdächtigen aus Bulgarien. "Wir haben auch bei den Vermietern nachgefragt. Die Wohnungen sind leer", sagte der Staatsanwalt. 

Im April sollen sich die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren an dem 13-jährigen Mädchen vergangen haben. Sie sollen ihr Opfer zuvor in einem Freibad belästigt und es auf dem Heimweg in ein Waldstück gezerrt und dort missbraucht haben. Sechs der Jugendlichen konnten festgenommen werden, nach den zwei weiteren werde gefahndet.

Nach dem schweren Missbrauchsfall an einem 13-jährigen Mädchen in Velbert bleiben sechs verdächtige Jugendliche in Untersuchungshaft. "Das sind harte Bandagen für Jugendliche, aber die sind hier absolut berechtigt", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal am Mittwoch. Nach weiteren beteiligten Jugendlichen werde intensiv gefahndet, sagte der Sprecher. Er sprach von "drastischen Sexualstraftaten".

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Jungen zerrten die 13-Jährige in einen Wald und missbrauchten sie

Die tatverdächtigen Schüler aus Velbert im Alter zwischen 14 und 16 Jahren stammten aus Bulgarien, sagte der Sprecher. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft lediglich von EU-Ausländern gesprochen. Eine Spaziergängerin habe das 13-jährige Mädchen aus den Händen der mindestens acht Jugendlichen gerettet. Sie habe zuvor mitbekommen, dass die Familie der 13-Jährigen nach dem Kind suchte und die Jugendlichen scharf angesprochen, als sie auf die Gruppe traf.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die Jugendlichen das Mädchen zusammen mit einigen Freundinnen zunächst in einem Velberter Freibad belästigt. Als die 13-Jährige dann allein nach Hause ging, hätten die Jungen sie verfolgt, in einen nahe gelegenen Wald gezerrt und missbraucht. 

Die Gruppe filmte die Tat mit einem Handy

Die Tat habe sich bereits am 21. April ereignet, sagte der Sprecher. Um das junge und schwer traumatisierte Opfer zu schützen, habe man die Öffentlichkeit aber nicht früher informiert. Velbert sei eine vergleichsweise überschaubare Stadt. Es habe die Gefahr bestanden, dass das Mädchen erkannt und immer wieder auf die Tat angesprochen werden könnte. Zunächst hatte die WAZ über den Fall berichtet. 

Die Beweislage sei vergleichsweise eindeutig, sagte der Sprecher. Es gebe DNA-Spuren, Aussagen des Opfers und der Spaziergängerin. Außerdem habe die Gruppe die Tat mit einem Handy gefilmt. Das Handy sei beschlagnahmt und bereits ausgewertet worden. Der Film sei nicht ins Internet hochgeladen worden, aber er könne nicht sagen, ob der Film als "Trophäe" auf dem Schulhof herumgezeigt worden sei. (dpa)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Westworld Staffel 2.jpg
Sky

Staffel 2 von "Westworld" im TV und Live-Stream

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!